Dinkelbach: „Ich fühle mich wie zu Hause“

von Redaktion

Interview Neuer SVK-Trainer Christoph Dinkelbach über Titel, Enttäuschungen und die neue Saison

Kirchanschöring – Ein Großer des Fußballsports hat seine Stiefel an den berühmten Nagel gehängt. Für das i-Tüpfelchen „Regionalliga-Aufstieg mit dem SV Kirchanschöring“ hat es zwar für Christoph Dinkelbach nicht ganz gereicht, dennoch kann der Ex-Löwe auf wunderbare Jahre auf verschiedensten Positionen zurückblicken. Ob auf der Zehn, Acht, Sechs oder in der Innenverteidigung – überall spielte der 34-jährige Emmertinger, der in Traunstein wohnt, eine Top-Rolle. „Jetzt steigt er sofort als unser neuer Chefcoach in die Trainerkarriere ein“, freut sich SVK-Sportchef Sven Vetter, die Nachfolge des pausierenden Thomas Leberfinger wunschgemäß geregelt zu haben.

Sie haben Ihre aktive Karriere offiziell beendet. Was waren Ihre größten Erfolge?

Definitiv war der Meistertitel in der Regionalliga Bayern mit 1860 München II im Jahr 2013 mein größter Erfolg. Leider haben wir damals nach einem späten Gegentor im Rückspiel gegen Elversberg den Aufstieg verpasst. Die Spiele damals insgesamt waren Highlights, vor allem das Rückspiel vor 15.000 Zuschauern in der Allianz Arena. Auch der Bayernliga-Meistertitel und die drei Vizemeisterschaften mit dem SV Pullach waren schöne Erfolge, auch wenn wir auf den Regionalliga-Aufstieg verzichten mussten. Doch auch die Relegations-Teilnahme zur Regionalliga mit dem SVK würde ich ganz weit oben einordnen. Auf dem Niveau, auf dem ich unterwegs war, hatte ich schon extrem viel Erfolg und schöne Zeiten.

Da haben Sie aber einige Höhepunkte aus Ihrer Nachwuchszeit noch gar nicht genannt…

Das würde vermutlich den Rahmen sprengen. Doch klar: Auch der Aufstieg mit der Burghauser U17 von der Bayernliga in die Bundesliga war eine super Sache. Mit der U19 von 1860 München haben wir uns für die deutsche Meisterschaft qualifiziert, wo wir in der Endrunde an Kaiserslautern gescheitert sind. Da gäbe es natürlich auch viele Geschichten zu erzählen.

In Ihrer Laufbahn haben Sie auch viele spätere Profis im Team gehabt – wer fällt Ihnen da spontan ein?

Der 1992er-Jahrgang bei 1860 war damals extrem stark. Mit Kevin Volland, Bobby Wood und Moritz Leitner haben es einige in die allerhöchsten Ligen geschafft. Es gibt jedoch auch einige andere Namen, die mir da einfallen – zum Beispiel Andreas Geipl und Philipp Steinhart. Auch als Gegner hatten wir hochkarätige Jungs wie Matthias Ginter, Willi Orbán und Felix Klaus. Es gibt in jeder Mannschaft, gegen die wir damals angetreten sind, mindestens ein, zwei Spieler, die es in die Bundesliga geschafft haben.

Eines Ihrer wichtigsten und schönsten Tore haben Sie aber beim SVK gemacht, oder?

Auf jeden Fall. Der „Bayern-Treffer der Saison“ 2024/25 ist schon ein echtes Highlight meiner Karriere – das war definitiv mein schönstes Tor. Da war das gesamte Drumherum mit der Ehrung im Bayerischen Fernsehen und der Auszeichnung bei einem Heimspiel in Kirchanschöring einzigartig.

Welchen Stellenwert hat der SVK insgesamt in Ihrer Karriere?

Im Vergleich zu anderen Vereinen ist es nicht meine erfolgreichste Station, aber trotzdem eine super Zeit mit beachtlichen Platzierungen. Ich kann mich nur an eine Saison erinnern, in der es nicht so gut gelaufen ist, doch da konnte ich wegen einer Kreuzbandverletzung leider nicht großartig helfen. Beim SVK können wir mit dem Weg, der vor einigen Jahren eingeschlagen wurde, sehr zufrieden sein.

Was ist das Besondere an „Anschöring“?

Für mich ist es derjenige Verein, bei dem ich mich mit Abstand am wohlsten gefühlt habe und immer noch fühle. Der SVK ist ein sehr familiärer Verein. Vom allerersten Tag an hatte ich das Gefühl, ich bin hier zu Hause. Das gesamte Umfeld hat mich toll aufgenommen, und da auch die sportlichen Ambitionen hoch sind, gefällt es mir nach wie vor mega gut hier.

Jetzt steigen Sie zur neuen Saison vom spielenden Co-Trainer zum Chefcoach auf, skizzieren Sie doch mal den Unterschied dieser beiden Rollen?

Die Rolle als Co-Trainer hatte ich ja schon ein paar Jahre. Das ist unter Mario Demmelbauer losgegangen, von dem ich sehr viel lernen durfte. Seit seinem Abgang hat sich die Rolle für mich ein bisschen geändert. Unter Tom Leberfinger bin ich noch etwas mehr in die Verantwortung gerückt. Wenn ich jetzt draußen stehe, kann ich natürlich auf dem Platz nichts mehr coachen oder kommunizieren. Ich war schon ein Spieler, der relativ viel spricht, weil ich das auch für extrem wichtig erachte.

Die Bayernliga dürfte in der neuen Saison mit vier Inn/Salzach-Mannschaften eine sehr interessante und sicher auch zuschauerträchtige Liga werden.

Die Liga dürfte auch insgesamt einen Ticken stärker sein als bisher. Wir haben große Veränderungen in Kader, Mannschaft und Staff. Es wird eine anspruchsvolle Aufgabe, auf die ich mich aber sehr freue.

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