Kolbermoor – Die Erleichterung war groß in jüngster Sitzung des Stadtrates, als Bürgermeister Peter Kloo über den Stand der Dinge zum Katholischen Pfarrkindergarten Wiederkunft Christi informierte: Der Caritas-Verband München und Freising wird nun zum 1. September, wie bereits berichtet, die Betriebsträgerschaft übernehmen – mit im Kolbermoorer „Paket“ ist auch der Pfarrkindergarten Heilige Dreifaltigkeit dabei.
Beide Kindertagesstätten mit jeweils einem Kindergarten (drei Gruppen) sowie in Wiederkunft Christi noch Krippe und Hort gehörten seit 2014 dem Katholischen Kindertagesstättenverbund Mangfalltal an mit Sitz in Bad Aibling (Stadtpfarrer Georg Neumaier). Zuvor war die Kinderkrippe Wiederkunft Christi in die Schlagzeilen geraten, weil sie vom Kreisjugendamt aufgrund mangelhafter Betreuung geschlossen wurde. Dieses Frühjahr sorgte die Schließung der Kindergarten-Notgruppe aufgrund Personalmangels erneut für Unruhe.
Doch damit soll nun Schluss sein: Mit dem neuen Träger, der Caritas, erhofft man sich einen Neustart; die dünne Personaldecke der Kita Wiederkunft Christi wurde laut neuem Träger aufgestockt, Lücken habe man schließen können.
Erleichtert zeigte sich Bürgermeister Peter Kloo vor dem Stadtrat angesichts des Trägerwechsels: „Wir sind einfach nur froh, wenn Ruhe reingebracht wird.“ Der Rathauschef zeigte sich überzeugt, dass beide Kitas nun auf einem guten Weg sind. Und: „Wir können nicht auf die Einrichtungen verzichten“, betonte er.
„Außerordentlich“ begrüßte auch Sigrid Kumberger für die SPD-Fraktion im Stadtrat den Trägerwechsel. „Wir dachten, dass sich mit dem Trägerverbund damals der Sturm gelegt hätte, aber es hat sich rausgestellt, dass es offenbar mit einer großen Komplexität verbunden ist, eine Kita zu führen“, meinte Kumberger. Mit der Caritas als Träger sei nun endlich ein „Profi“ am Werk, dem man es zutrauen könne, die Einrichtung in ein ruhigeres Fahrwasser zu lotsen. „Besonders für das Personal, die Eltern und auch für das Kindswohl wäre das wünschenswert“, schloss Kumberger ihre Ausführungen.
Sind die letzten Fragen zwischen Caritas und Pfarrkirchenstiftungen geklärt und die Verträge unterzeichnet, will auch die Stadt einen Defizitvertrag mit dem neuen Träger abschließen. Damit will man der Caritas eine gewisse Finanzierungssicherheit bieten. Orientieren wird sich der Defizitvertrag laut Verwaltung an den bereits mit anderen örtlichen Trägern geschlossenen Vereinbarungen, in denen insbesondere die Übernahme eines Defizits in Höhe von 20 Prozent aus der Summe der staatlichen und kommunalen kindbezogenen Förderung vereinbart ist. Zudem kann der Träger in einem „besonders begründeten Ausnahmefall“ einen darüber hinausgehenden Zuschuss beim Stadtrat beantragen.
Auf die Caritas kommen laut Stadtverwaltung insbesondere im ersten Jahr vermehrte Aufwendungen zu. Unter anderem sind technische Voraussetzungen zu schaffen, aber auch in personeller Hinsicht sei zu Beginn mit einem erhöhten Aufwand zu rechnen. „Es ist somit zu erwarten, dass für das erste Jahr über die Defizitvereinbarung hinausgehende Zuschüsse benötigt werden“, führte in der Sitzung Karin Wallisch (Hauptamt) aus.
Zuschüsse für
Investitionen
an den Gebäuden
Bei Investitionen an den Gebäuden kommen indes wieder die Pfarrkirchenstiftungen als Gebäudeeigentümer ins Spiel – und die würden sich aufgrund des Alters der Gebäude bereits abzeichnen, so Wallisch weiter. Maßnahmen von „kleinerer Baulast“ müsste indes der Caritas-Verband selbst durchführen – in beiden Fällen könnte dann eine Beteiligung der Stadt an den Investitionskosten gefordert sein.
In beiden Fällen will sich die Stadt aber absichern: Die Gewährung von Investitionskostenzuschüssen für Kitas, egal ob an den Gebäudeeigentümer oder an den Träger, soll künftig mit der Auflage einer zeitlich befristeten Zweckbindung mit Rückzahlungsverpflichtung versehen werden.