Im Kolbermoorer Ordnungsamt steht die Bundestagswahl bereits im Mittelpunkt

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

von Redaktion

Für den Wähler ist die Sache am 24. September (abgesehen von der Überlegung, wen und welche Partei er wählen will), relativ einfach und mit zwei Kreuzen auf dem Stimmzettel erledigt. Das Ordnungsamt im Kolbermoorer Rathaus ist dagegen schon seit fast einem halben Jahr mit der Sache beschäftigt. Ab Montag werden jetzt die Wahlbenachrichtigungen verschickt.

Kolbermoor – Dieses Mal wird es 15 Wahlbezirke geben und zusätzlich sechs Briefwahlbezirke. Die Wahllokale befinden sich im Gasthaus Seiderer in Lohholz, in der Turneralm, im Kindergarten Ganghoferstraße, in der Mangfallschule, im Sportbundheim, im Trachtenheim, in der Pauline-Thoma-Schule (drei Bezirke), im Kindergarten Bodenseestraße (zwei Bezirke), in der Adolf-Rasp-Schule (drei Bezirke) und in der Feuerwehr Pullach. Das Abklären der Zahl der Bezirke und ob die Wahllokale auch zur Verfügung stehen, war eine der ersten Tätigkeiten im Rahmen der Wahlvorbereitung.

Auch über genügend Wahlhelfer verfügt die Stadt Kolbermoor bereits. „Wir dürfen stolz auf unsere Kolbermoorer Bürger sein,“ so Albert Paukert, der Leiter des Ordnungsamtes und Wahlsachbearbeiter. „Gleich beim ersten Anschreiben haben wir alle erforderlichen Helfer zusammenbekommen.“ Das sind immerhin 126. Sie konnten sich für eine Vor- oder Nachmittags-„Schicht“ entscheiden und bekommen auch ein sogenanntes Erfrischungsgeld für ihren Einsatz, der eigentlich als Ehrenamt zählt.

Ab Montag, 28. August, werden die Wahlbenachrichtigungen versandt. Rund 13500 Wahlberechtigte gibt es in Kolbermoor, wie Albert Paukert und sein Mitarbeiter Thomas Rothmayer, der ebenfalls für die Wahl zuständig ist, wissen. Wer die Benachrichtigung hat, kann auch die Unterlagen zur Briefwahl beantragen. Das geht auch über die Homepage der Stadt Kolbermoor oder – neu – auch mit einem QR-Code auf der Benachrichtigung, den man mit dem Handy einscannt und der einen dann direkt auf die Homepage der Stadt bringt.

Die Unterlagen zur Briefwahl sind bereits im Rathaus eingetroffen. In Notfällen könnte ein Kolbermoorer also bereits diese Woche schon seine Stimme abgeben. Regulärerweise muss freilich die Wahlbenachrichtigung abgewartet werden. Mit den Briefwahlunterlagen erhält man dann einen Stimmzettel, der in einen Stimmzettelumschlag kommt, der dann zusammen mit der Wahlbenachrichtigung in das rote Briefwahlkuvert kommt.

Erfahrungsgemäß nimmt die Zahl der Briefwähler immer mehr zu. Paukert rechnet bei der Bundestagswahl mit gut 3000 Briefwählern. Sollten die bestellten Briefwahlunterlagen aber trotzdem nicht ausreichen, könne kurzfristig nachgeordert werden, so Paukert. Nicht nur Krankheit oder Urlaub können Anlass sein, sich für die Briefwahl zu entscheiden: Auch Kolbermoorer, die ihren Lebensabend etwa auf Teneriffa oder Mallorca verbringen, können so die Politik in ihrer Heimat ein bisschen mitbestimmen. Dazu müssen sie aber bis 3. September den Antrag auf Eintragung ins Wählerverzeichnis stellen.

Seit dem 11. August stehen auch schon die Wahltafeln für die Parteien im Kolbermoorer Stadtgebiet. Das Ordnungsamt hat zu jeder Tafel einen Plan geheftet, in welcher Reihenfolge die Plätze plakatiert werden sollen. „Vor Jahren hatten wir Ärger, weil die Plakate immer wieder von anderen überklebt worden sind,“ erinnert sich Paukert. Mit dieser Regelung könne man sich derartigen Ärger ersparen.

„Freie Wahl“ haben die Parteien dagegen mit ihren Plakaten, die sie an Bäumen oder Laternenmasten anbringen. „Die Wahlen sind von der Plakatierungsverordnung der Stadt ausgenommen“, so Paukert. Die Plakate dürfen halt gerade an den Straßen die Verkehrssicherheit nicht gefährden.

Bei der letzten Bundestagswahl am 22. September 2013 hatte es genau 13122 Wahlberechtigte in Kolbermoor gegeben. 8743 davon gingen dann auch zur Wahl, was einer Wahlbeteiligung von gut 66 Prozent entsprach. Mit einer Beteiligung in dieser Höhe rechnen Paukert und Rothmayer auch dieses Mal.

Die Wähler in den Kabinen werden ihr Kreuzchen übrigens – auch das steht schon fest – mit simplen blauen Farbstiften machen: der besseren Lesbarkeit bei der Auszählung wegen. Wer will, darf sich aber auch den eigenen Kugelschreiber mitbringen…

Zweimal repräsentativ

Zwei der Kolbermoorer Wahlbezirke (die Bezirke 8 und 13, in den Wahllokalen Pauline-Thoma-Schule und Adolf-Rasp-Schule) beliefern auch das Statistische Landes- und das Bundesamt. Rund 88000 Wahlbezirke gibt es bei der Bundestagswahl, darunter 73500 Urnen- und 14500 Briefwahlbezirke. Aus diesen wurden für die repräsentative Wahlstatistik knapp 2750 Stichprobenwahlbezirke ausgewählt; ein Anteil von rund drei Prozent aller Wahlbezirke.

Dabei will man Rückschlüsse über das alters- und geschlechtsspezifische Abstimmungsverhalten erhalten. Deshalb gibt es Buchstaben auf dem Stimmzettel. „A“ bedeutet beispielsweise „Mann, Jahrgang 1993 bis 1999“, „H“ steht für eine „Frau, Jahrgang 1983 bis 1992“. Der Aufdruck ist jedoch keiner Einzelperson zugeordnet und lässt dementsprechend auch keinen Rückschluss auf die Stimmabgabe einzelner Personen zu, so dass das Wahlgeheimnis gewahrt bleibt, wie Albert Paukert und Thomas Rothmayer betonen.

Die Stimmzettel dieser beiden Wahlbezirke gehen dann direkt an das Statistische Landesamt zur Auswertung.

In den beiden betroffenen Wahllokalen liegen zur Information der Wähler auch entsprechende Flyer des Bundeswahlleiters auf. Die Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik werden voraussichtlich ab Januar 2018 vorliegen und stehen dann im Internetangebot des Bundeswahlleiters unter www.bundeswahlleiter.de zur Verfügung. Dann kann man etwa sehen, welche Partei eher von Frauen oder Männern, von Jüngeren oder Älteren gewählt wurde – bundesweit.

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