Aalen – Es waren Bilder, wie sie den Sport besonders machen. Jubelnde Zuschauer entlang der Aalener Innenstadt, tausende Fans an der Strecke und mittendrin ein Mountainbike Racingteam, das beim Heim-Weltcup nicht nur sportlich überzeugte, sondern auch einen emotionalen Schlusspunkt unter die Erfolgsgeschichte von Titouan Perrin-Ganier setzte.
Mit Marion Fromberger auf Rang zwei bei den Frauen und einer geschlossenen Mannschaftsleistung der Männer gehörte das Heimteam erneut zu den prägenden Mannschaften des UCI Mountain Bike Eliminator World Cups. Gleichzeitig stand der Renntag ganz im Zeichen des Abschieds von Titouan Perrin-Ganier. Der amtierende Weltmeister absolvierte vor den Fans seines Teams sein letztes großes Weltcuprennen und wurde nach dem Finale unter großem Applaus gefeiert. „Titouan war viele Jahre weit mehr als nur einer unserer Fahrer. Er war Weltmeister, Teamkollege, Freund und Vorbild. Er wird auch weiterhin Teil des Racingteams sein, wir werden ihn auch Rennen fahren sehen. Aber ich bin auf jeden Fall stolz, dass er genau hier in Aalen mit seinem Weltmeistertrikot nochmals in Topform auflaufen konnte“, sagte Teamchef Steffen Thum.
Sportlich sorgte vor allem Marion Fromberger erneut für Begeisterung. Die deutsche Meisterin bestätigte ihre Konstanz und stand bereits zum vierten Mal in Folge bei einem internationalen Großereignis auf dem Podium. Vor heimischer Kulisse musste sie sich lediglich der italienischen Ausnahmefahrerin Gaia Tormena geschlagen geben. „Am ID-jump war ich ganz nah dran an Gaia, da hätte ich mich vermutlich vorbeidrücken müssen. Aber ich bin in Aalen in den Vorjahren auch schon gestürzt, ein zweiter Platz im Weltcup ist großartig und ich bin sehr glücklich mit meinem Rennen. Ich habe mich komplett auf mich selbst konzentriert und wusste, dass ich mein Maximum abrufen muss. Die Stimmung entlang der Strecke war einfach unglaublich und hat mich durch jede einzelne Runde getragen“, sagte Fromberger nach ihrem zweiten Platz.
Auch bei den Männern zeigte das Mountainbike Racingteam seine mannschaftliche Stärke. Simon Gegenheimer kämpfte sich trotz Rückenproblemen bis in die entscheidende Phase des Rennens und belegte am Ende Rang sieben. Gemeinsam mit Edvin Lindh, der das kleine Finale gewann, sowie Weltmeister Titouan Perrin-Ganier standen gleich drei Fahrer des Racingteams im kleinen Finale um die Plätze fünf bis acht. „Simon hat die gesamte Woche mit starken Rückenschmerzen zu kämpfen gehabt. Dass er unter diesen Voraussetzungen dennoch so ein Rennen fährt, verdient höchsten Respekt. Edvin bestätigt nach seinem schwedischen Meistertitel seine aufsteigende Form und auch Titouan hat noch einmal gezeigt, warum er über viele Jahre die prägende Persönlichkeit unseres Sports war“, ordnete Thum die Leistungen seiner Mannschaft ein. „Mit Titouan verbindet mich weit mehr als nur der Rennsport. Wir sind viele Jahre gegeneinander gefahren und später gemeinsam für dasselbe Team gestartet. Ihn heute bei seinem Rennen in Aalen begleiten zu dürfen, war etwas ganz Besonderes“, so Gegenheimer.re