Rosenheim – Die Tennisspieler von 1860 Rosenheim starten am Sonntag in die neue Saison der Bundesliga. Bevor die Rosenheimer zum Aufsteiger nach Berlin reisen, hat die OVB-Sportredaktion zwei der Macher bei den Sechzigern getroffen. Thomas Detterbeck, Vorstand Bundesliga, und Abteilungsleiter Dieter Dörfler sprechen über…
…den Auftakt: „Wir freuen uns schon, die Anlage zu besichtigen. Keiner von uns hat die vorher gesehen“, sagt Detterbeck. Und Dörfler nimmt die sportliche Einschätzung vor: „Natürlich sind wir Favorit. Aber unterschätzen tun wir es nicht, auf keinen Fall.“
…den ersten Ausfall: „Einen haben wir, der hat sich erst kürzlich verletzt. Ugo Blanchet hat einen Bänderriss und fällt komplett aus. Das nervt ein bisschen, weil er uns für etliche Spiele zugesagt hatte“, meint Detterbeck. Es ist aber kein Vergleich gegenüber dem Vorjahr: „Da war es ein bisschen heftiger, da haben wir fünf, sechs verletzte Spieler gehabt. Ich hoffe, dass wir heuer besser über die Runden kommen.“
…den Kader zum Start: „Für Sonntag sollten wir eigentlich ein richtig gutes Team aufgestellt haben“, sagt Dörfler. Gerade die Doppel sollten gut beisammen sein. Jiri Vesely ist dabei, auch Neuzugang Gonzalo Bueno spielt wohl auf. Und es gibt noch viele Möglichkeiten, eventuell auch Sebastian Ofner, der in Wimbledon in der zweiten Runde ausgeschieden ist. Auch Hugo Dellien oder Federico Gomez stehen zur Auswahl. Letzterer wäre dann für Einzel und Doppel eingeplant. „Das ist natürlich schon immer ein Pfund, wenn du sagst, du hast einen Einzelspieler, der gleichzeitig auch im Doppel richtig gute Performance abliefern kann“, weiß Detterbeck. Vielleicht ist auch Cristian Garin mit dabei, da hat der Berater aber noch das letzte Wort.
…die neue Nummer eins: „Drei-, viermal“, hofft Detterbeck, soll Neuzugang Cristian Garin für die Sechziger auflaufen, „möglichst bei Heimspielen“. Zuletzt spielte der Chilene, der auch schon die Nummer 17 der Weltrangliste war, beim TC Großhesselohe. „Da habe ich nur positive Sachen gehört. Dass der sich wirklich immer voll reinhaut für die Mannschaft. Der hat zweimal die BMW Open gewonnen, das kommt nicht von ungefähr“, sagt Dörfler.
…die Stärke im Doppel: „Mittlerweile haben wir fünf, die überragend Doppel spielen können. Unabhängig von drei Top-40-Spielern in der Doppel-Weltrangliste haben wir ja noch den Paulson und den Gomez. Also, von dem her ist das schon eine Bank“, weiß Dörfler. Und er fügt schmunzelnd an: „Den Lucas Miedler haben wir ja nicht nur wegen seiner DJ-Qualitäten geholt, sondern weil er die Nummer 24 der Welt im Doppel ist. Aber er ist mit Sicherheit auch der beste DJ der Liga.“
…die bisherige Saisonbilanz der Rosenheimer Spieler: „Nikoloz Basilashvili hat in Rom so richtig überzeugt. Das war natürlich Wahnsinn, wie der den Shelton geschlagen hat. Und gegen den Rublev war er eigentlich auch der bessere Spieler. Ich habe Rublev noch nie so im Verteidigungsmodus gesehen“, schwärmt Detterbeck von der Rückkehr des Georgiers, der nun schon länger in Diensten der Sechziger ist. „Der hat wirklich Lust, für uns zu spielen. Hier hat er Unterstützung, und das genießt er.“ Auch bei Neuzugang Thiago Seyboth-Wild hat der Rosenheimer genau hingeschaut. „Der war ja auch schon unter den ersten 50 in der Rangliste dabei. Er hat sich dann verletzt und hat jetzt gerade einen Challenger gewonnen.“
…den Spieler, auf den man besonders achten sollte: Gonzalo Bueno. Der 22-jährige Peruaner ist neu bei den Rosenheimern. „Der ist schon ganz oben dabei und ist gerade auf dem aufsteigenden Ast“, sagt Dörfler. Er beschreibt die aktuelle Nummer 182 der Tennis-Welt als „Sandplatzwühler“ und erklärt seine Schnelligkeit als großes Plus. Sein Urteil für die Zukunft des jungen Südamerikaners: „Das ist mit Sicherheit ein künftiger Top-100-Spieler!“
