Siegsdorf – „Höher geht es nicht, das Wochenende hat einen Riesenstellenwert“, blickt Thomas Höhn, der Tennis-Abteilungsleiter des TSV Siegsdorf, auf Samstag und Sonntag voraus. Der Verein richtet dann die deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Damen 65 auf der Zehn-Plätze-Anlage in Rudhart aus. Zusammen mit dem SV Blankenese aus Hamburg, dem TC Palmengarten aus Frankfurt und dem TC Rheinstadion aus Düsseldorf kämpfen die Siegsdorferinnen um den nationalen Titel. „Wir setzen auf Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit“, kündigt Siegsdorfs Nummer eins und Kapitänin Uschi Geiger an. Die Halbfinalspiele finden am Samstag um 10 Uhr statt, Finale und Spiel um Platz drei am Sonntag um 10 Uhr.
Seit Wochen laufen beim TSV Siegsdorf die Vorbereitungen auf Hochtouren, schließlich will sich der Gastgeber von seiner besten Seite zeigen. „Hier helfen 25 Mitglieder, alle packen an, anders geht es auch nicht“, erzählt die Überseerin Uschi Geiger, die zusammen mit der Nummer zwei, Marlies Danner aus Stein, in den letzten beiden Wochen noch Turniererfahrung in Forstern und Garching/München sammelte und Turniersiege feierte. Zusammen mit Gabi Ertl aus Teisendorf, Hannelore Feisinger aus Bergen und Carola Kentschuster aus Bad Reichenhall wird sie sich der starken Konkurrenz stellen.
Und die Clubs reisen professionell an, bestehen aus Spielerinnen, Betreuer, Trainer, Masseur, zählen zwischen acht und elf Personen. Anreisetag ist Freitag, teils mit dem Flugzeug in Salzburg. Gespielt wird auf vier Plätzen, jeweils zunächst an den Positionen zwei und vier, danach an eins und drei, abschließend Doppel. Wie die Halbfinale lauten, wird erst 30 Minuten vor Spielbeginn ausgelost, denn es handelt sich um die erste deutsche Meisterschaft bei den Damen 65.
Die Siegsdorfer Mannschaft hatte heuer in einer Doppelrunde in der Regionalliga Süd den Titel geholt. Jeweils 6:0 hieß es zweimal gegen Iphitos München und gegen Unterhaching, dazu zweimal 5:1 gegen Geretsried und 4:2 im letzten Spiel in Unterhaching. Überragende Spielerin war Gaby Ertl, die alle sechs Einzel und sechs Doppel gewann. Auf 11:1 kam Uschi Geiger, auf 10:0 Margot Schnaitter. Marlies Danner hält bei 9:3, wobei sie alle Doppel gewann, Hannelore Feisinger war einmal eingesetzt, gewann Einzel und Doppel. Nicht dabei beim Finale in Siegsdorf ist Margot Schnaitter, die die Doppelkonkurrenz bei den US Open in New York live vor Ort verfolgt. Das Duo mit ihrem Sohn Jakob und dem Münchner Mark Wallner steht unter den Top 35 der ATP-Doppel-Weltrangliste, hatte heuer aus der Qualifikation heraus die BMW-Open in München und für den TC Bredeney in der Bundesliga alle Doppel gewonnen.
„Unsere Gegner haben als Vereinslokale Paläste, da können wir mit unserem kleinen Haus hier nicht mithalten. Der Kontrast ist schon enorm, aber wir egalisieren das mit unserem Charme“, verrät Abteilungsleiter Thomas Höhn, der seine Seniorinnen in höchsten Tönen lobt. „Sie sind Vorbilder, überzeugen durch Disziplin und Leistung und das auf konstant hohem Level“, betont der Abteilungschef und ergänzt: „Uschi Geiger zum Beispiel hat heuer fleißig beim Kindertraining mitgeholfen.“
Der SV Blankenese wurde Meister in der Regionalliga Nord-Ost, hat seine Anlage im Eichengrund in Hamburg. Es war eine Vierer-Liga, nachdem der TC Blau-Weiß Berlin kurz vor Saisonstart Anfang Mai zurückgezogen hatte. Blankenese gewann alle drei Spiele souverän, hielt bei 18:0 Matchpunkten und 36:2 Sätzen. Zur Mannschaft gehören Anne Bielfeldt, Kapitänin Sigrid Rinow, Ursula Jeschke, Andree Telsche und Katharina Löwenfeld. Das Selbstvertrauen im Team ist groß, wurde doch kein Einzel und kein Doppel verloren.
Der TC Palmengarten Frankfurt wurde Meister in der Regionalliga Südwest. Der Titel wurde ungeschlagen geholt, dazu feierte Beate Hackauff bei den Damen 65 die Hessen-Meisterschaft. Die Freude in Frankfurt ist groß, denn als Titelträger 2025 gab es noch keine Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Die Meisterspielerinnen heißen Claudia Egen-Schwind, Sabine Becker, Jutta Labenski, Margareth Beyer, Olga Markova und Simona Nesnidal. Am Ende standen 10:0 Punkte und 21:9 Matchpunkte. Überragende Spielerin ist die Tschechin Nesnidal mit einer 8:0-Bilanz (5:0 Einzel/3:0 Doppel). Ihre Landsfrau Markova hält bei 6:0, Margreth Beyer bei 6:2.
Die meisten Spiele hatte der TC Rheinstadion in der Regionalliga West zu bestreiten, da hier eine Achter-Liga gespielt wurde. Am Ende war es ganz eng. Rheinstadion holte den Titel mit 12:2 Punkten und 29:13 Matchpunkten vor dem Bonner THV und dem DSC Preußen, die beide 11:3 Zähler holten. Für Rheinstadion war es der zweite Titel in Folge. Die Meisterspielerinnen heißen Kapitänin Jutta Bökmann, Doris Niepenberg, Chrismie Fehrmann, Ellen Walter, Ingrid Bauwens und Vera Lantermann. Das Team spielt auf der Anlage am Staad 17 in Düsseldorf. Bökmann wurde heuer deutsche Meisterin der Damen 70, gewann das Finale 6:0, 6:0. Sie ist auch die überragende Spielerin und gewann alle sieben Einzel und Doppel. Niepenberg hat jeweils eine 6:1-Bilanz.