Aufholjagd bringt WM-Bronze

von Redaktion

Kajak Klub Rosenheim bei Wildwasser-Weltmeisterschaft: Maria Weber steht in Banja Luka auf dem Podest

Banja Luka – Bei der Wildwasser-Weltmeisterschaft im bosnischen Banja Luka hat sich Maria Weber vom Kajak Klub Rosenheim mit starken Leistungen auf internationaler Bühne präsentiert und gemeinsam mit dem deutschen Team eine Bronzemedaille gewonnen.

Bereits die Vorbereitung auf die Wettkämpfe gestaltete sich schwierig. Aufgrund von Hochwasser und stark schwankenden Wasserständen konnte der tatsächliche Rennpegel vor Ort nicht trainiert werden. Die anspruchsvolle Strecke führte durch einen Canyon auf dem Fluss Vrbas. Die Wildwasserpassage dauerte etwa acht Minuten, bevor die Athleten auf ein rund neunminütiges Flachwasserstück wechselten. Gerade dieser Abschnitt verlangte den Sportlerinnen enorme Ausdauer ab und die Bereitschaft, bis zum Ziel an die Belastungsgrenze zu gehen.

Für Maria Weber bestand das erste große Ziel darin, sich für das deutsche Team im Mannschaftsrennen zu qualifizieren. Dort dürfen pro Nation nur die drei besten Sportlerinnen an den Start gehen. Schon im Vorfeld war klar, dass dies angesichts der starken Konkurrenz innerhalb des deutschen Teams keine leichte Aufgabe werden würde. Im Einzelrennen erwischte Weber jedoch einen hervorragenden Tag. Sie konnte über ihre Grenzen gehen und eine direkte Teamkollegin auf der rund 17 Minuten langen Strecke um elf Sekunden distanzieren. Damit sicherte sie sich die Nominierung für das Mannschaftsrennen. Im internationalen Vergleich belegte sie den 17. Platz. Das beste deutsche Ergebnis erzielte Sophia Schmidt aus Köln mit dem vierten Rang.

Im Mannschaftsrennen kommt es neben der individuellen Stärke besonders auf die richtige Taktik an. Während des Rennens wird ständig die Führungsposition gewechselt, um auf dessen Bootswelle Kräfte zu sparen. Anhand der Einzelplatzierungen galt das deutsche Team nicht als Favorit auf einen Medaillenrang. Andere Nationen waren auf dem Papier deutlich stärker besetzt. Dennoch war allen bewusst, dass zunächst einmal ein perfektes Teamrennen gefahren werden musste. Bis zur Hälfte des Rennens lag Deutschland noch auf Rang fünf. Auf England fehlten sechs Sekunden, auf Frankreich fünf Sekunden. Im langen Flachwasserabschnitt mobilisierten die deutschen Sportlerinnen noch einmal alle Reserven und starteten eine beeindruckende Aufholjagd.

Im Ziel durfte schließlich gejubelt werden: Das deutsche Team sicherte sich den dritten Platz und damit die Bronzemedaille. Der Vorsprung auf England betrug eine Sekunde. Auf Silber, das an Tschechien ging, fehlten nur fünf Sekunden. Weltmeister wurde Italien.

Am dritten Wettkampftag standen die Sprint-Einzelrennen auf dem Programm. Bereits im ersten Lauf zeigte Weber ihr Können und belegte den achten Platz. Im zweiten Lauf musste sie unter die besten zehn fahren, um sich für das Finale der Top 15 zu qualifizieren. Kurz vor dem Ziel geriet sie jedoch in ein Kehrwasser und konnte den daraus resultierenden Fahrfehler nicht mehr korrigieren. „Meine Linie war nicht ideal und schon war es passiert. Schade, denn es wäre durchaus möglich gewesen, sich für das Finale zu qualifizieren“, blickte Weber mit etwas Wehmut zurück. Am Ende wurde sie Zwölfte und verpasste das Finale um lediglich eine halbe Sekunde. Dennoch war sie die drittschnellste Deutsche und wurde damit auch für das Sprint-Mannschaftsrennen nominiert.

Dieses folgte nach den Einzelfinals. Gemeinsam mit Maria Weber gingen Luisa Puttkammer, die im Einzel-Finale Silber gewonnen hatte, sowie Alina Zimmer, die Rang acht belegte, für Deutschland an den Start. Der Sprintkurs war mit einer Fahrzeit von rund einer Minute kurz, aber technisch äußerst anspruchsvoll. Besonders das Kehrwasser kurz vor dem Ziel stellte viele Teams vor Probleme. Ausgerechnet dort verlor das deutsche Team wertvolle Zeit, als Luisa Puttkammer die Verbindung zu ihren Teamkolleginnen nicht mehr halten konnte. Trotz eines engagierten Rennens reichte es am Ende knapp nicht für eine weitere Medaille. Deutschland belegte den vierten Platz und verpasste das Podest nur hauchdünn.

Für Maria Weber und den Kajak Klub Rosenheim bleibt die Weltmeisterschaft dennoch ein großer Erfolg. Mit der Bronzemedaille im Mannschaftsrennen und starken Einzelplatzierungen konnte die Rosenheimerin zeigen, dass sie auch auf höchstem internationalem Niveau konkurrenzfähig ist.

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