Eisschnellläufer: Starke Leistungen auf dem Rad

von Redaktion

Lennart Jasch feiert Profi-Debüt, Julia Bachl nach Knöchelverletzung positiv überrascht

Inzell – Die ehemaligen Inzeller Eisschnellläufer haben bei verschiedenen Rad-Wettkämpfen sehr gute Ergebnisse erzielt. So wurde Lennart Jasch bei seinem Profi-Debüt im Schweizer Tudor-Team auf der Rundfahrt Auvergne-Rhone-Alpes 16. in der Gesamtwertung. Seine Schwester Maira Jasch, die nur im Sommer Radrennen fährt, sorgte beim Rennen in Kopenhagen für gute Leistungen mit ihrem Team Rembe-Rad-Net. Für Julia Bachl war der Einstieg nach ihrer Verletzungspause bei zwei Testrennen äußerst erfolgreich: Sie entschied zweimal die Frauenwertung sowie das Mixed-Team-Rennen für sich.

Für Lennart Jasch stand die Rundfahrt Auvergne-Rhone-Alpes an, sein erster Einsatz als Profi in der Worldtour. Die einwöchige Rundfahrt gehört zu den wichtigsten und gilt für viele Fahrer als Generalprobe für die Tour de France. „Daher war ich schon etwas nervös bei meinem Einstand als Profi“, gibt der 25-Jährige zu. „Allgemein ist die Woche persönlich sehr gut gelaufen, auch wenn es sehr hart war, acht Tage lang täglich Rennen auf diesem Niveau zu fahren. Ich konnte viel lernen und wichtige Erfahrung für die Zukunft sammeln“, fährt Jasch fort. Am Ende kam er auf den 16. Gesamtplatz und wurde bester Deutscher. Auf der sechsten Etappe erreichte er mit dem zehnten Platz sein bestes Ergebnis. „Da ich eigentlich als Helfer an den Start gegangen bin, hätte ich mir nicht erträumt, dass es so gut für mich läuft“, freut sich der Bad Endorfer und meint abschließend: „Ich war ganz schön kaputt, bin aber jetzt wieder in der Lage, wie ein normaler Mensch zu denken und zu reden.“ Nun träumt Jasch, irgendwann bei der Tour de France zu starten, allerdings stehen als Nächstes die deutschen Meisterschaften im Zeitfahren Ende Juni an.

Seine Schwester Maira war beim Copenhagen-Sprint mit ihrem neuen Team Rembe-Rad-Net zum ersten Mal international am Start. Die Eisschnelllauf-Langstrecken-Spezialistin schlug sich dabei wacker, hatte allerdings auch Pech. „Ich bin 110 Kilometer in der Spitzengruppe gefahren und dann leider im Kreisverkehr gestürzt. Durch meinen Reflex als Eisschnellläuferin bin ich gleich wieder aufgestanden und konnte das Loch wieder zufahren“, schildert die 21-Jährige die Situation. „Leider wurden wir 40 Kilometer vor dem Ziel eingeholt und am Ende gab es einen Massensprint, wo ich als Langstreckler ja nicht viel zu suchen habe, aber das war auch so zu erwarten“, resümiert Maira Jasch. Letztendlich kam sie auf den 84. Rang, war aber trotzdem zufrieden: „Ich bin super happy für die Erfahrung und dass das Team mir diese Möglichkeit gegeben hat.“

Für Julia Bachl aus dem niederländischen Frauen-Team NWVG-cycling ging es nach ihrer Bänderverletzung zum „Red-Race-One-Twenty“ Rennen, mit zwei sehr unterschiedlichen Renntagen. Am ersten Tag stand ein Teamzeitfahren auf dem Programm, bei dem es verschiedene Wertungen für Männer, Frauen und Mixed-Teams gab. Die erzielten Zeiten entschieden über die Startaufstellung für den zweiten Tag. „Ich war gemeinsam mit dem Münchner Rennteam ‚Dünne Arme – Dicke Beine‘ mit meinen Freunden am Start. Für das Teamzeitfahren hatten wir uns natürlich eine Taktik zurechtgelegt und das Ziel war klar: Wir wollten uns einen Platz ganz vorne für den zweiten Renntag sichern“, berichtet die 23-Jährige. Die Taktik ging auf, das Team gewann das Zeitfahren und sie sicherte sich die Frauenwertung mit rund 24 Sekunden Vorsprung. „Dass es so gut laufen würde, hatte ich nicht erwartet. Nach meinem Bänderriss war ich mir nicht sicher, wie belastbar mein Knöchel bereits wieder ist“, freut sich die Inzellerin. Am zweiten Tag warteten 127 Kilometer mit über 2.000 Höhenmetern. Bachl gewann erneut die Frauenwertung mit rund neun Minuten Vorsprung und auch im Mixed-Team blieb sie erfolgreich. „Besonders am zweiten Tag war ich selbst überrascht, wie stark ich mich über die gesamte Distanz gefühlt habe“, erklärt sie überglücklich und blickt voraus: „Mit diesem positiven Gefühl freue ich mich auf die Saison gemeinsam mit einem holländischen Team.“ shu

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