Sekunden-Frust in Berlin

von Redaktion

Jakob Lange läuft trotzdem persönliche Bestzeit

Berlin – Berlin scheint ein gutes Pflaster für Jakob Lange zu sein. Der ehemalige Nordische Kombinierer, der inzwischen in den Laufsport gewechselt ist und für den PTSV Rosenheim startet, ließ bereits beim Halbmarathon Ende März als sechstbester Deutscher aufhorchen. Nun überzeugte der 31-jährige Flintsbacher erneut in der Hauptstadt.

Dort stand mit der Adidas Runners City Night ein hochklassig besetztes Straßenrennen über zehn Kilometer auf dem Programm. Neben einem Großteil der deutschen Mittelstrecken-Elite gingen auch einige internationale Top-Läufer an den Start. Lange, der Ende April mit seinem Sieg beim Leipzig-Marathon für Aufsehen in der Laufszene gesorgt hatte, erhielt aufgrund seiner starken Saisonleistungen eine Wildcard für den Elite-Startblock.

Diese Gelegenheit nutzte der Flintsbacher, um einen weiteren Trainingsreiz zu setzen und seine aktuelle Form im Hinblick auf sein großes Saisonziel zu testen: den Berlin-Marathon am 27. September. Das Männerfeld umfasste insgesamt 5.200 Läufer. Für Lange ging es vor allem darum, in diesem hochklassigen Leistungsbereich weitere Rennerfahrung zu sammeln. In seinem erst zweiten Straßenrennen über zehn Kilometer ließ es der Inntaler deshalb zunächst etwas kontrollierter angehen. Bis zum siebten Kilometer lief er taktisch klug in einer kleinen Gruppe und hielt dabei einen Schnitt von knapp 3:02 Minuten pro Kilometer. Danach zog sich das Feld zunehmend auseinander. Lange erhöhte das Tempo und drückte seinen Kilometer-Schnitt auf den letzten drei Kilometern auf 2:52 Minuten. Die Tempoverschärfung brachte ihm nicht nur mehrere Plätze in der Endabrechnung, sondern auch die fünftbeste Zeit aller Teilnehmer auf diesem Schlussabschnitt. Am Ende überquerte Lange nach 29:47 Minuten als 14. die Ziellinie und stellte damit eine neue persönliche Bestzeit auf.

„Schade, da habe ich zu Beginn doch ein paar Sekunden liegen lassen. Die letzten Kilometer haben sich jedoch sehr gut angefühlt. Ich bin mit dem Rennverlauf und der erzielten neuen persönlichen Bestzeit sehr zufrieden. Ich glaube, ich bin mit meiner bisherigen Vorbereitung auf den Berlin-Marathon auf einem guten Weg“, zeigte sich Lange nach dem Rennen zufrieden.

Ebenfalls stark präsentierte sich der zweite Starter des PTSV Rosenheim, Jakob Heindl. Mit einer Zeit von 31:09 Minuten belegte er den 34. Rang in der Gesamtwertung. Den Sieg sicherte sich der Äthiopier Kifle Kefyalew in neuem Streckenrekord von 28:00 Minuten. Dahinter folgten der beste deutsche Läufer Aaron Bienenfeld und der Brite Jake Smith.

Für Jakob Lange steht nun zunächst ein größerer Trainingsblock im heimischen Inntal an. Ende September wartet dann in Berlin die nächste große Herausforderung: Dort will der Flintsbacher seine persönliche Marathon-Bestzeit von 2:16:42 Stunden verbessern, die er im Februar 2026 beim Marathon im spanischen Sevilla aufgestellt hat.rap

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