Rosenheim – Die Nachwehen der Derby-Niederlage vom Dienstag in Wasserburg ist beim Fußball-Bayernligisten TSV 1860 Rosenheim spürbar. Nicht sportlich, denn mit dem Heim-0:0 gegen den FC Gundelfingen, bei dem die Sechziger letztlich die bessere Mannschaft waren, hat sich der Aufsteiger durchaus wieder zurückgemeldet. Nach sieben Spieltagen stehen die Mannen von der Jahnstraße nun bei einem Sieg, vier Unentschieden und zwei Niederlagen.
Was die Rosenheimer aber wesentlich mehr schmerzte als das 0:2 in der Wasserburger Altstadt, ist das verletzungsbedingte Aus von Liam Markulin. Der Offensivspieler hatte sich gerade richtig in der Bayernliga angemeldet und mit einem Hattrick zum ersten und bislang einzigen Rosenheimer Saisonsieg seinen Beitrag geleistet, als er im Landkreis-Duell vorzeitig vom Platz musste. Auf dem holprigen Geläuf war Markulin umgeknickt und erhielt Tage später die bittere Diagnose: Ein kräftig angeschlagener Bandapparat, Operation unumgänglich. „Er fällt die gesamte Saison aus“, erklärte 1860-Trainer Wolfgang Schellenberg geknickt.
Im Heimspiel gegen Gundelfingen wurde Liam Markulin in der Startformation durch Audai Elgathous ersetzt. Der war bemüht, behauptete sich auch einige Male gegen die körperlich robuste Gäste-Defensive – er hatte aber diesmal nicht den Zug zum Tor als Markulin. „Er hat ein paar Minuten gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Dann hat er es ordentlich gemacht“, urteilte Schellenberg.
Überhaupt hatten die Rosenheimer anfangs so ihre Schwierigkeiten gegen die gut strukturierten Gundelfinger. Erst nach rund 20 Minuten hatten die Hausherren erste gute Offensivaktionen, aber Deniz Ünal scheiterte und Michael Summerers scharfe Hereingabe war etwas zu weit für Edis Muhameti. Auf der anderen Seite riskierte Torwart Simon Stein einmal Kopf und Kragen, um im Eins-gegen-eins-Duell gegen Gundelfingens Simon Achatz einen Rückstand zu verhindern.
„Wir haben uns nach der Anfangsphase besser auf den Gegner eingestellt. Vor allem in der zweiten Halbzeit war es ein Spiel auf ein Tor und wir haben phasenweise ganz gut kombiniert“, urteilte Schellenberg, der letztlich nur einen Kritikpunkt hatte: „Wir haben den Lucky Punch verpasst.“ Ünal hatte diesen im zweiten Durchgang zweimal auf dem Schlappen, zunächst parierte der Gäste-Tormann, dann wurde sein Schuss von einem Verteidiger abgelenkt.
Dass sich die Rosenheimer nach dem etwas schwammigen Beginn besser zurechtfanden, lag diesmal hauptsächlich an Leon Tutic, der zum besten Akteur auf dem Platz mutierte. Der regionalliga-erfahrene Mittelfeldakteur absolvierte ein großes Laufpensum, hatte meist den Zugriff auf die wichtigen zweiten Bälle, war stets anspielbar und verteilte das Spielgerät dann oftmals passend an seine Mitspieler. Den vielen Laufkilometern musste der 24-Jährige dann auch Tribut zollen, als er entkräftet vom Rasen musste.
Und so war Tutic nicht mehr auf dem Feld, als es in der Schlussphase auf beiden Seiten noch einmal eng wurde: Zunächst meisterte Stein einen schwer zu parierenden Schuss von Gundelfingens Nico Rieger, dann hätte Schellenberg beinahe den Super-Joker gezogen. Der Rosenheimer Coach bescherte A-Junioren-Spieler Jacob Mosher den ersten Pflichtspieleinsatz in der Herren-Bayernliga – und der Youngster war keine zehn Sekunden auf dem Rasen, als ihm der Ball nach einer Freistoßflanke vor die Füße fiel – letztlich brachte er die Kugel nicht mehr mit Schwung aufs Tor. „Das wäre natürlich das Highlight gewesen“, so Schellenberg, für den Mosher künftig durchaus eine Alternative sein wird. „Er ist ein Dribbler, flink und hat schnelle Bewegungen“, lautet die Einschätzung des Trainers. Mosher wird um seine Chance kämpfen und ist damit auch ein Bewerber als Platzhalter für den Markulin-Posten im Team.
TSV 1860 Rosenheim: Stein, Khong-In, Martens, Kasumovic, Hilger, Ünal, Tutic (82. Syed), Summerer, Elgathous (79. Gangloff), Noah Markulin (88. Mosher), Muhameti.
Schiedsrichter: Burghartswieser (TSV Bodenmais).
Zuschauer: 256.
Tore: Fehlanzeige.