Mannheim – Das Wunder ist perfekt: Der TC 1860 Rosenheim ist nach einer Glanzsaison ungeschlagen deutscher Tennis-Meister 2026. Mit einem 3:1 nach den Einzeln in Mannheim war der entscheidende Punkt zur Meisterschaft aus eigener Kraft gesichert. Da der Verfolger Bredeney parallel schon sicher gegen Neuss verloren hatte, konnten die Rosenheimer bereits früh jubeln und die Mannheimer Gastgeber haben dann direkt die Pokalübergabe auf dem Center Court ermöglicht. Damit schreibt nun auch die Tennisabteilung Rosenheimer Sportgeschichte. Da die deutsche Bundesliga unter Experten als stärkste Mannschaftsliga im Tennis weltweit gilt, kann der Verein extrem stolz sein.
In der ersten Runde musste Thiago Monteiro gegen den Spanier Bernabe Zapata Miralles spielen und ließ sich nichts vom Druck anmerken. Der Brasilianer spielte bis zum Ende solide durch und gewann klar mit 6:3 und 6:3. Hugo Dellien hatte am Center Court im Spitzeneinzel etwas mehr zu kämpfen, denn Lokalmatador Max Rehberg spielte angetrieben von den ungefähr 3500 Zuschauern ein starkes Niveau und erzwang mit 6:7 und 6:4 einen Match-Tiebreak. Doch auch viele Rosenheimer Fans hatten den Weg nach Mannheim gefunden und Dellien zeigte im entscheidenden Moment seine größere Erfahrung und sicherte mit 10:3 den zweiten Punkt für die Gäste.
Damit war der Grundstein gelegt und man brauchte nur noch einen weiteren Punkt zur Meisterschaft. Lorenzo Giustino konnten diesen an Position zwei nicht sichern, gegen den Spanier Daniel Rincon verlor er mit 6:7 und 1:6. Federico Gomez machte es dann am Center Court richtig spannend: Nachdem er den ersten Satz gegen Max Schönhaus mit 6:4 gewinnen konnte, verfiel er wie so oft in eine kreative Pause und verlor den zweiten Satz mit 3:6. Dann fand er genau zum richtigen Zeitpunkt doch wieder zu seinem Spiel und sicherte ganz eng mit 12:10 die Meisterschaft. Die Doppel waren dann zwar egal, doch erwähnenswert hier ist, dass die Rosenheimer Eigengewächse Tom Bremer und Noah Borges beinahe den Coup schafften und gegen Zapata Miralles und Tom Siebold mit 7:5, 2:6 und 8:10 nur hauchdünn von ihrem ersten Sieg in der Bundesliga entfernt waren. Das andere Doppel verloren Monteiro/Nouza kampflos, und so trennten sich die zwei Teams mit 3:3.
Der Rosenheimer Dank gilt primär den ganzen Helfern im Verein als auch den zahlreichen Sponsoren aus der Region, die das Ganze überhaupt ermöglichten. Auch die Spieler waren überglücklich und selbst diejenigen, die am Sonntag nicht dabei waren, waren per Telefon zugeschaltet und konnten mitfeiern. Diese Passion für die Mannschaft ist für die Profispieler, die ja sonst nur alleine auf der Tour unterwegs sind, nicht selbstverständlich und ein großer Faktor, der das Rosenheimer Team so stark macht. Das gewachsene Team unter der Regie von Kapitän Lukas Jastraunig steht füreinander ein und darf nun die Belohnung für eine grandiose Saison einheimsen.