Rosenheim – Mixed Martial Arts (kurz MMA) zählen zu den spektakulärsten Kampfsportarten der Gegenwart. Im Käfig, auch „Oktagon“ genannt, treffen verschiedene Disziplinen aufeinander: Schläge, Tritte, Knie, Ellbogen, Würgegriffe und Bodenkampf. Es ist ein knallharter Sport, bei dem am Ende nur einer als Sieger aus dem Käfig steigt. Einer, der dieses Gefühl bereits mehrfach erlebt hat, ist Rinor Gashi.
Der Rosenheimer MMA-Profi trainiert bei der MAA Rosenheim und hat sich in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt in der Szene etabliert. Seit seinem Profidebüt 2019 stand Gashi bereits viermal im Käfig, drei dieser fünf Kämpfe konnte er gewinnen. Auffällig dabei: Alle drei Siege holte sich der Rosenheimer vorzeitig in der ersten Runde durch Submission (Aufgabe). Jetzt wartet die nächste internationale Herausforderung.
Am Samstag (13. Juni) steigt Gashi bei FNC Vikings 2 in Zagreb wieder in den Käfig. Sein Gegner ist Dana Aghaie – jener Kämpfer, gegen den Gashi eigentlich bereits im Februar hätte antreten sollen. Damals musste der Rosenheimer allerdings krankheitsbedingt passen. „Ich freue mich umso mehr“, sagt Gashi im Gespräch. Die Absage habe ihn nicht gebremst, sondern zusätzlich motiviert. „Dementsprechend bin ich jetzt noch heißer auf diesen Kampf. Gesundheitlich sei inzwischen alles wieder im Lot. Die Krankheit habe er auskuriert, seit rund zehn Wochen sei er wieder voll im Training. Seine Einschätzung fällt entsprechend selbstbewusst aus: „Fühle mich besser denn je.“
Für Gashi ist der Kampf auch sportlich ein wichtiger Schritt. Nach seinem letzten Auftritt im März 2025 folgt nun der nächste Profi-Einsatz – dieses Mal bei einer neuen Organisation und auswärts in Kroatien. Die Fight Nation Championship (FNC) beschreibt der Rosenheimer als starke Plattform mit großen Events. Vor allem die Professionalität beeindruckt ihn: Man fühle sich als Kämpfer wohl und wertgeschätzt, sagt Gashi. „Und das ist das Wichtigste.“ Trotzdem ist die Marschroute klar. Gashi will nicht abwarten, sondern den Kampf aktiv beenden. „Ich gebe wie bei allen Kämpfen immer mein Bestes“, sagt der Rosenheimer. „Ich gehe immer für ein Finish.“ Genau das ist bisher auch sein Markenzeichen: keine Punktsiege, kein langes Taktieren, sondern möglichst früh die Entscheidung suchen.
Dass seine drei Profi-Siege bisher alle durch Submission kamen, ist für Gashi allerdings nur ein Teil seiner Geschichte. Eigentlich, betont er, liege seine große Stärke im Standkampf. „Meine Stärke ist das Striking. Das habe ich bis jetzt nicht wirklich zeigen können.“ In seinen bisherigen Kämpfen habe es sich einfach immer ergeben, dass er den Gegner am Boden zur Aufgabe zwang. Für Zagreb lässt er sich deshalb alle Optionen offen: „Vielleicht nicht durch Submission. Vielleicht gerne auch durch K.o. – Hauptsache Finish.“
Für viele Kämpfer ist ein Auftritt weit weg von der Heimat eine zusätzliche Belastung. Für Gashi ist es eher ein Reiz. Schon international zu kämpfen, sei für ihn nichts völlig Neues. Diesmal aber geht es noch ein Stück weiter weg – nach Zagreb, in ein neues Umfeld, bei einer neuen Organisation. Genau das gefällt dem Rosenheimer. „Ich kämpfe gerne auswärts“, sagt Gashi. Warum das so ist, könne er selbst nicht ganz erklären. Aber der Gedanke, nicht vor dem eigenen Publikum anzutreten, gebe ihm zusätzlich Energie. „Ich finde es cool. Es ist nochmal eine extra Challenge.“
In Zagreb will Gashi nicht nur für sich selbst kämpfen, sondern auch die MAA Rosenheim international vertreten. Die Vorbereitung läuft, der Körper hält, die Motivation ist hoch. Was die Zuschauer erwarten dürfen? Gashi lässt daran keinen Zweifel: einen guten Kampf, einen entschlossenen Auftritt – und wenn es nach ihm geht, wieder ein vorzeitiges Ende. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das Ganze machen werde.“bsc