Fußball

Elfer zurückgenommen, mit Preis ausgezeichnet

von Redaktion

Stell‘ dir vor, dein Team bekommt beim Stand von 2:2 in der 89. Minute einen Foulelfmeter zugesprochen – und du verzichtest freiwillig darauf. Genau das hat Spielertrainerin Katrin Zellner vom oberbayerischen SV Saaldorf gemacht. Dafür wurde sie nun vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) vor dem Anpfiff des Spiels um den „Google Pixel Supercup“ der Frauen im Ingolstädter Audi Sportpark als bayerische Saisonsiegerin der „Fair ist mehr“-Aktion ausgezeichnet. Von BFV-Vizepräsident Jürgen Pfau bekam Bayerns fairste Fußballerin des Jahres eine gerahmte Urkunde und einen Gutschein für den Besuch eines Länderspiels der deutschen Nationalmannschaft überreicht. Der SV Saaldorf erhielt außerdem noch ein Ballpaket und vier Minitore.

„Respekt und Wertschätzung sind mir wichtig. Als Trainerin ist es entscheidend, authentisch zu sein und sich selbst treu zu bleiben, auch wenn es mal unbequem wird. Man sieht es an meinem Beispiel: Der SV Saaldorf hat neue Tore und Bälle bekommen, wir sind am Ende der Saison noch Fünfter geworden und ich darf hier sein und werde vor dieser beeindruckenden Kulisse geehrt“, sagte Zellner.

Im Oktober 2025 empfing der SV Saaldorf den TSV Eching zum Bezirksoberliga-Duell. Beim Stand von 2:2 kam Zellner in der 89. Minute im Echinger Strafraum zu Fall. Ein Pfiff, der Schiedsrichter gibt Elfmeter für die Heimelf. Die drei Punkte und der erste Saisonsieg sind zum Greifen nah, doch die kurz zuvor aufs Feld gekommene und vermeintlich gefoulte Katrin Zellner entscheidet sich anders – für den sportlich fairen Weg und gegen den fast sicheren Sieg. Zellner suchte das Gespräch mit dem Unparteiischen und schilderte ihre Sicht der Dinge: Sie stellte richtig, dass sie nicht regelwidrig zu Fall gebracht worden war. Der Unparteiische nahm seine Entscheidung daraufhin zurück und es blieb beim 2:2.

„Die Mannschaft war im ersten Moment natürlich nicht begeistert, schließlich hätte der Elfmeter mit hoher Wahrscheinlichkeit den Siegtreffer kurz vor Schluss und damit enorm wichtige Punkte im Abstiegskampf bedeutet,“ fasste SVS-Abteilungsleiterin Katharina Reiter nach dem Spiel zusammen: „Dennoch war Katrins Aktion absolut fair und spiegelt genau das wider, was sie uns sowohl als Mitspielerin als auch als Trainerin immer wieder vorlebt.“re

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