Ruhpolding – Herbert Fritzenwenger, Präsident des Golfclubs Ruhpolding, hat auch Tage nach der Veranstaltung noch über alle Maßen geschwärmt. „Die sportlichen Leistungen waren überragend, so etwa habe ich noch nie gesehen. Es war eine irre Show“, kommentierte der 63-Jährige. Es ging um „The Peak of European Long Drive Games 2026“, einen Wettbewerb, bei dem es ausschließlich um Länge beim Abschlag geht. Bei den Damen siegte die amtierende Weltmeisterin Kelly Rudney, bei den Herren war es James Tate. Den Einlage-Wettbewerb der Olympiasieger und Weltmeister gewann Marco Groß, Sohn von Olympiasieger Ricco Groß.
Bei dem spektakulären Turnier begeisterten Wintersportlegenden ebenso wie die amtierende Weltmeisterin und ein schottischer Ausnahmeathlet Hunderte von Zuschauern mit Schlagweiten jenseits aller Vorstellungen – eingebettet in die Kulisse des Chiemgauer Alpenvorlands. Den Auftakt bildete ein Show-Wettbewerb zwischen prominenten Wintersportlern. Sechs Ausnahmeathletinnen und -athleten aus der Welt des Biathlons und Skilaufsports traten an, um zu beweisen, dass Präzision, Athletik und Ausdauer auch auf dem Golfplatz zählen.
Mit einer Weite von 220 Metern sicherte sich Marco Groß den Sieg. Marco Groß vertrat Vater Ricco, der bei der Schweizer Biathlon-Nationalmannschaft unabkömmlich war und für Ruhpolding absagen musste. Mit dabei waren aber die Biathlonlegenden Peter Angerer, Fritz Fischer und Michael Greis sowie Gastgeber Herbert Fritzenwenger und Nachwuchs-Biathlet Adrian Franz vom Stützpunkt Ruhpolding. Hinter Groß landete Franz mit 218 Metern vor Michi Greis mit 215. Angerer, Fischer und Fritzenwenger lagen allesamt um die 200 Meter.
Bei den weltbesten Longdrivern zeigte dann eine Dame ihre Ausnahmestellung: Kelly Rudney aus Kanada. Die amtierende Weltmeisterin im Long Drive gewann die Damen-Wertung souverän. Ihre Siegesweite von 320 Metern hinterließ nicht nur bei den Zuschauern bleibenden Eindruck. „Die Kanadierin ist ein Publikumsliebling und ließ mit jedem Schlag die Begeisterung der Fans laut werden“, freute sich Fritzenwenger. Den absoluten Höhepunkt des Tages aber setzte James Tate aus Schottland. Der Herren-Champion schlug den Ball 368 Meter weit.
Aber nicht nur die Weltstars sorgten für Furore. Im Amateurfeld zog Luca Huber vom Golfclub Ruhpolding alle Blicke auf sich. Der 16-Jährige stellte mit einer Weite von 269 Metern eindrucksvoll unter Beweis, dass der Nachwuchs aus den eigenen Reihen das Zeug zur Spitze hat. Noch mehr staunte das Publikum über Paula Kaindl, ebenfalls vom GC Ruhpolding. Die 15-Jährige war die jüngste Teilnehmerin des gesamten Turniers und trat dabei direkt im Profifeld an. Mit 230 Metern hielt sie sich souverän gegen die internationale Konkurrenz.
Amateur Division: Champion: Gerhard Fröhlich (Österreich) – längster Drive: 340 Yards, 2. Luca Dacco (Italien) 335, 3. Maximilian Sauter (Deutschland/Golfpark am Deister) 330.
Ladies Pro Division: Champion: Kelly Rudney (Kanada) 325 Yards, 2. Lauren May Draka (England) 279, 3. Daniela Modrok (Spanien) 271.
Pro Division: Champion: James Tate (Schottland) 402 Yards, 2. Luke Curtis (England) 384, 3. Bry Roberts (Wales) 372. kk