Späte Entscheidungen und jede Menge Drama

von Redaktion

Letzter Spieltag im Fußball-Kreis Inn/Salzach war vielfach ein Herzschlag-Finale – Frasdorf/Söllhuben holt Double

Die SG Frasdorf/Söllhuben feierte im direkten Duell mit Vogtareuth den Kreisliga-Aufstieg.Foto Thomas Bösl

Rosenheim/Mühldorf – Der TuS Raubling, der SV Forsting-Pfaffing, der SV Erlbach II, die SG Grassau/Übersee und die SG Frasdorf/Söllhuben haben sich von der Kreisliga bis zur A-Klasse die letzten der 26 Meistertitel im Fußball-Kreis Inn/Salzach gesichert. Letztere durften gleich zweimal jubeln, weil auch die zweite Mannschaft Platz eins verteidigte. Auffallend viele Entscheidungen um Meisterschaft, Auf- und Abstieg fielen erst in den Schlussminuten oder sogar in der Nachspielzeit.

Kreisliga 1

Meister: TuS Raubling

Absteiger: ASV Flintsbach, SV Mehring

Kurz vor Schluss sah es so aus, als müsste Kreisspielleiter Chris Sofis mit dem Meister-Pokal von Oberbergkirchen nach Großholzhausen düsen, wo die SG Reichertsheim-Ramsau/Gars mit 1:0 führte. Doch dann zeigten ihm Sami Wehner und Fabian Jäger mit zwei späten Treffern zum 1:3-Endstand, dass er bei den Raublingern doch an der richtigen Adresse war. Der TuS hat postwendend die Rückkehr in die Bezirksliga geschafft, Reichertsheim geht in die Relegation gegen den SC Anger.

Ob in Flintsbach noch jemand an den ersten Spieltag denkt? Da verlor der ASV wegen eines Eingabefehlers im elektronischen Spielbericht drei Punkte am grünen Tisch – die trennten den Kreisliga-Neuling am Ende vom Einzug in die Relegation. In diese zieht nun stattdessen der TSV Emmering ein – vor einem Jahr hatte er noch um den Aufstieg in die Bezirksliga gespielt. Der TSV Buchbach II zog im direkten Duell mit dem TSV Neuötting den Kopf aus der Schlinge und bleibt drin.

Kreisliga 2

Meister: TuS Prien

Absteiger: TSV Fridolfing, SV Ruhpolding

Drama, Baby! Als Teisendorfs Maximilian Oeggl in der fünften Minute der Nachspielzeit den Elfmeter zum 2:1 gegen den SC Anger verwandelte, schien die Relegation endgültig weg zu sein für die Elf von Hubert Berger. Denn Tacherting hatte in Seeon gerade aus einem 1:3 ein 3:3 gemacht und hatte einen Mann mehr auf dem Platz. Doch dann kam Markus Seil: Sein 4:3 in der 98. Minute zerstörte die Tachertinger Hoffnungen auf eine Extra-Runde und einen möglichen Aufstieg.

Auch im Kampf um den Klassenerhalt gab es ein Herzschlagfinale. Weil Florian Berger in der 98. Minute beim Absteiger Ruhpolding wenigstens noch zum 2:2 für die DJK Weildorf traf, waren am Ende drei Teams punktgleich, von denen nur eines der Relegation aus dem Weg gehen konnte. Der TSV Bad Endorf verhinderte mit zehn Punkten im Dreier-Vergleich den möglichen zweiten Abstieg in Folge, es traf Weildorf (4) und Engelsberg (3).

Kreisklasse 1

Meister: ASV Au

Absteiger: SV-DJK Kolbermoor, TSV Brannenburg

Vor 24 Jahren spielte der SV-DJK Kolbermoor zuletzt in der A-Klasse, jetzt ist es nach dem 1:3 gegen Tattenhausen wieder so weit. Die Gäste müssen trotzdem ein Jahr nach dem Kreisliga-Abstieg erneut in die Relegation, weil Nachbar Schechen beim 2:3 gegen Aschau keine Schützenhilfe leisten konnte. Mit dem Klassenerhalt ließ sich für den WSV verschmerzen, dass Noel Reimer (ASV Au) mit vier Treffern gegen Riedering Stefan Reiter die Torjägerkrone wegschnappte. 25:24 Treffer standen am Ende zu Buche. Für Samerberg fühlt sich die Relegation nach der miserablen Hinrunde wie ein Erfolg an, obwohl das erzitterte 1:1 gegen Absteiger Brannenburg keine gute Generalprobe war.

