Kolbermoor – Es war eine Punktlandung, die die Stadt Kolbermoor mit Bauamtsmitarbeiter Jörg Reinheckel hingelegt hat: Das neue Kinderhaus „Kieselstein“ an der Dr.-Max-Hofmann-Straße ist so gut wie fertig, der Betrieb kann pünktlich zum Beginn des neuen Kindergartenjahres am 4. September starten.
Die Wände sind gestrichen, die Böden verlegt, die Einbauschränke an ihrem Platz – einzig ein paar Restarbeiten und der große Hausputz finden dieser Tage noch in dem neuen Kinderhaus statt. Dann können auch die neuen Möbel angeliefert und die Schränke bezogen werden. Gleichzeitig ist Bauamtsmitarbeiter Reinheckel mit der Abnahme der letzten Gewerke beschäftigt – und kann zufrieden auf den Bauverlauf des Drei-Millionen-Euro-Projektes blicken. „Alles wunderbar“, freut sich Reinheckel.
Platz bietet das neue Kinderhaus, das vom AWO-Kreisverband Rosenheim betrieben wird, für vier Kindergarten- (100 Plätze) und eine Krippengruppe (13 Plätze) – und bis auf einige wenige Restplätze in der Krippe sind allesamt schon voll belegt. Zum einen wechseln die Kinder (16) aus dem Kindergarten „Harrer-Haus“ in die neue Einrichtung, sie waren dort vorübergehend untergebracht, ab September wird das Nebengebäude der Mangfallschule wieder von den Ganztagskindern in Beschlag genommen. Zum anderen bestand bereits dieses Jahr ein Mehrbedarf von gut 20 Plätzen im Stadtgebiet, der über eine Notgruppe im Pfarrkindergarten Wiederkunft Christi abgedeckt hätte werden sollen – diese war jedoch im Frühjahr aufgrund Personalmangels gescheitert, die Gruppe geschlossen worden (wir berichteten).
Aufgrund des hohen Bedarfs sind in der Stadt zudem die Planungen für den nächsten Kita-Neubau bereits angelaufen. Im Visier ist ein Grundstück an der Hölderlinstraße, das sich in Besitz der Stadt befindet.
Das soeben fertiggestellte Kinderhaus „Kieselstein“ ist in jeweils zwei Gruppenräume für den Kindergarten im Erd- und Obergeschoss unterteilt; die Krippenräume samt Schlaf- und Wickelgelegenheiten befinden sich ein wenig abgesetzt im Seitentrakt. Dort erhalten die Kleinsten im Alter zwischen einem und drei Jahren auch einen durch Sträucher abgetrennten „eigenen“ Gartenbereich.
„Wir freuen uns
schon sehr und
sind hoch motiviert.“
Leiterin Theresa Bergbauer
Gegessen wird im gemeinsamen Essensraum im ersten Obergeschoss – mit Blick auf die Berge und Zugang zur Außenterrasse, über die wiederum einen begrünten Hügel hinab oder per Rutsche der Garten erreicht werden kann. Letzterer ist bereits seit Wochen zu einem großen Teil fertiggestellt – entsprechend grün ist inzwischen der Rasen, die Sträucher sind angewachsen und die Spielgeräte, allesamt aus Holz, scheinen nur darauf zu warten, endlich erobert zu werden. „Das wechselhafte Wetter der vergangenen Wochen hat uns in die Karten gespielt, so konnte der Rasen wunderbar wachsen“, freut sich Reinheckel. Zum Toben und Spielen im Freien stehen den Kindern neben den Rutschen und Spieltürmen ein geräumiger Sandkasten und sogar eine „Bobby-Car-Rennstrecke“ zur Verfügung.
Und geht es dann zurück ins Haus, ist das Konzept der neuen Kita gut durchdacht: Unmittelbar im Eingangsbereich von Gartenseite her befinden sich die „Matschschleusen“ für Gummistiefel und Matschhosen, bevor es in die eigentliche Garderobe geht. Kommen die Kinder morgens mit ihren Eltern an, werden sie von einem großzügigen Haupteingangsbereich empfangen und erreichen von dort aus ihre Garderobenplätze.
Flexibel gestaltet sind zudem die Verbindungen zwischen den einzelnen Gruppenräumen und den Sanitär- beziehungsweise Wickelräumen: Die Krippengruppe hat direkten Zugang, die Kindergartenkinder über den Flur – je nach Nutzung könnte gewechselt werden, einzig die Einbauschränke in den jeweiligen Türöffnungen müssten versetzt werden. „Damit sind wir flexibel, falls sich der Bedarf einmal ändern sollte“, erläuterte Reinheckel. Ein Turnraum, ein Bastelraum und der zum Spielen ausgelegte Flur ergänzen das Konzept.
Groß ist die Vorfreude auf das neue Kinderhaus bei Einrichtungsleitung Theresa Bergbauer und ihrem Team, die mit 16 Kindern (Rest Vorschulkinder) vom Harrer-Haus in den Neubau umziehen werden. „Wir freuen uns schon sehr“, meinte Bergbauer im Gespräch mit unserer Zeitung. „Unser gesamtes Team ist hoch motiviert.“ Bereits jetzt packten die Kinder die ersten Umzugskartons. In der letzten Augustwoche erfolgt dann der eigentliche Einzug für das Betreuerteam. Die Kinder folgen dann am Montag, 4. September. „Das wird eine spannende Zeit“, ist Bergbauer auch ein wenig aufgeregt. Schließlich wechselt auch sie von einer zweigruppigen Einrichtung mit bislang 50 Kindern in ein Haus mit dann fünf Gruppen und ausgelegt auf 113 Kinder.