„Ich habe keinen Schläger angefasst“

von Redaktion

Interview Annett Kaufmann spricht über Sommerurlaub und die neue Saison

Kolbermoor – Kolbermoors Tischtennis-Spitzenspielerin Annett Kaufmann hatte trotz Sommerpause nicht viel Freizeit. Der OVB-Sportredaktion verriet sie, wie sie zur kommenden Spielzeit steht und was es mit gefährlichen Spielerinnen auf sich hat.

Zwischen dem Ende der vergangenen Spielzeit und der kommenden Saison sind viele Spielerinnen in die Sommerpause gegangen. Hat es für Sie ebenfalls eine Pause gegeben?

Ich war zehn Tage mit meinem Freund zusammen und habe abgeschaltet. Ich habe keinen Schläger angefasst. Dann habe ich aber eine lange Sommer-Vorbereitungsphase begonnen. Es war das Ziel, dass ich das US-Smash nicht spiele und mich stattdessen in Asien vorbereite. Deswegen war ich eineinhalb Wochen zu Hause, habe dort intensiv trainiert und bin dann für zwei Wochen nach Südkorea gefahren.

Ende April/Anfang Mai fand in London die Team-Weltmeisterschaft statt. Deutschland gewann die Bronzemedaille. Wie fällt Ihr persönliches Fazit aus?

Es war auf alle Fälle ein sehr schönes Turnier. Team-Events sind immer toll. Es war natürlich sehr schön, dass wir wieder eine Medaille gewonnen haben, nachdem wir letztes Jahr gegen Frankreich verloren hatten. Und mit meiner Leistung war ich auch sehr zufrieden.

Was war im Nachgang an diese WM anstrengender: Das Turnier oder ein eventueller Interview-Marathon nach dieser Veranstaltung?

Es war nicht so ein großer Interview-Marathon. Es war relativ normal, würde ich sagen. Wie nach jedem Medaillengewinn. Es war jetzt nicht extra anstrengend.

Sie haben beim mit 1,55 Millionen Dollar notierten Europe Smash Turnier in Malmö mit Zhu Yuling und Elizabeta Samara zwei absolute Topspielerinnen aus dem Weg geräumt. Haben Sie im Vorfeld gedacht, dass es so gut laufen könnte?

Ja, ich hatte schon ziemlich viel Selbstbewusstsein, weil ich wusste, dass ich eine gute und lange sowie intensive Saisonvorbereitung vor mir habe. Und ich wusste, dass ich für lange Belastungen und schwierige Spiele bereit bin. Dass es dann auch wirklich klappt, war natürlich sehr schön. Es war in den letzten Wochen und Monaten mit der Auslosung immer schwierig. Da konnte ich oft meine Chancen nicht nutzen. Dass es dann gegen die Nummer neun der Welt (Anm.: Zhu Yuling) geklappt hat, hat mich natürlich sehr glücklich gemacht.

Nun beginnt in wenigen Wochen wieder der Bundesliga-Alltag? Was haben Sie sich persönlich vorgenommen?

Natürlich versuche ich, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen und dem Team weiterzuhelfen. Aber prinzipiell versuche ich, die Zeit zu genießen. Ich finde Bundesliga mit den Mädels wirklich toll. Ich genieße hier jede Sekunde und die Zeit, die wir zusammen verbringen. Sportlich sind wir natürlich ambitioniert und möchten so weit wie möglich kommen.

Was erhoffen Sie sich in der kommenden Spielzeit mit der Mannschaft?

Wir sind wieder eine sehr tolle Mannschaft. Wir sehen, dass wir uns sehr gut verstehen. Dies ist auch für mich einer der Faktoren, der zum Erfolg führt. Die anderen Teams haben aufgerüstet und es wird für uns kein Spaziergang werden, auch mit einem neuen Derby gegen Fürstenfeldbruck. Aber ich würde sagen, wir sind gut dabei. Wo wir uns letztendlich in der Tabelle befinden werden, ist schwierig zu sagen. Dass viel passieren kann, haben wir in den letzten Saisonen gesehen, wenn Favoriten auf einmal verlieren. Es ist schwierig, alles einzuschätzen. Es ist also wichtig, dass wir von Spiel zu Spiel schauen.

Die Liga selber ist mit dem TuS Fürstenfeldbruck und der TG Langenselbold wieder auf die Sollstärke angewachsen. Ist sie im Vergleich zur Vorsaison auch stärker geworden?

Es ist auf jeden Fall besser, dass mehr Teams in der Liga sind. Ich glaube, sie ist interessanter geworden. Für uns, weil wir ein weiteres Derby haben. Generell für die Liga ist es gut, dass andere Orte hinzugekommen sind. Vielleicht bietet sich für junge Talente eine Möglichkeit, sich in der 1. Liga auszuprobieren.

Gibt es für Sie einen möglichen Titelkandidaten?

Ich denke, Berlin ist immer Favorit. Dachau hat auch immer gut gespielt, aber es ist so, dass ich gar nicht so wirklich sagen kann, wer den Titel gewinnt. Es kann alles passieren. Berlin, Weinheim sowie Dachau sind immer stark. Langenselbold kann ich noch nicht einschätzen. Aber auch wir sind gefährlich. Also, es ist insgesamt schwierig einzuschätzen.

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