Rosenheim – Nach einem wahren Tennisspektakel hat der TC 1860 Rosenheim den zweiten Sieg im zweiten Spiel der Bundesligasaison gegen stark aufgestellte Gäste aus Neuss erzielt. Wie schon im ersten Spiel gegen Berlin hieß das Ergebnis am Ende 4:2 für die Rosenheimer, die selbst beinahe in Bestbesetzung gespielt haben, was sich voll und ganz ausgezahlt hat.
Die Zuschauer erlebten besonders in den Einzeln starke Leistungen der Gastgeber, die de facto auf jeder Position Spieler mit Top-100-Potenzial zum Zuge kommen ließen. Zu Beginn gab gleich Sebastian Ofner sein Saisondebüt, der sich freute, wieder für seinen langjährigen Verein zu spielen – und auch einige österreichische Fans auf die Anlage gezogen hat. Mit dem Tschechen Dalibor Svrcina hatte er auf dem Center Court dann wenige Probleme und gewann routiniert mit 6:4, 6:2. Parallel gab der Brasilianer Thiago Seyboth Wild sein generelles Debüt für 1860 und machte es sogar noch deutlicher als Ofner. Gegen den Ex-Rosenheimer Daniel Galan zeigte Wild, warum er bereits einmal in den Top 60 der Welt stand und siegte klar mit 6:2, 6:2. In der zweiten Runde wurde es dann etwas enger und es stand das Topmatch des Tages an. Für Neuss ging an Position 1 mit Arthur Rinderknech einer der aktuell bestplaziertesten Spieler der ganzen Liga ins Rennen, der Franzose rangiert aktuell auf Position 28 der Weltrangliste. Doch für Rosenheim stand auf der anderen Seite mit Nikoloz Basilashvili ein Spieler desselben Kalibers und so entwickelte sich zur Freude der Zuschauer die erwartete Spitzenpartie. Diesmal hatten die Gäste das bessere Ende, Rinderknech gewann knapp mit 7:5, 6:4. Damit nicht zu viel Druck auf den Doppeln lag, musste am Nebenplatz Stefano Napolitano gewinnen – und der Italiener enttäuschte die Heimfans nicht. 7:5, 6:2 bezwang er den Ukrainer Vitaly Sachko. Somit stand es 3:1 und ein Doppel fehlte noch zum Sieg.
Hier hatten die Rosenheimer mit Manuel Guinard, Lucas Miedler und Petr Nouza gleich drei ausgewiesene Doppelspezialisten in den Reihen, wodurch man mit Selbstvertrauen in die restlichen Spiele gehen konnte. Miedler konnte dann ebenfalls in seinem Debüt für Rosenheim gleich mit Petr Nouza zusammen den Siegpunkt holen, gegen Svrcina/Barranco gewannen sie mit 6:1, 7:6. Guinard/Seyboth Wild verloren zwar im anderen Doppel gegen Rinderknech/Seggerman mit 3:6, 4:6, doch dies war nur noch eine Formsache am Ende.
Somit geht Rosenheim tatsächlich noch ungeschlagen in die dritte Saisonpartie, was schon einmal viel Druck rausnimmt, und wodurch man sich für diese Saison tatsächlich nach oben orientieren kann. Ein wichtiges Puzzlestück für diese Ausrichtung nach oben wird nun gleich das nächste Spiel am Sonntag werden, es geht auswärts gegen den amtierenden deutschen Meister TC Bredeney. Die Essener sind bis dato auch ungeschlagen, taten sich aber wie schon Rosenheim überraschend schwer gegen die Aufsteiger aus Berlin. Die Sechziger können sich also einiges ausrechnen, wenn sie in einer ähnlich starken Aufstellung spielen, doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass man Bredeney niemals unterschätzen darf – besonders im Doppel.bsr