Rosenheim/Mühldorf – Wird die Abstiegsrelegation in der Fußball-Kreisklasse 2 nicht nur am letzten Spieltag auf dem grünen Rasen, sondern am grünen Tisch entschieden? Das am vergangenen Wochenende abgebrochene Rosenheimer Stadtduell zwischen dem NK Croatia und dem TSV 1860 II, als ein Zuschauer einen Spieler attackiert hatte und es daraufhin zu Tumulten auf dem Platz gekommen war, kann noch nachwirken. Das Kreissportgericht Inn/Salzach muss nun darüber entscheiden, ob überhaupt und wenn ja, wie die Partie – beim Spielabbruch kurz vor Schluss hatten die Sechziger mit 3:2 geführt – gewertet wird.
Die Crux: Croatia Rosenheim (32 Punkte) steckt aktuell noch im Abstiegskampf. Die Tabelle sieht den TSV Breitbrunn-Gstadt und die SG Reichertsheim-Ramsau/Gars II bei jeweils 33 Zählern, den TSV Schnaitsee und den TSV Eiselfing bei 31 Punkten und den SC Rechtmehring bei 30 Zählern. Eiselfing und Rechtmehring müssten aktuell in die Relegation und würden dort auf einen Tabellenzweiten oder -dritten aus den A-Klassen 1, 2 oder 3 treffen. Das Verzwickte ist allerdings, dass die Entscheidung des Kreissportgerichts die Tabelle durcheinanderwürfeln kann. Folgende Szenarien sind möglich:
Spielwertung für Croatia Rosenheim: Trotz Rückstands ein Sieg? Kann nachgewiesen werden, dass der Spielabbruch von einem Anhänger der Sechziger ausgelöst wurde, gehen die Punkte wohl an Croatia. Das würde den direkten Klassenerhalt bedeuten.
Spielwertung für 1860 Rosenheim II: Der Spitzenreiter hatte ja kurz vor Schluss geführt, ehe es zum Eklat gekommen war. Croatia Rosenheim war als Gastgeber für die Platzdisziplin zuständig, ein Ordnungsdienst war wohl auch vorhanden. Sollte es da vom Sportgericht allerdings Beanstandungen geben, so könnte es auch eine Spielwertung für 1860 geben – und Croatia bleibt im Abstiegskampf.
Spielwertung plus Punktabzug: 1860 Rosenheim würde ein Punktabzug nicht groß treffen, der Tabellenführer ist im Klassement meilenweit voraus. Bei Croatia wäre es prekärer: Die Rosenheimer würden dann wohl auf einen Relegationsplatz zurückfallen.
Wiederholungsspiel: Dass die Begegnung neu angesetzt wird, ist wohl die unwahrscheinlichste Variante – und würde Vereine und Spielleiter zeitlich mächtig ins Schwitzen bringen. Ein neues Duell dürfte frühestens am Dienstag über die Bühne gehen, doch schon am Sonntag werden die Relegationspaarungen ausgelost und die dazugehörigen Spielorte vergeben. Die Zeit drängt also.tn