Bahar in einer Reihe mit Messi und Kane

von Redaktion

Der Buchbacher Kapitän ist für das Tor des Monats in der ARD-Sportschau nominiert worden

Buchbach – Lionel Messi, Harry Kane, Samed Bahar – eine ungewöhnliche Aufzählung, doch aktuell wird der Buchbacher Kapitän aus der Regionalliga Bayern in einem Atemzug mit den Weltstars aus Argentinien und England genannt: Es geht um die Wahl zum Tor des Monats Juli in der ARD-Sportschau, in der auch noch der Frankfurter Torjäger Jonathan Burkardt und Sidney Lopes Cabral von der Nationalmannschaft Cap Verde mitmischen.

Dass es Bahar mit seinem Führungstreffer am 31. Juli im Spiel gegen Eichstätt in die Auswahl dieser illustren Gesellschaft geschafft hat, liegt natürlich an der Perfektion seines Treffers, den er bereits in der dritten Minute erzielt hat: Nach einem Einwurf von Jonas Wieselsberger und einer Kopfball-Abwehr der Eichstätter Defensive liegt die Buchbacher Nummer 8 quer in der Luft und katapultiert den Ball aus 14 Metern halbhoch neben den Pfosten. Riesenjubel auf den Tribünen bei den Fans, für einen Moment ungläubiges Staunen bei den eigenen Mitspielern, ehe auch sie ihrer Freude freien Lauf lassen.

„Ich bin nicht begabt für solche Situationen und auch nicht prädestiniert“, war der Torschütze selbst ein wenig perplex, dass ihm dieser Kunstschuss gelungen ist: „Das habe ich früher auf dem Bolzplatz oder auf der Straße geübt, aber dass mir das mal in einem Regionalligaspiel gelingen könnte, habe ich nicht für möglich gehalten. So ein Tor habe ich noch nie geschossen.“ Torriecher kann man dem 28-jährigen Buchbacher, der in der vergangenen Saison als rechter Verteidiger satte zehn Mal getroffen hat und auch jetzt schon wieder drei Tore nach drei Spielen auf dem Konto hat, wahrlich nicht absprechen, aber seine Kernaufgabe ist eigentlich das Verhindern von gegnerischen Toren – auch in seiner jetzigen Rolle als Sechser. „Das war einfach eine kurze Reaktion“, so Bahar über seine intuitive Akrobatik-Einlage: „Das kann man ja nicht planen.“ Von so etwas träumt man als kleiner Junge! Bahar: „Eigentlich noch wichtiger ist, dass mir das Tor im ersten Heimspiel der Saison schon nach drei Minuten gelungen ist. Das war der Türöffner, den wir gebraucht haben.“ Am Ende stand für die Rot-Weißen ein 5:1-Erfolg zu Buche und damit auch der erste Saisondreier.

Von seiner Nominierung zum Tor des Monats in der ARD hat Bahar am vergangenen Freitag auf der Hinfahrt zum Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg II erfahren: „Da habe ich einen Anruf vom Bayerischen Fußball-Verband erhalten.“ In Nürnberg hat Bahar dann zwar nicht getroffen, aber die Buchbacher haben trotzdem mit 2:0 gewonnen und so einen fast perfekten Saisonstart hingelegt.

Inwieweit sich der Buchbacher Kapitän gegen Kane, Messi und Burkardt mit seinem tollen Rabona-Tor (überkreuzte Schusstechnik) im Freundschaftsspiel gegen Gießen Chancen ausrechnen kann, mag er selbst nicht beurteilen: „Schön wäre es schon. Alle Tore sind heftig, gerade auch der Schuss von Capral in den Winkel. Die Schönheit der Tore liegt natürlich im Auge des Betrachters. Aber natürlich ist es besonders in so einer Reihe zu stehen.“ Allein schon beim Betrachten der fünf Clips sind die Unterschiede so eklatant, dass man es kaum für möglich halten mag: Nach den zwei WM-Toren von Messi und Kane, mit vielen Highend-Kameras für die Welt-Öffentlichkeit aufgenommen und mit Millionen vermarktet, kommt nach dem Burkardt-Treffer auf Startnummer vier das totale Kontrastprogramm: Dorf-Atmosphäre, von der Sommerhitze verbrannter Rasen mit kahlen Stellen, eine Kamera, eine Perspektive. Irgendwie besticht der Treffer von Bahar neben seiner Artistik auch genau deswegen – kein Schnickschnack, Fußball in Reinkultur, Ekstase pur.

„Buchbach kennt man in Bayern, aber kaum in Deutschland, deswegen ist es für mich besonders schön den Verein in dieser Öffentlichkeit präsentieren zu können“, erklärt der Buchbacher Kapitän, dem unzählige Gratulanten auf allen Kanälen bei der Wahl Ende des Monats Glück wünschen. Doch damit nicht genug, denn der selbstständige Finanzberater hat auch viele Nachrichten seiner Kunden bekommen: „Das ehrt mich. Und das ist eine super Werbung für mich und den Verein.“mb

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