Kranzberg – Lange hat es im Relegationshinspiel um die Fußball-Bezirksliga zwischen dem SV Kranzberg und der SG Reichertsheim-Ramsau/Gars nach einem Duell ausgesehen, in dem ein einziger Moment entscheiden könnte. Beide Teams schenkten sich beim 1:1-Unentschieden wenig, suchten den Weg nach vorne, klare Chancen blieben über weite Strecken jedoch aus. Erst in der Schlussphase waren beide Teams je einmal erfolgreich – die SG RRG konnte eine Führung dabei nicht halten.
Kranzbergs Kapitän Florian Edlhuber beschrieb die Partie später als „intensives Spiel“. Es habe nicht viele Torchancen gegeben, einige nach Standards, in der zweiten Halbzeit dann auch nach Kontern. „Ich denke, wir haben uns im Mittelfeld einigermaßen egalisiert“, sagte Edlhuber. Sein Fazit: „Ein sehr geiles Spiel.“ Auch die SG RRG wusste vor dem Anpfiff nicht ganz genau, was sie in Kranzberg erwarten würde. Klar war nur: Der Gegner kommt über Zweikämpfe, Körperlichkeit und Einsatz. Genau darauf war die Mannschaft eingestellt. Dominik Geigenscheder sprach später von einer „kämpferisch starken Mannschaft“. Seine Einschätzung: „Ich finde, da haben wir gut dagegengehalten.“
Nach einer umkämpften ersten Halbzeit blieb das Spiel auch nach der Pause eng. Kranzberg wirkte zweikampfstark, die Gäste hielten dagegen und suchten nach Lücken. Die Entscheidung schien lange auf sich warten zu lassen. Dann kam die 80. Minute – und Dominik Geigenscheder stand plötzlich im Mittelpunkt. Rund 20 Minuten zuvor war er eingewechselt worden. Dann lief er am ersten Pfosten ein und drückte den Ball irgendwie über die Linie. Schön war es vielleicht nicht, wichtig dafür umso mehr. „Mit dem Oberschenkel“, sagte Geigenscheder über seinen Treffer. „Durchgelaufen auf den ersten und dann irgendwie noch reingedrückt.“
Für die SG RRG war es der Moment, auf den sie lange hingearbeitet hatte. Geigenscheder selbst freute sich vor allem darüber, der Mannschaft geholfen zu haben. „Mega“, sagte er. „Reingekommen und dann gleich da sein. Ganz wichtig.“ Nach der späten Führung war die Ausgangslage für die Gäste plötzlich noch besser. Doch lange durfte Reichertsheim-Ramsau/Gars nicht jubeln. Nur zwei Minuten später antwortete der SV Kranzberg. Nach einer Hereingabe von der Seite war Florian Edlhuber am zweiten Pfosten zur Stelle. Der Kapitän brachte den Ball zum Ausgleich im Tor unter und sorgte dafür, dass die Partie noch einmal komplett offen war. Edlhuber selbst beschrieb die Szene eher bescheiden. „Jojo bringt den halt saugeil von der Seite rein, richtig weit“, sagte er. Er selbst habe am zweiten Pfosten gestanden und dann auch etwas Glück gehabt. Für Kranzberg war der Treffer enorm wichtig – auch mit Blick auf das Rückspiel.
Vor der Partie hatte sich der SV Kranzberg nach außen eher in der Außenseiterrolle gesehen. Nach den 90 Minuten wollte Edlhuber diese Einschätzung aber nicht mehr ganz so deutlich stehen lassen. „Ich glaube, heute hat man gesehen, dass wir relativ gleichwertig sind“, sagte der Kapitän. Für das Rückspiel erwartet er deshalb ein Duell auf Augenhöhe: „Ich denke, es ist ein 50/50-Spiel.“
Am Ende blieb es beim 1:1. Für die SG Reichertsheim-Ramsau-Gars ist das eine solide Ausgangslage vor dem Rückspiel am Samstag (13. Juni) um 15 Uhr vor heimischem Publikum. Der Sieger des Relegationsduells steigt in die Bezirksliga auf – entsprechend viel steht im zweiten Aufeinandertreffen auf dem Spiel. Geigenscheder konnte mit dem Ergebnis leben, auch wenn nach der späten Führung natürlich mehr möglich gewesen wäre. „Nachdem wir 1:0 vorne waren, könnte man schon sagen, dass wir da auch gern mit dem Sieg runtergegangen wären“, sagte er. Insgesamt sei die SG aber „recht zufrieden“.
Für das Rückspiel erwartet der 21-Jährige noch einmal eine Steigerung in Sachen Intensität. Der Platz daheim sei etwas kleiner, Kranzberg habe gezeigt, wie stark es in den Zweikämpfen sei. „Ich denke, es wird noch mal mehr ein Fight als heute“, sagte Geigenscheder. Entscheidend werde sein, wer mehr Willen auf den Platz bringt, die wenigen Chancen nutzt und defensiv stabil bleibt. Auch die Fans könnten im Rückspiel wieder eine wichtige Rolle spielen. Schon in Kranzberg war die Unterstützung der Reichertsheimer deutlich zu hören. „Ist mega, die sind immer dabei, die machen immer Stimmung“, sagte Geigenscheder. Daheim hofft er nun auf noch mehr Rückhalt.
SV Kranzberg: Kerciku, Hammerl, Hüttner, Peis, T. Kopp, Edlhuber, Lühr, M. Kopp, Edlböck, Gebhard, S. Schredl – eingewechselt: T. Schredl, Cicek, Schleypen, Walter, Ademi.
SG Reichertsheim-Ramsau/Gars: Fischer, Holzhammer, Fischberger, Schaberl, Kohwagner, Wieser, Ma. Vital, Neumaier, Hundschell, Oberbauer, Mi. Vital – eingewechselt: Baumgartner, Michel, Geigenscheder, U. Hubl, S. Hubl.
Schiedsrichter: Silas Kempf (FC Bayern München).
Zuschauer: 477.
Tore: 0:1 Geigenscheder (80.), 1:1 Edlhuber (82.).