Kreisklasse 2

Meister: TSV 1860 Rosenheim II

Absteiger: Türk Spor Rosenheim, SV Amerang

Der TSV Babensham ließ sich die Chance auf eine Rückkehr in die Kreisliga mit dem 3:1 gegen Pittenhart nicht mehr nehmen. Aus dem Abstiegskampf hatte sich schon vor dem Abpfiff Croatia Rosenheim dank des Sieges vor dem Sportgericht verabschiedet. Der NK Croatia ist damit zugleich die beste Mannschaft der Rückrunde. Für Eiselfing, Schnaitsee und Rechtmehring war klar: Nur ein Sieg würde die Relegation vermeiden helfen. Patrick Strohmaiers Elfer zum 1:0 gegen Eiselfing genügte Aufsteiger SC Rechtmehring, um drinzubleiben. Und für Schnaitsee zerstob die letzte Hoffnung auf den direkten Klassenerhalt in der letzten Minute mit dem 0:1 von Felix Maier für die Kreisliga-Reserve aus Reichertsheim.

Kreisklasse 3

Meister: SV Unterneukirchen

Absteiger: TSV Polling, DJK Otting

Kurz sah es so aus, als dürfte der TV Kraiburg noch auf die Aufstiegs-Relegation hoffen. Der SV Kay führte in Haiming, und die Kraiburger lagen gegen Otting mit 3:0 vorne. Doch zwei Tore von Christoph Busch und Roland Bonimeier drehten binnen zehn Minuten die Partie für den SV Haiming. Der ist nun nur noch einen Sieg vom ersten Kreisliga-Aufstieg überhaupt entfernt. Als Haiming 1969/70 sein bisher einziges Jahr im Kreis-Oberhaus verbrachte, war das noch die A-Klasse. Der TSV Polling muss nach dem 3:5 gegen Waldkraiburg nach einem Jahr wieder runter. Der VfL holte in der Hinrunde nur vier Punkte, nach der Winterpause aber 29. Der TSV Palling geht nach dem 0:1 gegen Pleiskirchen zum dritten Mal in fünf Jahren in die Relegation. Pleiskirchen musste gar nicht mehr um den Klassenerhalt bangen, weil Burgkirchen in Kirchweidach verlor. Meister Unterneukirchen stellte mit Moritz Emmerl (20 Treffer) auch den Top-Torjäger.

Kreisklasse 4

Meister: FC Bischofswiesen

Absteiger: ASV Piding, SC Vachendorf

Die einzige offene Frage war die nach dem zweiten Absteiger. Und die entschied die SG Inzell/Weißbach mit einem 0:0 in Hammerau, das ihr zum Platz in der Relegation verhalf. Denn der ASV Piding zog in Schönau mit 2:3 den Kürzeren und ist nach 29 (!) Jahren zurück in der A-Klasse (die damals noch C-Klasse hieß). Dem SC Vachendorf gelang in 26 Spielen kein Sieg und nur drei Unentschieden. Der beste Torjäger heißt Fabrice Enyange (28 Tore) und kommt vom Meister FC Bischofswiesen.

A-Klasse 1

Meister: TSV Hohenthann-Beyharting

Absteiger: TSV Emmering II, SG Rott/Ramerberg II

Ein Unentschieden im direkten Duell würde dem SC Höhenrain und der DJK Heufeld für die Relegation reichen, das stand vorher fest. Das Ergebnis: ein 2:2. Neubeuern nutzte das späte 1:0 von Lukas Antretter bei Meister Hohenthann nichts mehr. Der direkte Vergleich des punktgleichen Trios: Höhenrain 7 Punkte, Heufeld 5, Neubeuern 4.

A-Klasse 2

Meister: SG Frasdorf/Söllhuben

Absteiger: TSV Bad Endorf II, ASV Eggstätt

400 Zuschauer wollten das „Endspiel“ in Vogtareuth sehen – doch die meisten gingen enttäuscht nach Hause. Denn nicht Tabellenführer SV Vogtareuth, sondern die SG Frasdorf/ Söllhuben kürte sich mit einem souveränen 3:0 zum Meister. Der SVV, der nach der ersten Saisonhälfte noch sieben Punkte vor der SG lag, darf nun zum dritten Mal in Folge sein Glück in der Relegation versuchen. Der SV Pang nahm sich mit einem 0:2 bei der FT Rosenheim selbst aus dem Titelrennen. Maximilian Fröhler schoss den FC Halfing mit seinem 1:0 zehn Minuten vor Schluss zum Klassenerhalt – und den TSV Bad Endorf II in die B-Klasse. Eggstätt hätte es mit einem 2:0 in Prutting schaffen können, doch es reichte nur zu einem 0:0.

