Sechs Tore, eine weiße Weste und drei Punkte

von Redaktion

1860 Rosenheim zerlegt Deisenhofen und feiert mit 6:0 den ersten Saisonsieg nach dem Bayernliga-Aufstieg

Rosenheim – Der Knoten ist nun endlich geplatzt: Dreimal hatten die Fußballer des TSV 1860 Rosenheim in der laufenden Saison der Bayernliga Süd schon eine Führung errungen, um diese dann wieder zu verspielen. In der fünften Runde hat man sich diese nicht mehr nehmen lassen und den ersten Saisonsieg errungen. Und was für einen: Mit 6:0 schossen die Sechziger den FC Deisenhofen aus dem Stadion.

Dabei begannen die Rosenheimer wie die Feuerwehr und lagen nach 20 Minuten schon mit 3:0 vorne. „Das ist natürlich optimal gelaufen“, erklärte 1860-Trainer Wolfgang Schellenberg diese Phase. „Wir hatten immer wieder Balleroberungen und diese dann zu Toren genutzt.“ Gerade das Mittelfeld um Leon Tutic, Michael Summerer und Noah Markulin leistete da herausragende Arbeit, die letztlich von den Offensivkräften Liam Markulin (drei Treffer) und Edis Muhameti (zwei Tore) veredelt wurde.

Die Gäste aus Deisenhofen wussten in der Defensive in dieser Phase überhaupt nicht, wie ihnen geschah. Dabei ließ die gestandene Bayernliga-Mannschaft im Spiel nach vorne durchaus ihr Können aufblitzen, was ein heftig diskutiertes Abseitstor und ein Pfostentreffer unter Beweis stellten. „Da war es dann extrem kompliziert für uns“, wusste Schellenberg, der heilfroh war, dass Muhameti noch vor der Pause per starker Einzelleistung zum 4:0 traf und damit für die Vorentscheidung sorgte.

Nach dem Wechsel kam es für Deisenhofen noch schlimmer, als Torwart Maximilian Obermeier außerhalb des Strafraums einen Schritt zu spät kam und die Rote Karte sah. Liam Markulin machte dann seinen Hattrick perfekt und Marcel Martens krönte seine erneut tadellose Leistung mit einem Kopfballtor nach Ecke zum 6:0-Endstand.

Es war sicherlich ein Sieg des Kollektivs. Vorne könnten Markulin und Muhameti nicht so treffen, wenn sie nicht gut bedient worden wäre. Auch die Abwehr stand und blieb erstmals in dieser Saison ohne Gegentor. Aus der Startelf gab es aber vier Protagonisten mit besonderen Momenten:

Liam Markulin: Mit drei Treffern war er der beste Torschütze der Rosenheimer beim Kantersieg. „Es ist ja kein Geheimnis, dass er einer unserer Unterschiedsspieler ist“, sagt Schellenberg. In der Vorbereitung war der 22-Jährige verletzt. „Er kommt jetzt immer besser rein. Er hat sich die Fitness schrittweise wieder aufgebaut, das merkt man jetzt“, so der Rosenheimer Trainer.

Edis Muhameti: Fünf Spiele, fünf Tore – war der 22-Jährige früher oftmals vor dem Tor verzweifelt, so ist der aktuell nicht aufzuhalten. Bestes Beispiel: Das Tor zum 2:0, als er den gegnerischen Goalie souverän umkurvte und dann sicher einschoss. Allerdings: Einen Alleingang ließ er dann doch noch liegen.

Deniz Ünal: Der junge Außenverteidiger überzeugt durch unaufhaltsame Vorstöße in der Art vom langjährigen Liverpool-Profi Andy Robertson. Nicht umsonst hat er gegen Deisenhofen zwei der vier Tore im ersten Durchgang vorbereitet. „Vor ihm musste man vergangene Saison schon den Hut ziehen, als er fast die ganze Saison als A-Junioren-Spieler durchgezogen hat. Jetzt hat er gebraucht, aber er deutet an, dass er das Tempo nun adaptiert hat“, urteilt Schellenberg.

Simon Stein: Musste jetzt keine Glanztat vollbringen. Aber er stand erstmals anstelle von Jaro Gleißenberger in der Bayernliga im Tor. Zuletzt hatte er im Pokal in Ismaning gehalten. „Es war vielleicht eine Kopfsache. Wir haben mit Jaro viermal nicht gewonnen, sodass wir gesagt haben: ,Wir stellen jetzt den rein, mit dem wir das letzte Spiel gewonnen haben‘“, meinte Schellenberg. „Es war die Hoffnung, einen Impuls zu geben.“ Das hat geklappt.

TSV 1860 Rosenheim: Stein, Khong-In, Martens, Kasumovic, Hilger, Ünal, Tutic (78. Kuffel), Summerer (62. Syed), Noah Markulin (71. Gangloff), Liam Markulin (81. Xhelili), Muhameti (71. Elgathous).

Schiedsrichter: Scheungrab (FC Aunkirchen).

Zuschauer: 265.

Tore: 1:0 Liam Markulin (9.), 2:0 Muhameti (12.), 3:0 Liam Markulin (19.), 4:0 Muhameti (45. + 2), 5:0 Liam Markulin (78.), 6:0 Martens (85.).

Besonderheit: Rote Karte gegen Deisenhofens Torhüter Maximilian Obermeier wegen einer Notbremse (58.).

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