Einer der größten Macher in der Eishockey-Welt

von Redaktion

Früherer Rosenheimer Top-Angreifer Jaroslav Tuma ist tot – Bedeutender und angesehener Spielervermittler

Rosenheim – Diese Nachricht hat die Eishockey-Welt erschüttert: Jaroslav Tuma ist tot. Der frühere Top-Stürmer des EV Rosenheim war einer der bedeutendsten Spielerberater im europäischen Eishockey. Er verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren.

Der gebürtige Tscheche hatte in seiner Heimat bis 1969 bei Sparta Prag gespielt. Dort stand er unter anderem in einem Team mit den späteren Rosenheimer Trainern Dr. Pavel Wohl (Meistercoach 1982 und 1985) und Petr Brdicka sowie dem Vater von Superstar Jaromir Jagr, Jaroslav. Danach wechselte Tuma in die Niederlande und spielte für die Tilburg Trappers, die vor drei Jahren Gegner der Starbulls im Viertelfinale der Oberliga-Play-offs waren. Mit den Trappers wurde der Mittelstürmer dreimal Meister in den Niederlanden, in einer Saison kam er in 61 Spielen auf satte 115 Tore und 112 Vorlagen. 1973 folgte dann der Wechsel nach Deutschland. Nach einer Saison für Mannheim zog es Tuma zum EV Rosenheim, für den er vier Jahre von 1974 bis 1978 aktiv war. In seiner ersten Saison beim EVR avancierte er zum Topscorer der 2. Bundesliga und verhalf den Rosenheimern mit sagenhaften 58 Toren und 39 Vorlagen zum Meistertitel und dem damit verbundenen Aufstieg ins Oberhaus – es war der Beginn der großen Rosenheimer Eishockey-Zeit. Beim EVR spielte Tuma in den vier Jahren mit prominenten Namen wie Udo Kießling, Cal Russell oder Tommy Salmelainen.

Nach der Insolvenz des EVR wechselte der Angreifer innerhalb der Bundesliga nach Iserlohn, wo er zwei Jahre spielte. Eine Saison in der 2. Bundesliga in Schwenningen – mit Aufstieg in die erste Liga – und zwei Spielzeiten beim damals drittklassigen ERC Ingolstadt schlossen sich an, ehe es Tuma in die Schweiz verschlug. Beim SC Langenthal in der zweitklassigen Nationalliga B fungierte er als Spielertrainer. Der Verein gedachte Tuma mit rührenden Worten. Er bleibe „nicht bloß als SCL-Trainer in Erinnerung, sondern als eine liebenswürdige Person mit beeindruckender Persönlichkeit. Der Umgang mit seinen Mitmenschen war geprägt von Wertschätzung, Respekt und viel Herzlichkeit.“

Genau dies machte ihn wohl auch zu einem der anerkanntesten Spielerberater in ganz Europa. Nach einer weiteren Trainerstation in der Schweiz beim Erstligisten EHC Olten, bei dem er damals auch Deutschlands „Eishockeyspieler des Jahrhunderts“, Erich Kühnhackl, unter seinen Fittichen hatte, schlug er die Karriere als Vermittler ein. In dieser war er noch erfolgreicher als zu Spielerzeiten. Zahlreiche Nationalspieler aus Deutschland und der Schweiz zählten zu seinen Klienten, viele Spieler schafften auch den Sprung in die weltweit beste Liga, die National Hockey League (NHL) nach Nordamerika. Zeitweise betreute Tuma zwölf NHL-Spieler gleichzeitig. Unter anderem vermittelte er im Juni 2021 den Wechsel von Lukas Reichel, der im Nachwuchs der Starbulls groß geworden ist, von den Eisbären Berlin nach Chicago. Ein langjähriges Vertrauensverhältnis bestand auch zu Patrick Hager, der in Rosenheim seine ersten Schritte im Eishockey unternommen hatte. Als Hager am 23. Oktober 2025 in München für sein 1000. DEL-Spiel gefeiert wurde, stand Tuma gemeinsam mit Hagers Familie auf dem Eis und gehörte zu den ersten Gratulanten.

Zuletzt ist es etwas ruhiger um Tuma, der sich seit seiner Schweizer Zeit mit Frau Lilian in Thunstetten im Oberaargau niedergelassen hatte, geworden. In Rosenheim erinnert man sich an einen Top-Angreifer, einen angesehenen Spieleragenten – und an die Fangesänge aus den 70er-Jahren: „Tuma, Tuma noch einmal, es war so wunderschön!“

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