A-Klasse 3

Meister: SV Forsting-Pfaffing

Absteiger: TSV Soyen (VfL Waldkraiburg II zurückgezogen)

Das Daumendrücken der spielfreien SG Ramerberg/ Rott für den FC Maitenbeth nutzte nichts. Der SV Forsting-Pfaffing ließ beim 4:1 nichts mehr anbrennen und machte sich zum Meister, obwohl Torschützenkönig Jonas Traunsteiner (21 Treffer) diesmal nicht traf. Schon nach 26 Minuten stand es 0:3.

A-Klasse 4

Meister: SV Erlbach II

Absteiger: SV Schwindegg, TuS Mettenheim

Bis zur 80. Minute sah es so aus, als könnte der SV Weidenbach noch an Erlbach II vorbeiziehen. Doch dann machte die Bayernliga-Reserve ernst: Das entscheidende Tor zum 2:1 und damit zur Meisterschaft schoss Peter Schreiber in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Weidenbach hat sich mit dem 6:2 gegen Markt/Stammham aber schon für die Relegation warmgeschossen. Der FC Töging II vermied den zweiten Abstieg in Folge, der SV Schwindegg muss zum ersten Mal in der 60-jährigen Vereinsgeschichte in die B-Klasse.

A-Klasse 5

Meister: SG Chieming/ Grabenstätt

Absteiger: SV Linde Tacherting II, TuS Traunreut II

Der TSV Traunwalchen schob sich mit einem 9:1 noch vorbei an der SG Altenmarkt/Stein auf Relegationsplatz drei, weil die trotz einer 2:0-Führung nicht über ein 3:3 in Nußdorf hinauskam. Verdient: Denn Traunwalchen, nach der Hinrunde nur Sechster, ist zusammen mit Meister Chieming/Grabenstätt die beste Mannschaft der Rückrunde.

A-Klasse 6

Meister: SG Übersee/ Grassau

Absteiger: TSV Siegsdorf II, DJK Traunstein

Elf Tore mehr verhalfen der SG Übersee/Grassau zum Titel. Der WSC Bayerisch Gmain ist punktgleich, und auch der direkte Vergleich (3:2, 1:2) brachte keine Entscheidung. Also musste die Tordifferenz den Ausschlag geben. Beim 8:0 gegen die DJK Traunstein wollte die SG keinen Zweifel aufkommen lassen, Bayerisch Gmain konnte da mit dem 3:0 gegen die SG Ramsau/Berchtesgaden nicht mithalten. Die DJK Traunstein brach nach der Winterpause ein und muss wieder absteigen. Der FC Reit im Winkl rettete sich mit einem 6:0 in Oberteisendorf.

B-Klassen

Meister: SV Vagen, TSV Bernau, SV Schonstett, SV Oberbergkirchen II, SV Unterneukirchen II, DJK Weildorf II

Weitere Aufsteiger: Dardania Bad Aibling, SB Rosenheim II, TSV Taufkirchen, SG Erharting/Niederbergkirchen, SG Kirchweidach/Halsbach II, TSV Bad Reichenhall II

Absteiger: TSV Brannenburg II, SV Nußdorf II, SV Riedering II, FT Rosenheim II, SG Obing II/Kienberg, FC Maitenbeth II, TV Kraiburg II, SV Mehring II, DJK Otting II, TSV Trostberg, SV Ruhpolding II, SG Weißbach/Inzell II

Den letzten noch verfügbaren Meisterpokal sicherte sich der SV Oberbergkirchen II in der Gruppe 4 – wobei das 2:1 gegen den FC Mühldorf II gar nicht mehr nötig war, weil Verfolger SG Erharting/Niederbergkirchen nicht über ein Remis hinauskam. Dardania Bad Aibling behauptete Platz zwei in der Gruppe 1 und schaffte den Durchmarsch von der C- in die A-Klasse. Den zweiten Aufstiegsplatz verteidigte der TSV Bad Reichenhall II in der Gruppe 6 souverän. Der SV Schonstett blieb in der B-Klasse 3 ungeschlagen, nur ein 3:3 gegen Peterskirchen II trübt die Bilanz. 100:10 Tore reichten für Taufkirchen da nur zu Platz zwei.

C-Klassen

Meister: SV Bad Feilnbach II, SG Söllhuben/Frasdorf II, SpVgg Pittenhart II, SG Reichertsheim-Ramsau-Gars III, DJK SV Pleiskirchen II, DJK Raitenhaslach, SV Erlstätt. F-Town Kickers

Dem SV Erlstätt gelang in der Gruppe 7 die perfekte Saison mit 18 Siegen in 18 Spielen und 89:12 Toren. Jubel herrschte bei der SG Söllhuben/Frasdorf II. Dank des besseren direkten Vergleichs gegenüber dem SV Pang feierten die „Steinadler“ im Saisonfinale das „Double“: die Meisterschaft mit erster und zweiter Mannschaft.

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