„Möchte den Pokal in den Händen halten“

von Redaktion

Nach siebeneinhalb Jahren in Weiden stürmt Tomáš Rubeš künftig für die DEL2-Eishockeyspieler der Starbulls Rosenheim. Im Interview spricht der tschechische Spielmacher über sein Comeback nach schwerer Verletzung, den Wechsel ohne Berater und seine ambitionierten Ziele mit den Grün-Weißen.

München – Auf dem Rosenheimer Eis ist Neuzugang Tomáš Rubeš (33) bereits mehrfach gestanden – allerdings bislang nie im Trikot der Starbulls, sondern als Center der Blue Devils Weiden. Zum Beispiel auch beim Oberliga-Finale 2023: Damals zog Rubeš mit den Oberpfälzern im entscheidenden fünften Spiel den Kürzeren und verpasste den Aufstieg, während die Starbulls den Sprung in die DEL2 schafften. Ein Jahr später gelang schließlich auch Weiden der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse. In den beiden DEL2-Saisons hatte der Deutsch-Tscheche sogar das Kapitänsamt inne. Zur kommenden Saison schlägt Rubeš nun selbst seine Zelte in Rosenheim auf und verfolgt mit den Grün-Weißen ehrgeizige Ziele.

Willkommen in Rosenheim! Wie waren Ihre ersten Tage bei den Starbulls?

Sehr gut. Ich lerne gerade die Mannschaft, die Umgebung und die Stadt kennen. Bisher macht alles einen sehr positiven Eindruck.

Sie waren in dieser Woche zum ersten Mal auf dem Eis und haben mit der Mannschaft in München trainiert. Wie läuft es bisher?

Eigentlich wie in jeder Vorbereitung. Man muss sich erst an die neue Ausrüstung gewöhnen, am Anfang ist alles noch etwas steif. Nach meiner Verletzung im vergangenen Jahr war ich aber einfach froh, wieder aufs Eis zu können. Ich freue mich, dass ich wieder Schlittschuh laufen kann.

Sind Sie schon wieder bei 100 Prozent oder brauchen Sie noch etwas Zeit?

Ich würde sagen, ich bin bei etwa 95 Prozent und komme Schritt für Schritt wieder auf 100.

Das heißt, Sie werden zum Saisonstart einsatzbereit sein?

Ja, davon bin ich überzeugt.

Also auch schon in den Vorbereitungsspielen?

Ja, davon gehe ich aus.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die neue Saison bei den Starbulls?

Ich denke, wir haben eine wirklich gute Mannschaft und können einiges erreichen. Wenn alles zusammenpasst, wollen wir um die Spitzenplätze mitspielen.

Sie haben zuvor siebeneinhalb Jahre in Weiden gespielt. Was sind für Sie die größten Unterschiede zwischen beiden Vereinen?

Weiden ist ein kleinerer Klub. Vor zwei Jahren sind wir aus der Oberliga aufgestiegen. Die Halle ist kleiner und insgesamt ist alles etwas familiärer. Hier in Rosenheim wirkt vieles noch professioneller. Und natürlich hoffe ich, dass wir hier eine noch stärkere Mannschaft haben.

Sie kennen Rosenheim noch aus gemeinsamen Oberliga-Zeiten. Wie haben Sie den Verein damals als Gegner wahrgenommen?

Rosenheim gehörte immer zu den besten Teams. Ich hoffe, dass wir diese Rolle auch in Zukunft bestätigen und wieder ganz vorne mitspielen.

Mit den Blue Devils zogen Sie im Oberliga-Finale 2023 gegen Rosenheim den Kürzeren und ein Jahr später schafften Sie selbst den Aufstieg in die DEL2. Wie blicken Sie auf diese Zeit zurück?

