Augsburg – Fünf Nachwuchspaddler des Kajak Klub Rosenheim (KKR) sind beim ECA Junior Slalom Cup in Augsburg an den Start gegangen – und haben in einem topbesetzten internationalen Feld für reichlich Rosenheimer Farbtupfer gesorgt. Das beste Ergebnis gehörte Marian Arnu, er paddelte im Kajak-Einer (K1) der U18-Klasse auf den dritten Platz. In der Gesamtwertung nach beiden Läufen wurde daraus der siebte Rang im Kajak und der fünfte Rang im Canadier (C1). Auch Jonathan Arnu und Maxi Scott steuerten Top-Ten-Läufe bei, während Luis Betz und Paul Albert in einem großen internationalen Feld reichlich wertvolle Wettkampferfahrung sammelten.
Los ging es mit dem Kajak-Cross, der actionreichen Kopf-an-Kopf-Disziplin, bei der jeweils vier Boote gemeinsam über eine Rampe ins Wasser starten. Hier vertraten Jonathan und Marian Arnu die Rosenheimer Farben. Jonathan Arnu (U16) qualifizierte sich in den Time-Trials als 14. für die K.-o.-Runden, gewann seinen Vorlauf souverän und schied erst im Viertelfinale mit dem vierten Rang aus. Bruder Marian Arnu (U18), der erfahrenere Kajak-Cross-Fahrer, war seiner Medaille noch näher: Als Vierter nach dem Einzelzeitfahren gestartet, gewann er sein Viertelfinale und erreichte so das Halbfinale, wo ihn der Fehlstart eines Konkurrenten und dessen regelwidrig gestattete Wiederholung des Starts so sehr aus der Ideallinie brachten, dass er wertvolle Zeit verlor und nur den dritten Rang belegte – knapp am Finale vorbei.
Im klassischen Kanuslalom überzeugte vor allem Marian Arnu: Nach seinem dritten Platz im ersten K1-Lauf lief es bei ihm am zweiten Tag mit Strafsekunden weniger rund, in der Addition beider Läufe reichte es in der Gesamtwertung dennoch für den siebten Platz. Im Canadier war er mit den Rängen sechs und fünf noch konstanter und beendete den Cup dort auf dem fünften Gesamtrang. Jonathan Arnu erreichte im K1 der U16 mit dem siebten Rang im ersten Lauf sein bislang bestes internationales Ergebnis, ehe ihn Strafsekunden im zweiten Lauf zurückwarfen; im Canadier blieb er ohne vergleichbaren Höhepunkt. Maxi Scott, der wie die beiden Arnus in beiden Bootsklassen startete, glänzte im Canadier: Der siebte Rang im zweiten Lauf und der neunte Platz in der Gesamtwertung brachten ihn in die vorderste Reihe der U16-Klasse; im Kajak blieb sein bestes Resultat mit dem 13. Rang im zweiten Lauf dahinter zurück. Luis Betz (U16) und Paul Albert (U18), beide ausschließlich im Kajak am Start, hatten es im auch zahlenmäßig stark besetzten Feld schwerer: Betz kam auf die Ränge 31 und 43 und wurde Gesamt-44., Albert erreichte die Plätze 21 und 23 und landete auf dem 24. Rang.
Ausgetragen wurde der Cup auf einer der geschichtsträchtigsten Strecken des Kanusports. Der Augsburger Eiskanal war 1972 im Rahmen der Olympischen Spiele Schauplatz der ersten olympischen Kanuslalom-Wettbewerbe – und zugleich die weltweit erste künstliche Wildwasserstrecke. Seit 2017 steht die Anlage unter Denkmalschutz, seit 2019 gehört sie als Teil des Augsburger Wassermanagement-Systems zum UNESCO-Weltkulturerbe. In der Szene gilt der Eiskanal manchen als eine Art Wimbledon des Kanuslaloms: Technisch nicht mehr taufrisch, sorgt die gewachsene Parkanlage mit Tribünen, Brücken und klarem, kühlem Lechwasser bei jedem Wettkampf für einzigartige Atmosphäre.re