Im August 1932 wurde das Kolbermoorer Freibad feierlich eröffnet

Badespaß seit 85 Jahren

von Redaktion

Seit genau 85 Jahren gibt es das Kolbermoorer Freibad. Im August 1932 war die feierliche Eröffnung – zu einer Zeit, in der die meisten Gemeinden eigentlich andere Sorgen hatten, als ein Schwimmbad für ihre Bürger zu bauen. „Schuld“ daran war – wieder einmal in Kolbermoor – die Spinnerei.

Kolbermoor – Schon kurz nach dem Ersten Weltkrieg hatte die Spinnerei Pläne zum Bau eines Schwimmbads erstellen lassen und Geld dafür gesammelt. Aufgrund der Inflation ließen sich die Pläne jedoch nicht verwirklichen, wie Horst Rivier und Claus Hardt in ihrer Chronik „Heimat Kolbermoor“ anführen. Im Juni 1928 rief dann Lehrer Hans Lorenz eine „Schwimmbadbau-Kommission“ ins Leben und bewog den Gemeinderat, dem Plan zuzustimmen. Spenden wurden in der Bevölkerung gesammelt, aber: „In erster Linie gebührt grosser Dank der verehrlichen Direktion der Spinnerei, welche durch Schenkung einer grossen Grundfläche sowie einer Menge Cement den Bau der Anlage ermöglichte. Ferner ist als Gründer & Förderer des Unternehmens Hr. Bürgermeister Fleischmann rühmend zu nennen, dessen unermüdliche Tatkraft & Umsicht das Werk gründete & förderte.“ Dies betont Johann Wipper in seiner Chronik.

Am 20. August 1932 wurde das Bad eröffnet und an die Gemeinde übergeben. Das damals modernste Schwimmbad im weiten Umkreis hatte ein 52 Meter langes und 26 Meter breites Becken, das für Schwimmer und Nichtschwimmer mit einem Seil untertrennt und ein bis 2,30 Meter tief war. Das Wasser wurde der Mangfall entnommen und gelangte durch eine Betonleitung und ein Klärbecken ins Bad. „Das Becken ist auf drei Seiten von Rasenstreifen umgeben, die ideale Ruheplätze für Licht- und Lufthungrige bilden“ (Chronik Wipper). Auf der vierten Seite gab es eine größere Anzahl verschließbarer Kabinen, und ein 2,50 Meter hoher Bretterzaun schützte die Badegäste vor den Blicken Neugieriger. Allzu viele Neugierige dürften allerdings nicht vor den Toren des Bades gestanden haben: Der Andrang war enorm – in zweieinhalb Wochen wurden genau 3211 Eintrittskarten verkauft. Kolbermoor hatte damals gerade 5381 Einwohner…

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Bad renoviert; ein zweites Becken kam hinzu. 1968 gab es, auf Initiative des Bürgermeisters Adolf Rasp, neue Toilettenanlagen, die Kabinen wurden erneuert, die Becken abgedichtet und isoliert. Das Grundwasser setzte dem großen Becken stets zu; 1972 sorgte dann die Kolbermoorer Firma Geier & Voss mit einer Beschichtung mit Polyester und Glasseide für einen dauerhaften Schutz. Für die Kleinstkinder gab es ein eigenes Planschbecken. Die Kabinen wurden erneuert. Auch neue Parkplätze wurden geschaffen.

Inzwischen konnte man schon in erwärmtem Wasser schwimmen. Für den Einbau einer Umwälz- und Erwärmungsanlage waren wieder fleißig Spenden gesammelt worden. Der damalige Schulverein Kolbermoor hatte als Starthilfe 10000 Mark gegeben. Der Schulverein schloss sich dann auch mit der „Bürgerinitiative Schwimmbad“ zusammen.

1990 stand dann die nächste große Generalinstandsetzung an, wie sich Jürgen Halder vom Bauamt der Stadt erinnert. Waren vorher Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken parallel und nur durch einen 1,5 Meter breiten Streifen getrennt, wurde das Nichtschwimmerbecken an die jetzige Stelle verlegt. Die Becken wurden gefliest; das Babybecken vergrößert. Kabinentrakt und Kiosk (samt eigener Toilette) wurden neu gebaut.

Freilich ist die Stadt bemüht, ihr Freibad jedes Jahr auf Vordermann zu bringen. Die Technik wurde immer aufwendiger, Becken-Abdeckungen zur Heizkostenersparnis wurden montiert, der Terrassenbereich des Kiosks vergrößert. Von der Adolf-Rasp-Schule bekam man ein Areal, das erst als Beachvolleyballfeld genutzt wurde und jetzt zum Fußballspielen hergenommen werden kann. Im letzten Jahr wurden schließlich im Zuge der Bauarbeiten an der Oberen Mangfallstraße die Parkplätze des Freibads neu gestaltet. Kein Wunder also, dass das Bad nicht nur von Kolbermooreren, sondern auch von „Auswärtigen“ überaus geschätzt wird.

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