Rosenheim – Jedes Relegationsspiel schreibt seine eigene Geschichte. Und jede Geschichte braucht einen Helden. In der Partie zwischen dem TSV Eiselfing und dem SV DJK Heufeld hieß er Martin Herzog. Herzog hatte die letzten drei Ligaspiele verletzungsbedingt verpasst und kam auch in der Relegation nur von der Bank. Doch als er in der 107. Minute den Hammer auspackte und Eiselfing mit dem 1:0-Siegtreffer zum Klassenerhalt in der Fußball-Kreisklasse schoss, waren alle Sorgen vergessen.
„Es ist krass. Wir sind mit so vielen Verletzungen ins Spiel gegangen. Dann wirst du eingewechselt und triffst – einfach geil“, beschrieb Herzog nach Abpfiff seine Gefühlswelt. In der Nachspielzeit der regulären 90 Minuten betrat der Eiselfinger den Platz. Als ihm in der 107. Minute dann der Ball vor die Füße fiel, zögerte er nicht lange. „Den habe ich perfekt getroffen, das kommt nicht so oft vor“, musste der Torschütze selbst schmunzeln.
Zuvor hatte er von der Bank aus ansehen müssen, wie der SV DJK Heufeld die spielbestimmende Mannschaft war. „Wir haben in der Mitte keinen Zugriff gekriegt, da hat’s teilweise ganz schön gebrannt“, analysierte Herzog. So tauchte Heufeld schon in der ersten Halbzeit dreimal alleine vor Konrad Seidinger auf, der Torwart erwischte aber einen Sahnetag. „Da tut es gut, wenn du wenigstens einen davon machst“, wusste auch Heufelds Trainer Hans Waldhör.
Seine Mannschaft verzweifelte erst am Torhüter – und hatte in der 115. Minute auch noch Pech, als ein Schuss aus kurzer Distanz gegen die Latte knallte. „Wenn du 115 Minuten in den Knochen hast und merkst, du rennst gegen eine Wand, dann ist das der Punkt, an dem du verzweifelst“, resümierte Waldhör, der aber auch eingestand, dass Eiselfing „in gewissen Situationen ein bisschen männlicher“ war.