Kolbermoor – „In Kolbermoor hat sich im Vergleich zu den Vorjahren nichts geändert,“ betont Jürgen Halder vom Bauamt der Stadt. Regelmäßig kommen sogar Jahr für Jahr drei bis vier neue Pflanztröge dazu. Freilich schaue man, dass man kostengünstig hinkomme, das bunte, schmucke Stadtbild „ist es uns aber wert,“ betont der Fachmann. Außerdem sei Kolbermoor ja eine „Stadt voller Leben“ – zu diesem Slogan passe eine graue Innenstadt bestimmt nicht.
So sind es in der Zwischenzeit an die 80 Blumentröge, die das Straßenbild im Zentrum der Stadt verschönern. Im Frühjahr spitzen Tulpen, Märzenbecher und Hyazinthen heraus, die dann Gesellschaft von Ranunkeln, Primeln und Tag- und Nachtschatten bekommen. Nach den Eisheiligen kommt die Sommerbepflanzung; die Blumenzwiebeln bleiben in den Trögen. Geranien, Pantoffelblumen, Eisbegonien, Tagetes, Petunien und Co. sorgen dann für bunte Farbtupfer. Bis zum ersten Frostbleiben die Tröge bepflanzt – manchmal halten sie sogar bis zum Kirchweihmarkt am dritten Oktober-Wochenende.
Früher sammelte der städtische Bauhof die Tröge dann wieder ein, um sie mit frischer Erde und neuen Blumenzwiebeln im Frühjahr wieder auszuteilen – diesen Aufwand spart man sich seit diesem Winter. Auch das Belassen der Zwiebeln in den Trögen bedeutet eine Arbeitsersparnis. Denn Arbeit bleibt genügend: Die Blumen wollen nicht nur gegossen werden, sondern müssen auch immer wieder von Abgeblühtem befreit werden.
Zum Teil haben die Pflanztröge aber auch eine Funktion als Barriere, etwa am westlichen Kirchplatz der Kirche Heilige Dreifaltigkeit, so Halder. Damit habe man Autos ausbremsen können, die sonst am liebsten auf dem ganzen Platz geparkt hätten. Außerdem seien die Tröge ja mobil – bei Bedarf könne man sie an anderer Stelle platzieren.
Auch auf den Verkehrsinseln der Stadt grünt und blüht es: Hier herrschen Stauden vor, vom Sonnenhütchen über den Phlox bis zum Rittersporn. Die Stadtgärtner mit ihrem Gärtnermeister Simon Reiter sind dabei auch dem Unkraut auf der Spur: Zug um Zug wird die Bepflanzung neu gemacht, so Halder. Das heißt, das Beet bekommt eine Vliesunterlage, frische Erde und wird dann neu bepflanzt. So will man sich hartnäckige Unkräuter vom Leib halten.
Aber auch für Wildblumen hat man in Kolbermoor ein großes Herz: Mehrere Wildblumen-Rondelle im ganzen Stadtgebiet erfreuen mit heimischen Pflanzen Bienen und Hummeln.
Auch Richtung Freibad, an der Oberen Mangfallstraße, wo der kleine Damm im Rahmen des Straßenausbaus im letzten Jahr neu angelegt wurde, verzichtete man „auf eine fette Wiese“, so Halder, und säte auf kiesigem Untergrund eine Blumenwiese aus. Derartige Wiesen müssen nur einmal im Jahr gemäht werden; vorher lässt man sie noch absamen. Allerdings stellen sich nach drei bis fünf Jahren dann oft Brennnesseln und andere Pflanzen ein, die man eigentlich nicht wolle, so Halder. „Aber wir probierens immer wieder,“ meint er, „die Hoffnung stirbt zuletzt.“
Jürgen Halder freut sich, dass er im Rathaus auch immer wieder Rückmeldungen bekommt, wie schön der Blumenschmuck aussehe. „Die Kolbermoorer schätzen das,“ ist er überzeugt.