Quarantäne bremst Werndl-Geschwister

von Redaktion

Jessica von Bredow-Werndl und Benjamin Werndl mussten deutsche Meisterschaft vorzeitig beenden

Balve/Aubenhausen – Wie im richtigen Leben verläuft auch im Sport nicht immer alles nach Plan, selbst wenn die Vorbereitung optimal ist. Jessica von Bredow-Werndl mit Times Kismet und Benjamin Werndl mit Quick Decision waren hoffnungsvoll nach Balve im Sauerland gereist, um sich der deutschen Top-Konkurrenz zu stellen. Doch im Grand Prix, der Einlaufprüfung der deutschen Meisterschaften beim Balve Optimum, hatte sich Quicks ungewohnt müde und unmotiviert gezeigt. Der Reiter zerbrach sich den Kopf, was der Grund sein könnte. Am nächsten Tag war die Erklärung gefunden: Der zehnjährige Quaterhall-Sohn litt unter einem fiebrigen Infekt. Werndl zog seinen Start für den Grand Prix Special zurück.

Es versteht sich von selbst, dass ein krankes Pferd nicht belastet wird und schon gar nicht an einem Wettkampf teilnimmt. Auf internationalen Turnieren ist die tierärztliche Kontrolle zu Beginn, des „Vet-Check“, deshalb Pflicht. Das Messen der Temperatur gehört ohnehin zur täglichen Gesundheitskontrolle. Fieber gilt als ein Alarmzeichen, denn es begleitet nicht nur kleinere Unpässlichkeiten, sondern auch gefährliche, ansteckende Infektionskrankheiten. Um die mögliche Ausbreitung einer Infektion zu verhindern, sind Schutzmaßnahmen vorgeschrieben. Quick Decision kam in Absprache mit seinem Reiter und der betreuenden Mannschaftstierärztin Dr. Anna Rötting sofort in Quarantäne. Seine Boxennachbarn, Jessica von Bredow-Werndls elfjährige Ampère-Tochter Times Kismet und Lisa Müllers elfjähriger Millenium-Sohn Gut Wettlkam’s Mondrian, waren zwar fieberfrei und ohne Krankheitssymptome, wurden aber vorsorglich ebenfalls isoliert. Sie hatten ja direkten Kontakt mit dem erkrankten Quicks und hätten sich theoretisch anstecken können.

Am Abend gab es eine erste Entwarnung. Durch einen Schnelltest konnten Herpes, Influenza und Druse bei allen drei Pferden ausgeschlossen werden. Sie standen aber weiter unter Beobachtung in Quarantäne. Um keinerlei Risiko einzugehen, durften Times Kismet und Mondrian während des Turniers nicht auf dem Vorbereitungsplatz geritten werden und auch nicht mehr starten. „Das tut mir für die Reiterinnen sehr leid“, betonte Werndl. Seine Schwester trug ihre Enttäuschung mit Fassung. „Was man nicht ändern kann, muss man annehmen. Auch wenn’s sehr schwerfällt“, ist der Doppel-Olympiasiegerin bewusst.

Das Wohlergehen und die Gesundheit der Pferde sind das Wichtigste. Zum Glück hatte sich Quicks wohl nichts Schlimmeres eingefangen.

Die Temperatur war schon am zweiten Tag der Quarantäne wieder gesunken. „Man geht jetzt von einem kleinen Infekt aus, bei dem das Fieber genauso schnell wieder verschwindet, wie es gekommen ist“, berichtete der Championatsreiter. Quicks bekomme die notwendige Erholungszeit, um wieder zu 100 Prozent fit zu werden.

Berufung in den
Perspektivkader

Für die Werndl-Geschwister war das vorzeitige Turnierende besonders bitter, weil die deutschen Meisterschaften gleichzeitig die erste offizielle Sichtung für die diesjährigen Weltmeisterschaften in Aachen waren. Immerhin gab es eine ermutigende Nachricht. In seiner Sitzung im Rahmen des Balve Optimum entschied der Dressurausschuss über die Neubesetzung des deutschen Kaders. Jessica von Bredow-Werndl mit Times Kismet und Benjamin Werndl mit Quick Decision wurden in den Perspektivkader berufen, der die erweiterte Weltspitze abbildet. Ende Juni steht für die jüngeren Nachwuchspferde aus Aubenhausen der Start in Brunnthal im Turnierkalender. Eine Woche später soll es mit den Zukunftshoffnungen Kiss und Quicks zur zweiten WM-Sichtung im Rahmen des internationalen Nationenpreis-Dressurturniers in Hagen am Teutoburger Wald gehen. Dort wird hoffentlich alles nach Plan laufen.

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