Das Thema Rennfeuer war in Kolbermoor bislang wenig bekannt, es handelt sich um die erste Veranstaltung dieser Art – wie kam es dazu?
Peter Elgaß: Wir wollten als Zwischenbiennale zwischen den beiden großen Schmiedejahren mal ein anderes Thema aufgreifen. Da hat sich Rennfeuer angeboten, schließlich ist es die Vorstufe zum Schmieden, dass man sieht, wie Eisen entsteht. Kontakte hatte ich noch, weil ich bereits 2009 eine Rennfeuer-Veranstaltung im Allgäu ausgerichtet hatte.
Das Symposium läuft seit Mitte der Woche, Teilnehmer aus ganz Europa sind nach Kolbermoor gekommen – wie fällt Ihre Halbzeitbilanz aus?
Elgaß: Mich freut es sehr, dass der Anklang so groß ist. Anfang des Jahres, bei der ersten Ausschreibung, liefen die Anmeldungen noch schleppend und plötzlich meldeten sich mehr und mehr Teams an. Inzwischen sind wir bei zwölf Teams aus sieben Nationen und an die 70 Teilnehmer. Für die Organisation war das spannend.
Inwiefern?
Elgaß: Wir benötigten plötzlich viel mehr Material, als ursprünglich geplant. Wir mussten ständig nachbestellen, mehr Holzkohle, mehr Eisen, mehr Lehm. Aber das ließ sich alles regeln und es tut der guten Stimmung keinen Abbruch.
Die Veranstaltung läuft unter dem Titel „XIII. Internationales Rennfeuer-Symposium“ – was muss man sich als Außenstehender genau darunter vorstellen und welchen Stellenwert hat es?
Elgaß: Es handelt sich um ein internationales Treffen, bei dem Erfahrungen ausgetauscht werden, aber auch die Öffentlichkeit informiert werden soll. Und man bekommt einen Einblick, wie früher Eisen gewonnen wurde. Die Veranstaltung an sich dürfte für Kolbermoor einmalig sein, weil das Symposium jedes Jahr in einem anderen europäischen Land stattfindet, nächstes Jahr zum Beispiel in Österreich, dann in den Niederlanden. Der Zuschlag für Kolbermoor ist schon etwas sehr besonderes, auch für mich.
Die „Biennale der Schmiede“ fand immer in der Innenstadt statt – wieso diese Veranstaltung nun am Sportgelände am Rothbachl?
Elgaß: Wegen all der rauchenden Öfen, die ja Tag und Nacht durchbrennen, das wäre in der Innenstadt nicht möglich. Das Gelände am Rothbachl ist für diese Veranstaltung ein Traum, auch für die Teilnehmer, es ist alles da mit Duschen etc., wie geschaffen dafür.
Wie fällt die erste Besucher-Bilanz aus?
Elgaß: Wer kommt, ist begeistert – es macht einfach einen Heidenspaß, die ganze Wiese ist voller Leben. Ich freue mich jetzt auf ein schönes Wochenende – und jeder sollte es sich anschauen, es ist es allemal wert.
Interview Rosi Gantner