Die heiligen Hallen öffnen die Tore

von Redaktion

Blick ins logistische Nervenzentrum: Red Bull-BORA-hansgrohe bereitet sich auf Tour de France vor

Raubling – Hinter den Kulissen vom Raublinger Radrennstall Red Bull-BORA-hansgrohe läuft längst die heiße Phase der Tour-de-France-Vorbereitung. Das Team hinter dem Team arbeitet im logistischen Nervenzentrum, damit zum Grand Départ jedes Detail stimmt. Unser exklusives Video nimmt Sie mit an einen Ort, der für Außenstehende normalerweise verborgen bleibt – dorthin, wo die Grundlage für drei Wochen Hochleistungssport geschaffen wird.

Bevor der erste Kilometer auf dem Asphalt absolviert wird, muss eine gewaltige logistische Herkulesaufgabe bewältigt werden. Im Service Course, dem zentralen Zwischenlager des Rennstalls, lagert das komplette Material: Fahrzeuge, Laufräder, Ersatzräder, Bekleidung, tausende Trinkflaschen, Verpflegung und hochmodernes technisches Equipment. Alles wird sorgfältig katalogisiert, verpackt und in die Trucks sowie Begleitfahrzeuge verladen, bevor sich der gesamte Tross auf den Weg zum Tourstart macht.

Während viele Teams auf die Verpflegung der Hotels angewiesen sind, überlässt Red Bull-BORA-hansgrohe nichts dem Zufall und reist mit einer eigenen mobilen Küche an. Im Kitchen-Truck werden Frühstück und Abendessen täglich frisch zubereitet. Während der hintere Bereich als Speiseraum für Fahrer und Betreuer dient, wird vorne auf Induktionsfeldern gekocht. So hat das Team genau im Blick, was die Profis zu sich nehmen.

Jeder Athlet verfügt über einen eigenen, maßgeschneiderten Fuhrpark. Vier bis fünf fahrbereite Straßenräder sowie zwei bis drei Zeitfahrräder stehen pro Fahrer bereit. Auch bei den Laufrädern gibt es für jedes Streckenprofil die passende Variante – von federleichten Modellen für die Bergetappen bis hin zu aerodynamischen Hochprofilfelgen für flache Highspeed-Abschnitte. Interessantes Detail aus der Werkstatt: Die High-Tech-Rennräder kratzen extrem nah am vom Weltradsportverband (UCI) vorgeschriebenen Mindestgewicht von 6,8 Kilogramm. Bei kleineren Rahmenhöhen müssen die Mechaniker teilweise sogar Zusatzgewichte montieren, um überhaupt an den Start gehen zu dürfen.

Nicht nur das Material der Fahrer ist auf dem neuesten Stand der Technik. Die Begleitfahrzeuge fungieren während des Rennens als mobile Kommandozentralen. Von den Sitzen aus analysieren die Sportlichen Leiter das Renngeschehen in Echtzeit, halten permanenten Funkkontakt zu den Fahrern und passen die Renntaktik sekundenschnell an. Um den dafür essenziellen Live-TV-Stream sowie alle Renndaten unterbrechungsfrei zu empfangen, verfügen die Fahrzeuge über eine redundante, leistungsfähige Satelliten-Internetverbindung, die sich aus mehreren Systemen speist.

Besonderes Augenmerk gilt den Zeitfahrrädern. Diese Spezialmaschinen sind konsequent auf Aerodynamik getrimmt und unterscheiden sich drastisch von klassischen Straßenrädern. Individuell im Windkanal angepasste Cockpits, maßgeschneiderte Sitzpositionen und millimetergenaue Einstellungen sollen im Kampf gegen die Uhr den entscheidenden Vorsprung herausholen.

Zum Auftakt der Frankreich-Rundfahrt präsentiert das Team auch sein neues, exklusives Tour-de-France-Outfit. Das Design setzt in diesem Jahr verstärkt auf elegante Blautöne und Weiß. Ein subtiles Detail offenbart sich jedoch erst bei genauem Hinsehen: Eine dezent eingearbeitete „13“ erinnert an die mittlerweile 13. Teilnahme des Rennstalls an der wichtigsten Grand Tour des Jahres.

Der enorme Aufwand im Hintergrund ist beträchtlich. In den kommenden drei Wochen wird sich zeigen, ob sich die akribische Vorbereitung auszahlt – das große Ziel ist klar definiert: das Gelbe Trikot auf den finalen Kilometern zu verteidigen.

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