Rosenheim – Keaton Mastrodonato spielt erstmals in Europa. Der kanadische Angreifer ist einer von drei neuen Kontingentspielern bei den Starbulls Rosenheim in der zweiten deutschen Eishockey-Liga (DEL2). Der Rechtsaußen ist in der kanadischen Provinz British Columbia geboren und aufgewachsen. Später spielte er für das Canisius College in der US-amerikanischen College-Liga NCAA, ehe er auf 38 Spiele in der American Hockey League (AHL) sowie 174 Partien in der East Coast Hockey League (ECHL) kam. In der ECHL erzielte der Angreifer auch starke 73 Treffer. In der vergangenen Saison kam er dort auf 26 Tore und reiht sich damit auch in die Liste einiger Akteure ein, die jetzt für Straubing, Schwenningen, Nürnberg oder Krefeld eine Liga höher spielen. Im Interview mit der OVB-Sportredaktion schildert der 25-jährige Flügelstürmer seine ersten Eindrücke, spricht über sich, die Liga und sein Ziel.
Wie waren Ihre ersten Eindrücke von Rosenheim?
Wunderschön. Die Stadt selbst, die Restaurants, die Wohnungen und dann auch einfach die Art und Weise, wie diese Organisation einen behandelt. Ich denke, ich selbst und meine Teamkollegen haben großes Glück, Teil dieser Organisation zu sein. Ich bin also super glücklich!
Sie haben nun schon ein paar Tage mit der Mannschaft trainiert. Wie ist da Ihr erster Eindruck?
Ein sehr, sehr guter Kader! Ich denke, wir werden ein sehr tief besetztes Team sein. Wir haben viele spielstarke Verteidiger und auch Schnelligkeit vorne, was gut ist. Hoffentlich landen dieses Jahr viele Pucks von verschiedenen Spielern im Netz. Diese Tiefe im Kader zu haben, ist meiner Meinung nach eine super wichtige Sache für uns.
Welchen Spieler bekommt Rosenheim mit Keaton Mastrodonato?
Ich würde mich selbst als einen Zwei-Wege-Spieler bezeichnen, aber eher als einen Torjäger und jemanden, der gerne viel schießt. Wann immer ich in diese Abschlussbereiche komme, erwarte ich von mir selbst, den Puck im Netz unterzubringen. Ich habe das Gefühl, dass ich deshalb hier bin, um diese Torgefahr in unseren Kader zu bringen.
Das ist der Spieler Keaton Mastrodonato. Und wie ist der Mensch? Wie würden Sie sich selbst in drei Worten beschreiben?
Ich würde sagen: kontaktfreudig, entschlossen und engagiert. Das sind drei Worte, die mir in den Sinn kommen. Ich möchte jemand sein, der gut für die Kabine ist und freundlich zu allen um ihn herum. Die Jungs hier waren großartig zu mir, und ich gebe das einfach an alle zurück. Ich möchte der beste Teamkollege sein, der ich sein kann. Auch wenn ich einer der jüngeren Spieler in diesem Kader bin, möchte ich eine Führungspersönlichkeit sein und jemand, auf den man sich verlassen kann – nicht nur für die Eishockey-Dinge, sondern auch, um meine Erfahrungen aus Nordamerika einzubringen und zu versuchen, diese mit den Jungs zu teilen.
Was wussten Sie vorher über die DEL2?
Ich habe von der Liga selbst gehört und natürlich von der DEL, von Teamkollegen und Spielern, gegen die ich gespielt habe und die jetzt in dieser Liga sind. Ich habe mit vielen verschiedenen Spielern von anderen Teams in der Liga gesprochen und nur Gutes über die Entwicklung und die Liga als Ganzes gehört. Ich freue mich also riesig darauf, in den kommenden Wochen meinen ersten Eindruck davon zu bekommen.
Welches Ziel haben Sie für diese Saison?
Mein Ziel ist es natürlich, als Team die DEL2 zu gewinnen. Ich wünsche mir nichts mehr für mich und jeden einzelnen Spieler in diesem Kader, als in die höchste Liga aufzusteigen. Das ist das Ziel als Team. Und für mich selbst geht es darum, mein Spiel weiter zusammenzufügen, um so bereit wie möglich für den Saisonbeginn und eine offensive Gefahr zu sein. Ich möchte jemand sein, auf den man sich offensiv verlassen kann.
Was muss passieren, damit Sie am Ende von einer sehr guten Saison sprechen können?
Wie schon erwähnt, ist der Gewinn der Meisterschaft das Hauptziel. Ich komme hierher und möchte sofort etwas bewirken. Dafür bereite ich mich in diesen Wochen vor der Saison vor. Ich möchte hier sofort durchstarten und selbst einen unmittelbaren offensiven Einfluss haben und dem Team zum Sieg verhelfen. Aber das Endziel ist natürlich der Aufstieg in die höchste Liga und der Gewinn der Meisterschaft hier in Rosenheim.
Haben Sie in den wenigen Tagen schon ein paar deutsche Wörter gelernt?
Ich gebe mein Bestes – mit Duolingo und Google Übersetzer und indem ich den Deutschen in der Kabine Millionen von Fragen zur Sprache stelle. Ich versuche, so schnell wie möglich zu lernen, um mich anzupassen und zumindest eine einfache Unterhaltung führen zu können. Das ist auch eines meiner Hauptziele, die Sprache zu lernen. Hoffentlich kann ich die Grundlagen so schnell wie möglich aufschnappen.
Welche Wörter haben Sie als erste aufgeschnappt?
Servus. Ciao. Ich höre sie in der Kabine ständig ‚ciao ciao‘ sagen. Ich weiß, dass es im bayerischen Deutsch einen etwas anderen Dialekt gibt als im Norden, also lerne ich auch subtile Unterschiede kennen. Ich versuche einfach, die Grundlagen zu begreifen, um einfache Gespräche mit den Fans oder den Leuten im Supermarkt in der Stadt führen zu können – das ist das Ziel.
Wenn Sie mal bayerischen Dialekt lernen wollen, dann müssen Sie wohl zu Dominik Kolb oder Lukas Laub gehen…
Ja! Manchmal höre ich sie reden und es ist anders als bei den anderen Deutschen – und ich frage mich, ob es eine andere Sprache ist? Aber sie reden manchmal so schnell, dass ich mich immer dabei erwische, wie ich ,Kolbi‘ frage, was er sagt oder was das bedeutet. Sie waren aber super gut zu mir, und es ist einfach toll, eine Kultur zu haben, in der jeder mehrere Sprachen sprechen kann – aber wir dann auch diese gemeinsame Basis auf Englisch haben und alle miteinander auskommen und diesen engen Zusammenhalt und diese Inklusivität in unserer Kabine schaffen können.