Kolbermoor – In jüngster Sitzung des Stadtrates stellte das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim um die Projektleiter Christoph Wiedemann und Iris Reitinger-Eß die Planungen für den nun letzten Kolbermoorer Bauabschnitt vor. Die Umsetzung ist für kommendes Jahr vorgesehen.
Geplant ist im Bereich Pullach, einen begrünten Deich entlang des Auwalds zu errichten. Überdies sollen entlang der Staatsstraße 2078 zwischen Pullach und Willing Spundwände gesetzt werden. Des Weiteren wird der bestehende Mangfalldeich im Bereich der Bebauung durch eine Innendichtung auf Vordermann gebracht. Die bestehenden Fischweiher wie auch der Gererbach sollen durch Grabensysteme und eine Art Schleusenbauwerke (Deichsielanlage) angebunden werden. Kündigt sich ein Hochwasser an, werden die Schleusen dicht gemacht. Der Gererbach fließt dann über ein Gerinne entlang des Mangfalldamms flussabwärts und wird unterhalb des Walzenwehres eingeleitet. Die Druckleitung hierfür ist laut Wasserwirtschaftsamt bereits errichtet.
Die Gesamtkosten der Baumaßnahme beziffert die Behörde auf 1,8 Millionen Euro – wobei 40 Prozent zu Lasten der Stadt gehen werden im Rahmen der Eigenbeteiligung (rund 642000 Euro). Diese war zuletzt bei den Innenstadtabschnitten entfallen, da Sofortmaßnahmen des Freistaates.
Zum Zeitplan: Aktuell befinden sich die Planungen im Wasserrechtsverfahren, dann folgt die öffentliche Auslegung. Ist das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen, macht sich die Behörde an die Ausführungsplanung. Gleichzeitig werden die im Zuge der Maßnahme fälligen Rodungen vorbereitet. Sie sollen nach den Worten von Projektleiterin Reitinger-Eß im Herbst/Winter durchgeführt werden. Mit dem eigentlichen Baubeginn rechnet sie für Frühjahr oder spätestens Sommer 2018.
„Ein Hochwasser wie 2013 würde heute schadlos abfließen.“
Christoph Wiedemann, WWA
Ist auch dieser Abschnitt abgeschlossen, ist Kolbermoor im gesamten Stadtgebiet vor einem Jahrhunderthochwasser sicher. Ein Hochwasser wie 2013, das in der Mangfallstadt ganze Wohngebiete geflutet und immense Schäden angerichtet hatte, würde indes heute schon schadlos abfließen, versicherte Projektleiter Wiedemann vor dem Stadtrat. Dazu würden die schon getätigten Maßnahmen bereits ausreichen. Allerdings, warnte Wiedemann, bestünde für Kolbermoor nach wie vor ein Restrisiko, falls die Marke eines Jahrhunderthochwassers deutlich überschritten würde – „dieses Risiko sollte man immer berücksichtigen.“
Der Stadtrat zeigte sich in jüngster Sitzung einstimmig mit der Planung des Wasserwirtschaftsamtes sowie der entsprechenden Finanzierungsvereinbarung einverstanden.