1860: Der große Coup muss noch warten

von Redaktion

Rosenheimer Tennis-Bundesligaspieler mit nächstem Sieg – Ein Unentschieden reicht nun zur Meisterschaft

Rosenheim – Beinahe hätten die Tennis-Bundesligaspieler von 1860 Rosenheim schon die große Meistersause feiern können. Nach einem soliden 5:1-Heimsieg gegen Köln schaute das gesamte Clubheim des TC 1860 gespannt den Livestream vom letzten Doppel in Bredeney, wo ein Sieg für Mannheim bereits die deutsche Meisterschaft für die Sechziger bedeutet hätte. Jedoch fiel das Glück im Match-Tiebreak in Richtung Essen, das sich eng mit 10:8 den entscheidenden Sieg sicherte und damit die Titel-Entscheidung doch auf den Sonntag verschob. Hier hat es Rosenheim in Mannheim selbst in der Hand: Ein Unentschieden würde zur großen Sensation reichen.

Die Zeichen waren am Freitag eindeutig in Richtung Gastmannschaft gerichtet, Rosenheim hatte noch einmal eine richtig starke Mannschaft aufgestellt und war an jeder Position klarer Favorit gegen die abstiegsgefährdeten Kölner. Genau so sah es auch in der ersten Runde direkt aus, Stefano Napolitano an Position drei bestätigte weiterhin seine starke Form und gewann gegen den Schweden Olle Wallin klar mit 6:3 und 6:3. Der Italiener stellte damit auf eine 5:0-Einzelbilanz für diese Saison und ist ganz klar einer der wichtigsten Spieler für 1860. Parallel startete Federico Gomez gegen den Italiener Fabrizio Andaloro ähnlich stark, verlor aber dann im zweiten Satz – wie schon öfters diese Saison – den Fokus. Der Klassenunterschied war aber dann doch zu hoch und er gewann noch in zwei Sätzen mit 6:3 und 7:5.

Hugo Dellien bekam dann an Position eins seinen zweiten Einsatz für Rosenheim, er war zwei Tage davor extra noch vom ATP-Turnier in Kanada eingeflogen. Von Jetlag merkte man aber nichts bei ihm, gegen den zweiten Italiener in den Reihen der Kölner, Francesco Forti, dominierte er von Anfang an. 6:1 und 6:4 hieß es am Ende, damit gab es bereits ein schnelles 3:0 für die Gastgeber. Doch es wäre nicht die Tennis-Bundesliga, wenn es nicht mindestens einen Match-Tiebreak geben würde. Thiago Monteiro gab an Position vier sein Saison-Debüt für Rosenheim und legte mit 6:1 gegen den Franzosen Laurent Lokoli ähnlich los wie Dellien. Doch dann ließ sich der Kölner vom Heimpublikum anstacheln und spielte mit 6:3 groß auf. Das für ein Freitagsspiel große Publikum zwängte sich also ein weiteres Mal um Court 2, um einen Match-Tiebreak zu holen und Monteiro lieferte eng mit 11:9 erfolgreich ab.

Damit war die Partie mit 4:0 bereits entschieden, es zählte aber auch bei den Doppeln jeder Punkt für die Matchbilanz. Gomez/Nouza konnten gegen Dustin Brown und Michael Agwi solide mit 7:6 und 6:3 erfolgreich einen weiteren Punkt nach Rosenheim holen. Allerdings verloren Elias/Vesely im Spitzendoppel gegen Middelkopp/Gerch knapp mit 5:7 und 6:7 und somit ging auch ein Ehrenpunkt nach Köln.

Lange sah es parallel so aus, als ob Mannheim auch seinen Job erledigen würde, doch Bredeney schaffte es wie so oft, die Partie nach 0:2-Rückstand noch zu drehen, und bleibt damit mit zwei Punkten Rückstand auf den Fersen von Rosenheim. Die Rechnung ist nun ganz einfach: Ein Unentschieden reicht am Sonntag für die Sechziger, um Deutscher Meister zu werden. Dies ist aber keinesfalls ein Selbstläufer: Mannheim ist nie zu unterschätzen, besonders daheim – es wird aber auch davon abhängen, wie die Gastgeber aufstellen, da es für sie am letzten Spieltag um nichts mehr geht. Rosenheim wird noch einmal versuchen, die bestmögliche Mannschaft zu stellen, was aufgrund von Turnierverpflichtungen am letzten Spieltag immer eine Herausforderung ist. Bredeney hat mit Neuss eine vergleichbar leichtere Aufgabe und hat absehbar noch einmal stärkere Spieler da als am Freitag. Doch Rosenheim ist weiterhin ungeschlagen – und wenn es so bleibt, dann geht der Pokal tatsächlich an die Mangfall. Die Rosenheimer Verantwortlichen um Vorstand Dörfler und Manager Detterbeck sind ausnahmslos zuversichtlich.

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