Der Traum von der Meisterschaft

von Redaktion

Mit Davis-Cup-Spielern und Top-100-Profis startet Rosenheims Tennisteam in die 54. Bundesligasaison

Rosenheim – Wenn Anfang Juli die erste Tennis-Bundesliga in ihre 54. Saison startet, wird die Konkurrenz einmal mehr von Weltklassespielern geprägt. Grand-Slam-Teilnehmer, Davis-Cup-Spieler und zahlreiche ATP-Top-100-Profis schlagen in Deutschlands höchster Spielklasse auf.

Mittendrin: das Team Marc O`Polo Rosenheim, das sich längst als feste Größe in der Bundesliga etabliert hat. Die Zielsetzung für 2026 ist klar: Gegen die stärksten Mannschaften Deutschlands bestehen und bis in die Schlussphase der Saison um die Spitzenplätze mitspielen.

Dabei lohnt sich zunächst ein Blick zurück. Die beste Platzierung der Vereinsgeschichte gelang 2024, als Rosenheim als Tabellenvierter bis kurz vor Saisonende sogar von der Meisterschaft träumen durfte, generell hat sich die Mannschaft in den mittlerweile sechs Jahren dauerhaft in der erweiterten Spitzengruppe der Liga etabliert. Nur einmal, in 2022, musste man bis zum Schluss kämpfen, um in der Liga zu bleiben, was in dieser hochkompetitiven Liga schnell gehen kann. Sonst konnte immer der Klassenerhalt mit komfortablem Abstand gesichert werden.

Der Kader für 2026 vereint erneut viele der langjährig bekannten Spieler mit ein paar Verstärkungen an einigen Stellen, alle auf internationalem Topniveau. Angeführt wird das Team dieses Jahr von einer neuen Nummer eins, dem Chilenen Cristian Garin, der bereits einmal die Nummer 17 der Weltrangliste war. Der Sandplatzspezialist konnte bereits fünf Titel auf der ATP Tour gewinnen, darunter auch die BMW Open in München in 2019, und erreichte 2022 das Viertelfinale in Wimbledon. Dahinter kommen mit Nikoloz Basilashvili und Sebastian Ofner zwei verdiente Rosenheimer Größen, die sich beide nach langen Verletzungen aktuell wieder zurück in die erweiterte Weltspitze spielen und gute Ergebnisse in den letzten Wochen einfahren konnten. Tatsächlich trennt sie zu diesem Zeitpunkt nur ein Platz in der Weltrangliste, der Österreicher befindet sich auf Position 111 und der Georgier auf 112. Weitere Neuverstärkungen aus dem südamerikanischen Raum sind der Bolivianer Hugo Dellien, der Peruaner Bueno Gonzalo sowie der Brasilianer Thiago Seyboth Wild, bekannt von den French Open 2023, als er überraschend die damalige Nummer zwei der Welt, Daniil Medvedev, in der ersten Runde besiegen konnte. Der Rest der Einzelspieler besteht aus vielen bekannten Gesichtern, wie zum Beispiel Ugo Blanchet, Lorenzo Giustino, Federico Gomez und Thiago Monteiro.

Besonders im Doppel will man diese Saison stark sein und hat dort mit dem Publikumsliebling Manuel Guinard und dem Neuzugang Lucas Miedler die besten Voraussetzungen. Beide befinden sich aktuell in den Top 25 der Doppelweltrangliste und haben auch jeweils mit ihren Partnern dieses Jahr schon ein ATP Turnier gewonnen.

Die Bundesliga 2026 ist möglicherweise stärker besetzt als je zuvor. Gleich mehrere Vereine haben Mannschaften zusammengestellt, die mit ATP-Tour-Events konkurrieren können. Als Favoriten sind wohl wieder die drei Teams aus Großhesselohe, Bredeney und Gladbach zu nennen, die wie so oft am tiefsten in die Tasche greifen. Die Münchner stellen zum Beispiel mit Luciano Darderi den bestplatzierten Spieler der Liga (Nummer 16 der Welt) und Bredeney hat wie in den letzten Jahren bereits fast alle deutschen Topspieler unter Vertrag. Auf dem Papier am stärksten ist eindeutig Gladbach, acht Top- 100-Spieler finden sich dort in der Meldeliste – diese recht teure Strategie ist aber schon in den letzten Jahren häufig nicht aufgegangen. Bei den restlichen Teams kommt es immer ein bisschen darauf an, wie sie am Ende wirklich aufgestellt sind. In der Theorie kommen immer auch noch weitere Mannschaften wie Aachen, Köln und Neuss in Frage, wenn es um den Meistertitel geht, wirklich vorhersagen lässt sich wenig. Auch zum Beispiel die Aufsteiger aus Augsburg haben mit Stefanos Tsitsipas einen echten Weltstar auf der Meldeliste, ob dieser aber auch wirklich zum Einsatz kommt, ist fraglich.

Beginnen wird die Saison für die 60er am 5. Juli beim SCC Berlin, die durch ihren Aufstieg letztes Jahr nach Jahrzehnten auch einmal wieder die Hauptstadt in der Bundesliga vertreten. Hier gilt es für die Rosenheimer, gleich zu punkten, die Berliner sind eher als schwächerer Gegner einzuschätzen. Am Freitag darauf folgt dann gleich das erste Heimspiel gegen Neuss, bevor es dann auswärts in Bredeney weitergeht. Insgesamt fünf Heimspiele stehen in dieser Saison auf dem Programm – und wie jedes Jahr liegt der Fokus ganz klar auf diesen Spielen. Viele Zuschauer werden erwartet und man will den Fans, die schon so oft lautstark zum Sieg beigetragen haben, wieder eine gute Show bieten. Tickets können bereits online auf der Vereinswebsite der Rosenheimer erworben werden.

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