Zehn Liter gegen Hitze

von Redaktion

Lennart Jasch trotzt den Temperaturen in Thüringen

Streufdorf/Bad Liebenstein – Die Geschwister Maira und Lennart Jasch aus Bad Endorf haben bei den deutschen Meisterschaften im Straßenradsport erneut auf sich aufmerksam gemacht. Bei den Bewerben in Streufdorf und Bad Liebenstein in Thüringen kam Lennart Jasch in seinem zweiten Rennen als Profi auf den zweiten Platz. Seine Schwester Maira wurde bei den Frauen Zwölfte.

Die Männer mussten sieben Runden über insgesamt 191,1 Kilometer bewältigen, pro Runde wurden 570 Höhenmeter überwunden. In einem spannenden Schlussspurt musste sich Jasch vom Schweizer Tudor-Team nur Felix Engelhardt aus Senden bei Neu-Ulm geschlagen geben, Dritter wurde Nico Denz. „Es war ein schweres Rennen, vor allem wegen der Hitze als größter Faktor“, so der 25-jährige ehemalige Eisschnellläufer. Am Ende des Rennens waren es fünf Fahrer, die um den Sieg kämpften. „Die alle waren sehr stark“, meinte Jasch und verriet, wie er auf der Strecke mit der Hitze zurechtkam. „Viel Eis und pro Runde drei Flaschen Wasser, das sind hochgerechnet 21 Flaschen mit zehn Liter Wasser, die ich getrunken oder über den Körper gegossen habe“, erzählt er.

Am letzten Berganstieg spielte für Jasch die Taktik eine große Rolle. „Zum Teil war es reine Intuition, einfach auch schauen, wie fühlen sich die Beine an, gehe ich da mit? Dann habe ich nach der Bergwertung versucht, noch eine „All in Attacke“ zu fahren, habe aber relativ schnell gemerkt, dass es nicht mehr ging. Das hätte ich beinahe teuer bezahlt“, gab der 25-Jährige zu. In der Abfahrt hat schließlich jeder mal attackiert. „Wir haben eingesehen, dass es nichts bringt und auch ziemlich gefährlich ist. Wir haben uns alle geeinigt, es auf einen Sprint ankommen zu lassen“, erklärt Jasch die Situation.

Die Attacke von Engelhardt startete der Sendener aus einer fast aussichtslosen Situation. „Das war zumindest mein Problem. Eigentlich hat es ganz gut geklappt und ich bin als Dritter in die Kurve gefahren, um dann den Sprint anzufahren. Aber Felix kam mit so viel Speed von hinten und ich musste warten, bis er und ein anderer vorbei waren – dann war es leider zu spät und ich bin immerhin noch Zweiter geworden“, so der Jung-Profi.

Für Lennart Jasch waren es bereits die dritten deutschen Meisterschaften seiner Karriere, allerdings die ersten als Profi. „Ich bin erfahrener gegenüber den vergangenen Jahren geworden und auch ein wenig selbstbewusster. Ich bin ja damals auch als Development-Fahrer gefahren. Langsam finde ich mich mit allem zurecht“, meinte Jasch abschließend.

Für Maira Jasch ging es im Elite-Rennen der Frauen über 109,2 Kilometer, zu fahren waren aufgrund eines Sturzes im vorigen Rennen nur vier Runden. Die 21-Jährige kam auf den zwölften Platz. „Es war ein schweres Rennen und das bei Temperaturen von 38 Grad“, so Jasch. Trotz der Verkürzung mussten die über 100 Teilnehmerinnen an die 2.000 Höhenmeter überwinden. „Das hatte es in sich, je Runde ein elf Kilometer langer Berg. Schließlich kamen nur 34 Fahrerinnen ins Ziel.“ Mit ihrem Team Rembe-rad-net konnte sie auf eine sehr gute Mannschaftsleistung bauen. „Unter den schweren Umständen war ich mit meiner Leistung und dem Ergebnis sehr zufrieden“, sagte die Eisschnellläuferin. Sie wird nun an der „Vier-Länder-U23-DM“ teilnehmen und dann auf das Inzeller Sommereis gehen und das Fahrrad wieder gegen die Schlittschuhe tauschen.

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