Marian Arnu mischt vorne mit

von Redaktion

Rosenheimer Kanufahrer holt in Tschechien dreimal Edelmetall

Roudnice – Bei den Mitteldeutschen Meisterschaften im tschechischen Roudnice haben sich die Rosenheimer Slalomkanuten mit zahlreichen starken Platzierungen behaupten können. Allen voran der 18-jährige Marian Arnu, der es sowohl im Kajak-Cross, im Kajak-Sprint als auch im Canadier-Einer mit dem dritten Platz auf das Podium schaffte. Maxi Scott sorgte beim Kajak-Sprint mit dem zweiten Platz für eine echte Überraschung.

Zu dem bundesoffenen Rennen reiste allerdings nur ein kleines Trio des Kajak Klubs Rosenheim ins nordböhmische Roudnice nad Labem: Marian Arnu, sein Bruder Jonathan sowie Maxi Scott. Ausgerichtet wurde der traditionsreiche Wettkampf wie jedes Jahr von der SG Kanu Meißen. Der Slalomkanal in Roudnice nad Labem entstand bereits in den 1960er-Jahren, als der ortsansässige Kajakverein die dortige Floßschleuse in eine Wildwasserstrecke umbaute. Das gesamte Kanalbett ist heute mit Schienen für variable RapidBloc-Hindernisse ausgestattet, diese ermöglichen eine flexible Umgestaltung der Strecke. Davon wurde in diesem Frühjahr erstmals seit einigen Jahren wieder Gebrauch gemacht, was die Anlage technisch anspruchsvoller machte und die Rosenheimer Fahrer zwang, sich neu auf den Slalomkurs einzustellen. Die Strecke zählt zu den meistgenutzten Wettkampfstätten im deutschen Kanuslalom-Kalender – im Herbst 2025 fand dort die deutsche Meisterschaft statt, der Deutschlandcup ist regelmäßig zu Gast, ebenso der ECA-Cup für den Nachwuchs.

Der Wettkampf begann mit einem Kajak-Cross. An den zwei Tagen darauf folgte jeweils ein vollständiger Slalomwettkampf mit zwei Läufen, am dritten Tag gab es zusätzlich einen Sprint. Mit mehr als 350 Einzelstarts und Paddlern aus über 30 Vereinen platzte die Veranstaltung aus allen Nähten. Der große Zulauf erklärte sich auch damit, dass eine Woche später der Deutschlandcup im nur eine halbe Stunde entfernten Veltrusy stattfand – viele Teams nutzten Roudnice als Vorbereitung und kombinierten beide Reisen.

Marian Arnu
mischt vorne mit

Das stärkste Rosenheimer Ergebnis konnte Marian Arnu einfahren, er bewies einmal mehr seine große Vielseitigkeit. In der neuen olympischen Disziplin, dem Kajak-Cross, kämpfte er sich bis ins Finale vor und belegte dort den dritten Rang. Auch in den klassischen Kanuslalom-Disziplinen wusste er zu überzeugen. Im Canadier-Einer konnte er ebenfalls einen dritten Platz verbuchen, im Kajak belegte er den fünften Platz. Im abschließenden Kajak-Sprint auf halbierter Strecke mit nur acht Toren fuhr er auf den dritten Platz. Ein rundes Wochenende für Marian Arnu gegen ein starkes Feld, in dem die Tagessieger Pascal Brandenburg (BSV Halle) und Jakob Ungvari (LKC Leipzig), beides Nationalmannschaftsfahrer, den Ton angaben.

Auch die beiden anderen Rosenheimer Starter zeigten klar aufsteigende Form: Maxi Scott (K1 männlich U16) belegte erst den zehnten Rang und verbesserte sich am Tag darauf auf den sechsten Platz. Im Sprint überzeugte er besonders: Mit 27,55 Sekunden ohne Strafpunkte erreichte er in der Altersklasse U16 den zweiten Platz. Jonathan Arnu (K1 männlich U16) zeigte mit dem achten Rang eine seiner besten Platzierungen in einem MDM-Lauf, am Tag darauf folgte der neunte Rang. Beim Kajak-Cross zog er in den Time Trials sicher in das Halbfinale ein, wo er als Vierter jedoch ausschied. Der Sprint verlief mit vielen Strafpunkten nicht nach Wunsch.

Für das kleine Rosenheimer Team war Roudnice ein gelungener Saisonblock: gute Platzierungen, breite Wettkampferfahrung über drei Disziplinen und wertvolle Vorbereitung auf den unmittelbar folgenden Deutschlandcup in Veltrusy. re

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