Eine Finalniederlage ist natürlich immer schwer. Rückblickend glaube ich aber, dass wir damals noch nicht ganz bereit für die DEL2 waren. Das zusätzliche Jahr hat uns geholfen, uns weiterzuentwickeln und besser vorbereitet zu sein. Ein Jahr später haben wir den Aufstieg geschafft – manchmal braucht eben alles seine Zeit.

Die vergangene Saison in Weiden war schwierig. Sie haben sich früh verletzt, auch viele andere Spieler fielen aus. Trotzdem hat die Mannschaft den Klassenerhalt geschafft. Wie haben Sie dieses Jahr erlebt?

Es war eine sehr harte Saison. Für mich war sie nach dem Spiel in Landshut im vergangenen November beendet. Zu diesem Zeitpunkt lagen wir noch etwa auf Rang sieben, aber die Liga war extrem eng. Ein paar Niederlagen reichen, um in der Tabelle abzurutschen. Genau das ist passiert. Der Kampf um den Klassenerhalt war schwierig, deshalb freue ich mich umso mehr, dass Weiden in der DEL2 geblieben ist und wir in dieser Saison wieder gegeneinander spielen.

Rosenheim hatte dagegen eine starke Hauptrunde, schied aber bereits im Viertelfinale aus. Wie beeinflusst eine gute Hauptrunde die Play-offs?

Die Play-offs sind eigentlich ein eigener Wettbewerb. Dort gibt es kaum Raum für Fehler. In der Hauptrunde kann man eine Niederlage noch korrigieren und an bestimmten Dingen arbeiten. In den Play-offs hat man diese Zeit nicht mehr. Deshalb ist es eine ganz andere Herausforderung.

Wie weit können die Starbulls Ihrer Meinung nach in der kommenden Saison kommen?

Natürlich wäre es schön, weiter zu kommen als im vergangenen Jahr. Es ist wichtig, sich von Saison zu Saison zu verbessern, und genau das ist unser Ziel.

Wie würden Sie sich bei den Fans als Spieler beschreiben?

Ich sehe mich eher als Spielmacher. Ich bin geduldig mit der Scheibe, habe einen guten Blick für das Spiel und versuche, Torchancen für meine Mitspieler zu kreieren. Natürlich möchte ich auch selbst Tore erzielen.

Wie lief der Kontakt zu den Starbulls vor der Verpflichtung?

Ich arbeite ohne Spielerberater. Deshalb habe ich Jari Pasanen direkt kontaktiert und ihm gesagt, dass ich verfügbar bin, falls Interesse besteht. Danach sind wir ins Gespräch gekommen und haben eine Lösung gefunden. Ich freue mich sehr, jetzt hier zu sein.

Das ist heutzutage eher ungewöhnlich. Die meisten Profis haben einen Berater.

Ja, aber ich würde es jedem empfehlen, keinen zu haben. Wenn man schon einige Jahre in der Liga gespielt hat und bleiben möchte, kennt man die Verantwortlichen ohnehin. Man kann direkt miteinander sprechen und weiß sofort, woran man ist.

Welche Botschaft möchten Sie den Fans in der Mangfallkurve mit auf den Weg geben?

Ich hoffe, dass ihr uns genauso unterstützt wie in der vergangenen Saison. Die Atmosphäre in Rosenheim war immer außergewöhnlich. Wir werden alles geben, damit ihr auch in Zukunft gerne in die Halle kommt.

Worauf freuen Sie sich in der kommenden Saison am meisten?

In erster Linie einfach darauf, wieder spielen zu können. Nach einer Verletzung möchte jeder Spieler möglichst schnell wieder aufs Eis. Außerdem freue ich mich auf das neue Umfeld, die neuen Mitspieler und natürlich darauf, das Trikot der Starbulls zu tragen.

Wenn wir nach der Saison wieder zusammensitzen – was müsste passiert sein, damit Sie sagen, es war eine erfolgreiche Saison?

Am Ende möchte man immer den Pokal in den Händen halten. Dabei belasse ich es.

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