Rosenheim – Einige Minuten hatte Wolfgang Schellenberg nach der Bayernliga-Auftaktpartie des TSV 1860 Rosenheim gegen den SV Schalding-Heining mit dem Schiedsrichter-Gespann gesprochen. Grund zur Beschwerde hat es für den Rosenheimer Trainer nach dem 2:2-Unentschieden nicht gegeben. Vielmehr hatte der Unparteiische dem Sechziger-Coach ein paar Worte mit auf den Weg gegeben. „Ihm ist aufgefallen, dass meine Jungs alle nach dem Spiel die Köpfe haben hängen lassen. Dabei hätten sie eigentlich ein super Spiel gemacht“, erzählt Schellenberg aus dem Gespräch. Der Rosenheimer Übungsleiter hatte es übrigens genauso gesehen: „Die haben ein ordentliches Spiel gemacht.“ Und er findet es positiv, „dass sie sich damit nicht zufriedengeben“. Denn: „Eigentlich wäre noch mehr drin gewesen.“
In der Tat: Denn nach dem Geschehen in der ersten Hälfte musste sich der Aufsteiger von der Mangfall schon ärgern, dass man gegen den etablierten Club aus Niederbayern nicht drei Punkte hierbehalten hatte. Aber die jungen Rosenheimer mussten in einigen Szenen kräftig Lehrgeld bezahlen und bekräftigten damit Schellenbergs Prophezeiungen im Vorfeld, dass eine Liga höher sämtliche Unkonzentriertheiten bitter bestraft werden.
Bei den 1860-Gegentoren zeigten die beiden Angreifer der Niederbayern ihre Kaltschnäuzigkeit. Beim 1:1 ließ sich der junge Thomas Flieher nicht mehr abdrängen, nachdem er Laurin Fürmeier an der Mittelauflage den Ball abgeknöpft hatte, und verwandelte eiskalt. Beim Führungstreffer der Gäste war der allseits bekannte Markus Gallmaier zur Stelle, als sich die Rosenheimer im Vorfeld zu sehr auf eine Schiedsrichter-Entscheidung verlassen hatten, während die Niederbayern die Gelegenheit nutzten und weiterspielten.
Bis zum 1:1 waren die Rosenheimer das bessere Team, die Führung von Edis Muhameti auch verdient. Der Stürmer sicherte sich den Ball nach einem gescheiterten ersten Versuch clever und schoss ein. Muhameti setzte damit seinen guten Lauf aus der Landesliga-Rückrunde auch nach der Sommerpause fort. Nach dem Rückstand blieb der Sechziger-Sturmlauf zwar aus, aber Edon Xhelili stand im Anschluss an einen Eckball goldrichtig und traf vom Sechzehner per Flachschuss ins Eck. Beinahe wäre den Hausherren sogar noch der Siegtreffer gelungen, aber ein Schuss des einmal mehr vorzüglich aufspielenden Zaeem Syed ging knapp am Pfosten vorbei.
Schellenberg hatte sich im Vorfeld der Partie für Jaro Gleißenberger im Rosenheimer Tor entschieden. „Er war im Endeffekt der Konstanteste in der Vorbereitung, hat seine Sache seriös runtergespielt“, erklärte der Trainer die Entscheidung. Es spielte wohl auch eine Rolle, dass Gleißenberger in der Landesliga-Frühjahrsrunde auch zumeist zwischen den Pfosten stand und dort fehlerlos agierte. Im Abwehrzentrum waren die Rückkehrer Marcel Martens und Laurin Fürmeier aufgelaufen, wobei es Letzteren schon wieder zum Studium in die Vereinigten Staaten zieht. „Marcel hat überragend gespielt“, lobte Schellenberg, auch Fürmeier, wenn man den individuellen Fehler abzieht: „Man darf nicht vergessen, dass das für die Bayernliga schon gute Stürmer sind, gegen die sie spielen mussten.“
Auf der linken Abwehrseite musste der Rosenheimer Coach frühzeitig wechseln, nachdem sich Deniz Ünal mit Magenproblemen in die Kabine verabschiedete. „Ich gehe davon aus, dass er am Wochenende spielen kann“, sagt Schellenberg. Für Ünal kam übrigens Xhelili ins Spiel – aufgrund des Ausgleichstreffers ein guter Griff des Trainers.
TSV 1860 Rosenheim: Gleißenberger, Khong-In, Fürmeier (70. Hilger), Martens, Ünal (34. Xhelili), Syed, Gangloff (50. Liam Markulin), Tutic (70. Summerer), Elgathous, Noah Markulin (79. Papapicco), Muhameti.
Schiedsrichter: Riedel (FC Horgau).
Zuschauer: 491.
Tore: 1:0 Muhameti (38.), 1:1 Flieher (43.), 1:2 Gallmaier (66.), 2:2 Xhelili (83.).tn