„Dafür brauchst du drei, vier Wochen“

von Redaktion

Warum der Ausfall von Verteidiger Ryan McKiernan bei den Starbulls für Probleme sorgt

Rosenheim – Und weiter geht das internationale Testspielprogramm der Starbulls Rosenheim: Nach dem Gastspiel beim Villacher SV (7:4-Sieg) und dem Heimspiel gegen den HC Pustertal (3:4-Niederlage) nehmen die Rosenheimer Eishockeyspieler am Hansjörg-Brunner-Memorial in Meran teil. In Südtirol treffen fünf Teams aufeinander, jede Mannschaft bestreitet zwei Spiele – und am Ende gibt es eine Gesamttabelle. Für den DEL2-Club von der Mangfall geht es am Freitag um 20 Uhr gegen den slowakischen Erstligisten HC Kosice und am Sonntag um 18 Uhr gegen die Füchse vom HC Bozen. Weitere Teilnehmer sind der Gastgeber vom HC Meran und der EHC Chur aus der Schweiz.

Der straffe Vorbereitungsplan ist von Starbulls-Chefcoach Jari Pasanen durchaus gewollt: „Das sind vier knallharte Spiele hintereinander. Danach wissen wir, wo wir stehen – spielerisch und konditionell.“ Gerade auf dem Turnier in Südtirol liegt nun sein Augenmerk: „Ich will auch sehen, wie die Jungs am Freitag und Sonntag spielen, wenn wir dann schon ein bisschen müde sind.“ Und er liefert gleich die Erklärung nach: „Die Jungs sind ja noch nicht top-eishockey-fit, aber auf dem richtigen Weg. Wir trainieren jetzt nicht so viel, das ist nur ein bisschen anschwitzen. Die Spielkondition holen wir uns dann über die Spiele.“

Der erste Kontrahent am Freitag ist eine Spitzenmannschaft aus der Slowakei. Der HC Kosice ist der erfolgreichste slowakische Eishockey-Club und war zuletzt 2025 Meister. Im Vorjahr schloss man die Hauptrunde als Dritter ab und schied dann im Halbfinale aus. Der Rekordtorschütze bei den Ost-Slowaken hat einen Rosenheim-Hintergrund: Vincent Lukac spielte von 1985 bis 1987 an der Mangfall.

Der Sonntagsgegner aus Bozen hatte die Hauptrunde in der ICEHL in der Vorsaison als Vierter abgeschlossen und musste dann im Viertelfinale die Segel streichen. Der 19-fache italienische Meister und zweimalige Gewinner des ICEHL-Vorgängers EBEL hat etliche Italo-Kanadier und langjährige AHL-Recken wie die Stürmer Cole Schneider und Elson Turner im Aufgebot. Auch hier gibt es Rosenheim-Bezug, Starbulls-Co-Trainer Jamie Bartman wirkte 2009 als Cheftrainer in Bozen.

Weil das Programm für die Starbulls in dieser Woche recht anstrengend ist, passt es, dass Pasanen und Bartman fast alle Mann an Bord haben. Die beiden Torhüter Christopher Kolarz und Daniel Fießinger werden sich auch in Südtirol abwechseln. Einzig Verteidiger Ryan McKiernan wird noch passen – und das wurmt Chefcoach Pasanen mächtig, schließlich sollte der erfahrene Neuzugang eine Führungsrolle auf und neben dem Eis einnehmen. Doch bislang stehen für ihn nicht einmal 20 Testspielminuten zu Buche, nachdem er beim Auftakt in Bad Tölz verletzt raus musste. „Verletzungen gehören dazu, aber das ist sehr, sehr schade“, sagt Pasanen.

Weil McKiernan aufgrund der Geburt seines Kindes eh schon ein paar Tage später zu seiner neuen Mannschaft gestoßen war, verpasst der langjährige DEL-Profi den Großteil der Vorbereitung. Das sorgt nun durchaus für Probleme:

Spielfitness: McKiernan hat eine lange Karriere hinter sich und genügend Erfahrung, um etwaige Defizite wettzumachen. Der Rosenheimer Trainer ist aber dennoch ein bisschen skeptisch: „Das sagt man immer so leicht. Das Spiel in der DEL2 ist mittlerweile so schnell. Erfahrung hin oder her – es wird nicht einfach für ihn.“

Systemkenntnis: „Es ist ein bisschen anderes Hockey, als er in Frankfurt gespielt hat. Deshalb wäre es für ihn wichtig gewesen, dass er bei den Spielen dabei ist“, weiß Pasanen. Und er erklärt: „Die Laufwege müssen da sein, die Automatismen müssen stimmen. Und dafür brauchst du halt drei, vier Wochen.“ Zudem muss sich der neue Mann ja auch an seinen Partner in der Verteidigung gewöhnen. Und: Solange der US-Amerikaner mit deutschem Pass fehlt, muss der Rosenheimer Trainerstab seine geplanten Formationen über den Haufen werfen. Zuletzt spielte der im Sturm eingeplante Allrounder Dominik Kolb in der Verteidigung – auch in Meran wird dies der Fall sein.

Führungsrolle: Der 37-Jährige ist auf Anhieb von Coach Pasanen zum Kapitän ernannt worden – jetzt ist er ein Mannschaftsführer, der nicht aktiv eingreifen kann. Das Thema „Führen durch Vorbild“ kommt deshalb auch noch nicht so zum Tragen wie erwünscht. Sowohl für den Spieler als auch für den Trainerstab eine schwierige Situation. Vor allem ist davon auszugehen, dass McKiernan nach dieser wochenlangen Pause noch einige Zeit benötigt, um den Rückstand aufzuholen. Hat das am Ende auch Auswirkungen auf die interne Struktur in der Mannschaft?

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