Burghausen – „Maximal enttäuschend“, fasst Burghausens Trainer Matthias Ostrzolek die bittere 1:2-Niederlage am Freitag gegen den TSV Landsberg zusammen – für den Aufsteiger war es dagegen ein historischer Sieg. „Die ersten drei Punkte für den TSV Landsberg in der Fußball-Regionalliga. Wir freuen uns extrem“, so Landsbergs Trainer René Schröder nach den umkämpften 90 Minuten.
Vor 923 Zuschauern scheiterten die Salzachstädter, die nach dem 4:2-Erfolg letzte Woche in Bayreuth unbedingt nachlegen wollten, vor allem an der Chancenverwertung. Insgesamt bestimmte Wacker über weite Strecken das Geschehen, doch die Gäste präsentierten sich äußerst kompakt und bestraften die entscheidenden Burghauser Fehler konsequent.
Mit Moritz Leitner, Timothée Diowo und Marc Sodji setzte Ostrzolek in der Offensive auf viel Tempo und Beweglichkeit. Wacker erkämpfte sich von Beginn an auch mehr Spielanteile, investierte viel, ließ bei seinen Möglichkeiten jedoch die notwendige Konsequenz vermissen. Landsberg überstand die Druckphasen und wartete geduldig auf seine Gelegenheit. Diese bot sich unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff: Nach einem Burghauser Ballverlust schalteten die Gäste schnell um, Fynn Heinze setzte sich durch und hämmerte die Kugel aus 20 Metern in den rechten oberen Winkel – ein Traumtor (44.). Die Salzachstädter reagierten jedoch umgehend und hatten noch vor dem Pausenpfiff die große Gelegenheit zum Ausgleich, allerdings klatschte der Schuss von Leitner gegen die Querlatte.
Nach dem Seitenwechsel kamen die Hausherren mit viel Entschlossenheit aus der Kabine. Bereits kurz nach Wiederanpfiff lag der Ausgleich in der Luft, aber David Bauer klärte den Schuss von Moritz Bangerter per Schulter auf der Linie. Wacker hielt den Druck hoch, suchte immer wieder die Lücke und belohnte sich in der 66. Minute, als Benedikt Schwarzensteiner nach einer Ecke zum Ausgleich traf.
Nun drängten die Hausherren auf den Führungstreffer, aber mitten in diese Drangperiode platzte der Siegtreffer für Landsberg: Der eingewechselte Konstantin Gertig ließ Jeton Abazi im Strafraum über die Klinge springen und Schiedsrichter Lothar Ostheimer entschied auf Strafstoß: Furkan Kircicek übernahm in der 77. Minute die Verantwortung und verwandelte im zweiten Anlauf zum 2:1 – der erste Versuch, bei dem Kircicek wegrutschte, wurde von Ostheimer wegen einer Doppelberührung zurückgepfiffen.
„Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, waren sehr dominant und haben Torchancen, nutzen diese aber nicht. Der Gegner hat nur auf unsere Fehler gelauert. Dann stellen wir uns in der Box auch zu naiv an, als wir in einer Situation, in der relativ wenig passieren kann, den Elfmeter verschulden“, ärgerte sich Ostrzolek, dessen Team nicht mehr die ganz großen Möglichkeiten hatte. Für zusätzlichen Frust sorgte die Nachspielzeit: Der bereits verwarnte Wacker-Schlussmann Markus Schöller sah nach einem Foul an der Mittellinie noch die Gelb-Rote Karte und muss deswegen am Dienstag in Memmingen zuschauen.
SV Wacker Burghausen: Schöller – Turtschan, Schwarzensteiner, Stegmiller (71. Gordok), Lechner – Bangerter (88. Müller), Leitner (81. Schuhbauer), Wagner (71. Gertig), Agbaje – Sodji, Diowo.
Schiedsrichter: Ostheimer (TSV Sulzberg).
Zuschauer: 923.
Tore: 0:1 Heinze (44.), 1:1 Schwarzensteiner (66.), 1:2 Kircicek (80., Elfmeter).
Besonderheit: Gelb-Rote Karte für Burghausens Torhüter Schöller (90. + 4) wegen Meckerns und Foulspiels.