Entscheidung: Sebastian Dengel umkurvt Simon Stein und trifft zum 3:1.Foto Christian Butzhammer
Kirchanschöring – Große Erleichterung beim SV Kirchanschöring, Ernüchterung hingegen beim TSV 1860 Rosenheim. Das nächste Inn/Salzach-Duell in der Fußball-Bayernliga Süd hat Freud‘ und Leid auf einem Fleck hervorgebracht. Während die Hausherren nach vier sieglosen Begegnungen mit dem 3:1-Erfolg wieder mal ein Spiel gewonnen haben, rutschen die Sechziger nach dem dritten Spiel in Serie ohne Sieg wieder ein Stückchen ab.
Für Rosenheims Trainer Wolfgang Schellenberg keineswegs überraschend, sondern eine normale Entwicklung. Schließlich habe man nach dem Aufstieg mit Simon Fischer und Florian Grundner zwei Stamm-Innenverteidiger verloren und zuletzt neben Mittelfeldmann Lucas Gratt, Stürmer Johann Ngounou Djayo und Abwehr-Neuzugang Lucian Schirbl auch noch Kreativspieler Liam Markulin verletzungsbedingt ersetzen müssen. Mit Marcel Martens ist nur ein Spieler neu hinzugekommen, der auf Anhieb den Weg in die Startformation fand. Nun feierte Ugur Mustafa Türk seine Premiere. Der Offensivspieler war in der zweiten Halbzeit in die Partie gekommen. „Er tut uns sicherlich gut“, sagt Schellenberg, auch wenn der Rückkehrer nicht der Stürmer-Typ ist, den die Sechziger zudem noch benötigen würden. Nun ist also Abstiegskampf pur angesagt.
Dies ändert sich nicht, solange die Rosenheimer in der Defensive nicht stabiler werden. Hatte man zuletzt zwar zwei Heimspiele ohne Gegentor absolviert, so traten in Kirchanschöring wieder individuelle Fehler zutage, die letztlich entscheidend für die Niederlage waren. Immerhin lagen die Gäste durch einen direkt verwandelten Freistoß von Kapitän Michael Summerer zur Halbzeitpause mit 1:0 in Führung. Kurz nach Wiederbeginn schaffte der SVK aber infolge zweier Eckbälle die Wende im Spiel. Zunächst fand eine vors Tor gezogene Ecke von Manuel Omelanowsky den Weg ins Netz. „Ich glaube, dass der Ball noch leicht abgefälscht wurde“, sagte Schellenberg. Nur drei Minuten später stieg Elias Huber nach einem weiteren ruhenden Ball hoch und köpfte zur „Anschöringer“ Führung ein. Für den Rosenheimer Coach war das Abwehrverhalten bei den Standards „bayernliga-untauglich“. Sein Vorwurf: „Wir stehen am Mann, sind aber dann viel zu passiv und gehen nicht ins Kopfballduell oder in den Zweikampf.“ So etwas wird in der höheren Spielklasse natürlich bestraft und sollte nach fast einem Viertel der Saison auch verinnerlicht sein.
So gerieten die Gäste natürlich unter Zugzwang. Die Mannen von der Mangfall machten noch einmal gewaltig Druck, brachten den Ball aber nicht mehr im Tor unter. Summerer scheiterte einmal, die beste Gelegenheit besaß der eingewechselte Aini Merepeza, dessen Versuch von Christoph Gruber gemeistert wurde. Der Kirchanschöringer Schlussmann war anstelle von Julian Disterer zwischen die Pfosten gerückt – seine Hereinnahme rentierte sich alleine dank dieser Rettungstat schon einmal. Auch Fikret Jahic und Max Jägerbauer waren beim SVK in die Startformation gerückt – mit Erfolg.
Die Gäste mussten in der Schlussphase die Deckung immer mehr auflösen, für Kirchanschöring ergaben sich Kontergelegenheiten. Eine davon nutzte Sebastian Dengel zum 3:1, als er dem letzten Rosenheimer Feldspieler den Ball vom Fuß stibitzte, loszog, Torwart Simon Stein umkurvte und zur Entscheidung einschoss.
TSV 1860 Rosenheim: Stein, Khong-In (57. Gangloff), Martens, Kasumovic, Hilger (65. Mosher), Ünal, Tutic (74. Merepeza), Summerer, Muhameti, Elgathous (54. Türk), Noah Markulin (65. Syed).
Schiedsrichter: Wagner (SV Zuchering).
Zuschauer: 488.
Tore: 0:1 Summerer (13.), 1:1 Omelanowsky (50.), 2:1 Huber (53.), 3:1 Dengel (89.). tn/re