Rosenheim – Fünf Wochen nach dem letzten Saisonspiel in der Fußball-Landesliga Südost mit dem entscheidenden Tor zur Meisterschaft in der fünften Minute der Nachspielzeit bestreitet der TSV 1860 Rosenheim sein erstes Match zur Vorbereitung auf die neue Spielzeit in der Bayernliga Süd. Dabei testen die Sechziger am Samstag gleich doppelt: Um 11 Uhr geht es gegen den Liga-Konkurrenten FC Pipinsried, ehe um 16 Uhr der Landesligist FC Unterföhring als Gegner aufkreuzt. Beide Partien finden auf dem Sportgelände des ESV Rosenheim an der Hochgernstraße statt.
Das Muster mit zwei Vorbereitungsspielen an einem Wochenende zieht sich für die Mannschaft von Trainer Wolfgang Schellenberg durch die gesamte Vorbereitung. Am 27. Juni gastieren die Rosenheimer um 11.30 Uhr beim Bayernligisten SV Heimstetten und erwarten dann um 18 Uhr den 1. FC Fuchsstadt aus Unterfranken, der in der abgelaufenen Saison aus der Landesliga Nordwest abgestiegen ist. Am ersten Juli-Wochenende geht es dann am Samstag zum Bayernligisten SV Kirchanschöring, ehe am Sonntag das Heimspiel gegen den Landesligisten SV Aubing auf dem Plan steht. Und zum Abschluss gibt es am 11. Juli Gastspiele beim Landesligisten TSV Dachau 1865 und beim Bayernligisten FC Deisenhofen. „Wir wollen dem gesamten Kader möglichst viel Spielzeit verschaffen“, erklärt 1860-Coach Schellenberg diesen Vorbereitungsplan.
Er hat viele bekannte Gesichter beim Trainingsstart begrüßen dürfen. Aus dem Kader der Meistermannschaft haben sich Simon Fischer und Florian Grundner verabschiedet, die sich schon im Winter für einen Wechsel zum Mitaufsteiger TSV Wasserburg entschieden haben – legt man alleine die Leistungen in der Rückrunde zugrunde, dann sind diese ein herber Verlust für die Sechziger. Fischer und Grundner hatten großen Anteil am Aufstieg, bildeten die beiden jungen Akteure eine unglaublich starke Innenverteidigung. Und so gibt es bei den Neuen auch zwei Spieler, die für den zentralen Abwehrbereich eingeplant sind. Bei Rückkehrer Marcel Martens weiß man, dass er gut in die Mannschaft passen wird. Allerdings fiel der 20-Jährige, der bei der SpVgg Unterhaching auf einen Drittliga-Einsatz und 42 Landesliga-Spiele kam, zuletzt auch länger verletzt aus. „Wir müssen schauen, wie lange er braucht, bis er zur alten Form kommt“, sagt Schellenberg. Lucian Schirbl (20) war ebenfalls nur bedingt im Einsatz. Für den FC Sportfreunde Schwaig bestritt er fünf Bayernliga-Spiele, für den TuS Geretsried keines. Zuvor war er im Nachwuchs von Wacker Burghausen. „Er hat ambitionierte Ziele und muss jetzt zeigen, dass er dazu in der Lage ist“, urteilt der Trainer, der sich auch wieder im eigenen Nachwuchs umschaut und Christoph Hilger in der Vorbereitung genau testen wird.
Neu in Rosenheim ist Kevin Kuffel, der vom Bezirksligisten TSV Ampfing kommt. Der 20-Jährige erzielte in der vergangenen Saison fünf Treffer für die Schweppermänner. „Er war in Ampfing Leistungsträger, muss sich aber erst einmal ans Tempo gewöhnen“, weiß Schellenberg, findet aber gut, dass Kuffel „schon drei Jahre Herrenfußball gespielt hat“. Ein Rückkehrer ist der junge Mittelfeldspieler Diego Iglesias Vasquez, der bei den Sechzigern im Nachwuchs spielte. Er war zuletzt in Ungarn, plagte sich da aber mit einem Kreuzbandriss herum. „Ein super Kicker“, urteilt Schellenberg, „er muss aber erst einmal im Herrenbereich Fuß fassen“.
Schellenberg macht keinen Hehl daraus, dass er sich gerne noch erfahrenere Spieler gewünscht hatte, glaubt aber nicht, „dass sich noch etwas tut“. Zumindest ist man auf der Torhüterposition ordentlich aufgestellt. Simon Stein ist nach Verletzungspause wieder zurückgekehrt, Muck Riedmüller neu hinzugekommen. Der 22-Jährige war zuletzt beim VfB Hallbergmoos ins zweite Glied gerutscht und soll nun an der Jahnstraße den Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten beleben.tn