…die Zielsetzung: „Dadurch, dass es nur zehn Mannschaften sind, gibt es nur vorne dabei sein oder gegen Abstieg spielen. Und dann bin ich lieber vorne dabei“, erklärt Dörfler. Detterbecks großer Wunsch: „Drei Spieltage vor Ende schon mal einen gesicherten Tabellenplatz belegen.“ Dörfler geht es etwas optimistischer an: „Ich glaube schon, dass wir so lange wie möglich vorne dabei sein können.“ Er setzt auf den Teamgeist, der in Rosenheim seit vielen Jahren groß ist. Dann kommt es auch dazu, „dass sich die Leute aufopfern, wenn du eine gute Stimmung in der Mannschaft hast“. Die Hoffnung beruht auf dem Endspurt: „Hinten raus hast du eventuell eine Bombenmannschaft, wenn du zum Beispiel einen Napolitano, Bueno oder Giustino und dann noch zwei Doppelspieler da hast. Dann bist du an den letzten zwei, drei Spieltagen echt brandgefährlich. Und dann machst du vielleicht noch die Punkte, die dich nach vorne bringen.“
…die Heimspiele: Fünf Begegnungen bestreiten die Rosenheimer heuer zu Hause an der Pürstlingstraße. Den Auftakt macht am Freitag, 10. Juli, die Partie gegen Blau-Weiß Neuss. Weitere Heimspiele sind am Sonntag, 19. Juli, gegen Kurhaus Aachen, am Sonntag, 26. Juli, gegen den Gladbacher HTC, am Sonntag, 2. August, gegen Aufsteiger TC Augsburg Siebentisch und am Freitag, 7. August, gegen den Kölner THC. Die Spiele am Freitag beginnen um 13 Uhr, die Sonntagspartien starten um 11 Uhr. „Für die Zuschauer wäre es natürlich Wahnsinn, wenn bei Neuss die beiden Cousins kommen“, sagt Detterbeck. Die Franzosen Valentin Vacherot und Arthur Rinderknech gehören mit zu den Top-Spielern der Liga. Die meisten Spitzen-Akteure vereint Gladbach in seinem Kader – und auch die Mannen vom Niederrhein kommen an die Mangfall. „Natürlich ist Gladbach ein Meisterschaftsfavorit“, sagt Detterbeck. Auch Aachen hat einige Top-100-Spieler im Aufgebot. Und bei Augsburg ist Stefanos Tsitsipas dabei. „So ein Name in Rosenheim ist natürlich schon etwas für die Zuschauer“, weiß Dörfler.
…die Favoriten: Den stärksten Kader hat – wie immer eigentlich – Gladbach. Allerdings könnten sich dort mehrere Top-Spieler zum Saisonende hin zu den Turnieren nach Amerika aufmachen und so beim Titel-Endspurt fehlen. „Ich finde auch Aachen brutal, Neuss, Gladbach, Großhesselohe“, sagt Detterbeck. „Wenn ich jetzt einen Tipp abgeben müsste, dann würde ich sagen: Großhesselohe macht das Rennen. Weil die halt im Doppel richtig stark sind.“ Bei den Münchnern, bei denen Christopher Kas in entscheidender Position mit im Boot sitzt, steht Luciano Darderi auf Nummer eins, im Kader befindet sich auch Deutschlands große Hoffnung Justin Engel.
…die Budgetfrage: Die Kosten sind gestiegen, das bekommen auch die Verantwortlichen bei den Vereinen der Tennis-Bundesliga zu spüren. „Das liegt jetzt nicht einmal so an den Spielern, es liegt einfach an den Flügen und Reisekosten. Alles, was drumherum ist, ist viel, viel teurer geworden.“ Die Sechziger stehen beim Budget nicht im oberen Bereich, sehen sich aber gerüstet. Detterbeck: „Da müssen wir uns auch bei unseren Sponsoren im Rosenheimer Raum bedanken.“
…Veränderungen am Heimspieltag: Die Gastronomie ist etwas anders aufgeteilt, ansonsten bleibt Vieles bewährt. So auch die Tombola bei den Heimspielen. Und am ersten Spieltag gibt es auch die Saisonkarte zum Preis von 75 Euro zu kaufen. Tickets für die Sechziger-Spiele sind auch auf der Online-Plattform Eventim zu erwerben.