Leserbrief an die Redaktion

Baupläne: Schranken aufzeigen

von Redaktion

Zum Artikel „Kampf um Blutbuche geht weiter“ im Lokalen:

Der mehrheitliche Stadtratsbeschluss für die Investorbegehrlichkeit muss nochmals auf den Prüfstand und zukunftsweisend diskutiert werden. Eine Grünflächenstruktur und deren Bewuchs im innerstädtischen Bereich darf nicht überzogener baulicher Versiegelung geopfert werden. Wertschätzung und Verantwortung gegenüber der Natur muss bei baulichen Planungen überzeugender seinen Niederschlag finden. Innerstädtische Grünflächen müssen planerisch mehr denn je in städtebauliche Konzepte eingebunden werden. Rücksichtlose Beseitigung einhergehend mit baulicher maximaler Nutzung wäre einfallslos und zu einseitig! Alle daraus erwirkten Folgen wären für Kolbermoor mehr schädlich als nützlich. Dies abzuwägen, ist Auftrag der gewählten Stadtratsvertreter. Gerade alte Bäume sind nicht nur ein landschaftsprägendes, sondern auch ein innerstädtisches Element, dessen Wertigkeit mit angemessenem Respekt eingeordnet werden muss. Die Buche am Eingang des Spinnereigeländes wird in der Zeit zweier nachfolgender Generationen 100 Jahre Kolbermoorer Geschichte mit prägen. Lassen wir unsere Nachgeborenen auch an solchen innerstädtischen Einzelexemplaren künftig weiter erfreuen! Mit einem rücksichtsvollen baulichen Abstand hat die schützenswerte Buche eine gute Zukunft und wird sicher das Stadtbild mit einer mäßigen Bebauung weiter mit bereichern. Blutbuchen sind seit dem 15. Jahrhundert bekannt und bei uns heimisch. Sie können 30 Meter hoch und über 200 Jahre alt werden. Ein Baum greift mit der Krone in den Himmel und greift mit seinen Wurzeln in die Erde. Die Sichtweise und Erkenntnis „unsere Vorfahren haben alte Bäume verehrt und wertgeschätzt“ soll, ja muss, weiterleben. Deshalb müssen wir hier und heute weiter mit gutem Beispiel vorangehen und überzogenen baulichen Überplanungen eindeutig Schranken aufzeigen.

Michael Krämer

Kolbermoor

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