Wasserburg/Rosenheim – Der TSV 1880 Wasserburg tritt am heutigen Freitagabend, 18.30 Uhr, beim TSV Kottern an und kehrt damit an jenen Ort zurück, wo der Verein 2019 sein erstes Bayernligaspiel überhaupt bestritt. Dass es nun erneut zu diesem Bayernliga-Duell kommt, liegt daran, dass beide Vereine im Sommer ihre Relegationsspiele gewannen.
Der Gegner der Innstädter kennt die Härte und das Tempo der Bayernliga bereits – Eigenschaften, woran sich die Löwen nach einem Crashkurs zum Saisonauftakt immer mehr gewöhnen. „Unseren Spielern gebührt ein großes Kompliment, da sie es jetzt sehr schnell geschafft haben, sich an die Körperlichkeit, an die Spielgeschwindigkeit und an die Zweikampfhärte zu adaptieren. Dementsprechend haben sie gegen Rosenheim eine sehr reife Leistung gezeigt. Gegen Ismaning haben sie bewiesen, dass sie eine gute Resilienz haben“, lobt Co-Trainer Max Backa und verweist darauf, dass der Aufsteiger wieder zurückgeschlagen hatte, nachdem eine 2:0-Führung verspielt worden war. Dauerbrenner Maxi Biegel erklärt den Aufwärtstrend der letzten Spiele so: „Wir haben uns auf unsere Basics konzentriert, es geht letztlich darum, die eigenen Hausaufgaben zu machen: Zweikämpfe gewinnen, Bälle anbringen und zu Beginn nicht zu viel ins Risiko zu gehen.“ Die Löwen haben ihr Spiel den Gegebenheiten angepasst und spielen so pragmatisch wie möglich. Vom schwachen Saisonstart der Allgäuer mit vier Punkten aus den ersten sechs Spielen will sich Backa nicht blenden lassen: „Kottern verfügt über eine Stabilität und spielt sehr, sehr giftig gegen den Ball.“ In Kottern wollen die Löwen ihre Englische Woche nach den Siegen gegen Ismaning und Rosenheim erfolgreich abschließen. „Natürlich könnten wir diese Woche vergolden“, weiß Biegel, „ein Punktgewinn wäre für diese Woche super und dann schauen wir, was wir am Ende rausholen können.“
Der TSV 1860 Rosenheim hat einen Tag mehr Zeit zur Erholung: Die Sechziger erwarten morgen, Samstag, ab 14 Uhr den FC Gundelfingen im Beck + Fraundienst-Stadion. Mit Gundelfingen kommt eine Mannschaft, die körperlich sehr robust agiert. „Ähnlich wie Wasserburg am Dienstag“, meint 1860-Coach Wolfgang Schellenberg, der natürlich hofft, dass sein Team diesmal ein Gegenmittel findet. Er selbst muss erst einmal einen Ersatz für Liam Markulin finden, denn der Kreativgeist, dem im letzten Heimspiel gegen Deisenhofen einen Hattrick erzielte, wurde ein Opfer des Altstadt-Platzes. „Er ist umgeknickt und wird wohl länger ausfallen“, erklärte Schellenberg. Anstelle von Markulin könnte Marlon Gangloff ins Team rutschen, auch Audai Elgathous oder Leo Papapicco sind Kandidaten. Neuzugang Alessandro Marrazzo wird erstmals im Kader stehen, die Spielberechtigung ist eingetroffen. Mit Elgathous könnte sich etwas mehr körperliche Präsenz ins Rosenheimer Spiel einfinden. Auch wenn Markulin und Edis Muhameti im Sturm zuletzt ordentlich agierten, wünscht sich der Rosenheimer Coach noch eine Sturm-Kante. „Du wirst eine Bayernliga-Saison nicht ohne Stoßstürmer spielen können“, weiß er aus Erfahrung. Schellenberg hält Augen und Ohren in dieser Hinsicht offen, allerdings sind solche Stürmer in einer anderen Preiskategorie angesiedelt, als sich die Sechziger derzeit bewegen. Der Ausfall von Liam Markulin hat aber die Sorgen beim Rosenheimer Cheftrainer aber verstärkt, zumal in den nächsten Wochen sicherlich auch mal Ausfälle durch Gelbsperren hinzukommen werden. Es kann eine sehr lange und anstrengende Saison für die jungen Sechziger werden. Die robusten Gundelfinger sind da gleich der nächste Härtetest.jah/tn