Kolbermoor – Ein Hauch von Mittelalter weht in den kommenden Tagen über Kolbermoor: Wenn sich an der Sportanlage am Rothbachl die Teilnehmer des Rennfeuer-Symposiums versammeln und dort ihre Öfen errichten und anfeuern.
Erst werden aus Lehm, Stroh und Steinen die historischen Öfen geformt und ausgebrannt, schließlich angefeuert und auf bis zu 1300 Grad Celsius erhitzt. Darin wird dann aus Erz Eisen gewonnen – der Jahrtausende alte und mühevolle Weg, um an Eisen heranzukommen. Die Besucher können den Prozess bei der Rennfeuer-Veranstaltung von heute an hautnah mitverfolgen.
Im Endspurt der Vorbereitungen kamen die Verantwortlichen übrigens, schon bevor das erste Feuer entfacht war, gehörig ins Schwitzen: Immer mehr Teams, immer mehr Teilnehmer meldeten sich in den vergangenen Tagen an – und das bedeutete auch: immer mehr Rennöfen. Für die Organisatoren vor Ort vom Förderverein „Europäisches Zentrum für zeitgemäße Metallgestaltung“ hieß das wiederum: immer mehr Material, das besorgt werden musste.
Die 25 Ballen Stroh, die 1000 Kilogramm Lehm und die 500 alten Volltonziegel sind laut Christian Poitsch vom Organisations-Team noch einfachere Anforderungen, weil sie in Kolbermoor oder der allernächsten Umgebung zu bekommen sind. „Bei der halben Tonne Eisenerz wird es schon etwas schwieriger, die wird von einer holländischen Stahlfabrik geliefert, eisenerzhaltiges Gestein aus der Region, das versuchsweise verwendet werden soll, ist auch schon vor Ort“, so Poitsch.
Betrieben werden die Öfen alle mit Holzkohle – und zwar Tag und Nacht. Bei den ersten Planungen zu Jahresbeginn ging man nach den Worten von Poitsch noch von einer Tonne Holzkohle aus. Und dann wuchsen die Teams und damit die Anforderungen, sodass schließlich zuletzt beim Großhändler in Nordrhein-Westfalen 225 Säcke, also knapp 2,25 Tonnen Holzkohle, bestellt wurden. „Vielleicht brauchen wir nicht alles auf, aber wir müssen auf Nummer sicher gehen“, ergänzt Peter Elgaß, Vorsitzender des Fördervereins und Chef-Organisator des Rennfeuer-Events, „die Feuer dürfen während des Verhüttungs-Prozesses nicht ausgehen.“
Heute großer Ofenbau-Tag
Die Rennfeuer-Veranstaltung beginnt heute, Mittwoch, mit einem großen Ofenbau-Tag und geht bis Sonntag, 6. August, im Bereich bei der Sportanlage am Rothbachl. Zuschauer sind in dieser Zeit täglich ab 10 Uhr willkommen (bis 22 Uhr); für Verpflegung ist gesorgt. Abschluss ist am Sonntag mit einem Frühschoppen von 9 bis 12 Uhr.
Auch ein Kinderprogramm ist vorgesehen: Die Kinder können aus Lehm ihre eigenen Kreationen formen.