München – Für den Hohenthanner Julian Bell schließt sich ein Kreis: Der 23-Jährige trägt nun wieder das Trikot des TSV 1860 München. Nach seinen Stationen bei der U21 des FC Augsburg, der SpVgg Bayreuth und zuletzt bei der BSG Chemie Leipzig kehrt der Defensivspieler zu jenem Verein zurück, bei dem er einen großen Teil seiner fußballerischen Ausbildung verbrachte. Bei den Löwen soll Bell in einer jungen Mannschaft Verantwortung übernehmen.
„Die Emotionen sind unbeschreiblich“, sagt Bell gegenüber beinschuss.de nach seiner Rückkehr nach München. „Zurück in die Heimat. Es kommen alte Gefühle hoch, wenn ich aufs Gelände gehe. Ich sehe Gesichter, die ich in der ganzen Jugend gesehen habe. Es ist der Verein, der mir immer am Herzen lag, der mich geprägt hat und der wie die Faust aufs Auge zu mir passt.“
Bell, geboren in Rosenheim, begann seine Karriere beim TSV Hohenthann-Beyharting, ehe er zum TSV 1860 Rosenheim wechselte. Danach führte es ihn das erste Mal an die Grünwalder Straße 114. 2023 folgte der Transfer zur U21 des FC Augsburg und zwei Jahre später wechselte er zur SpVgg Bayreuth. Bell sammelte anschließend weitere Erfahrungen in der Regionalliga Nordost beim Fanmagneten Chemie Leipzig. Dort entwickelte sich der vielseitig einsetzbare Abwehrspieler weiter und lernte den Fußball in einer anderen, körperlich anspruchsvollen Regionalliga kennen. Diese Erfahrungen will er nun bei den Löwen einbringen.
„Ich habe mittlerweile in der Regionalliga eine gewisse Erfahrung und schon einige schwierige Spiele gemacht. Ich habe auch vor vollen Stadien gespielt. Gerade das Grünwalder Stadion mit seinen Fans wird oft unterschätzt. Wenn die Wand auf dich zukommt, ist das etwas Besonderes.“ Der TSV 1860 München befindet sich nach dem bitteren Abstieg in einer Phase des Neuaufbaus. Für Bell war genau das jedoch kein Grund, ein Angebot auszuschlagen – im Gegenteil.
„Ein Löwe ist ein Kämpfertier.“ Die Gespräche mit den Verantwortlichen seien dabei unkompliziert verlaufen. „Es war für mich einfach. Es war gegenseitiger Respekt.“ Da zahlreiche erfahrene Spieler den Verein verlassen haben, sieht Bell seine Rolle klar definiert. Mit seinen Einsätzen in verschiedenen Regionalligen möchte er Verantwortung übernehmen.
„Dadurch, dass die Mannschaft aktuell sehr jung ist und ich schon viele Spiele in der Regionalliga habe, sehe ich mich schon als Führungsspieler und als wichtigen Spieler. Genauso werde ich meine Rolle angehen.“ Die Löwen sind aktuell im Umbruch und bauen eine neue Mannschaft auf. Gleichzeitig bleibt der 23-Jährige, der nach wie vor vom Profi-Fußball träumt, realistisch. „Unsere Aufgabe ist, jeden Tag, in jedem Training, in jedem Spiel alles zu geben, um bestmöglich in die Saison zu starten.“
Besonders freut sich Bell bereits auf die Duelle gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern. „Das Spiel gegen die kleinen Bayern, und das Derby gegen Unterhaching – das werden Spiele mit unglaublich viel Feuer. Sie werden die Stadt wieder mitnehmen. Für 60 und auch für mich werden das ganz besondere Begegnungen.“
Neben den sportlichen Gründen spielte auch die Nähe zur Heimat eine große Rolle. Familie und Freunde können ihn künftig wieder regelmäßig im Grünwalder Stadion unterstützen. „Das ist auf alle Fälle ein Pluspunkt. Meine Familie und meine Freunde können fast jedes Spiel kommen.“ Dass viele davon eingefleischte Löwen-Fans sind, macht die Rückkehr noch emotionaler: „Der Großteil meiner Familie und meiner Freunde ist durch und durch blau. Die haben das natürlich alle sehr emotional aufgenommen und sich total gefreut.“
Der Regionalliga-Auftakt für Bell und die Löwen ist am Samstag gegen Absteiger FC Schweinfurt 05.