Kolbermoor – Ein „Mindestalter“ für die Teilnehmer oder gar eine Ausweiskontrolle gibt es freilich nicht. Trotzdem hat sich der Altersdurchschnitt auf den Bereich zwischen 65 und 90 Jahre eingependelt. Die Jüngeren kämen nicht, weil sie sich bei einer „Senioren“-Veranstaltung alt vorkommen würden. Doch Marianne, Ingeborg, Helma, Marianne und Gretl stehen zu ihrem Alter: „Man ist so alt, wie man sich fühlt!“ Sie sind auf jeden Fall aktiv – und sorgen auch für selbst gemachte Marmeladen zum Frühstück. Jeder bringt eine andere mit; da muss natürlich reihum probiert werden. Es gibt nicht nur Kaffee, Orangensaft, Obst, Müsli, Eier, Semmeln, Wurst und Käse – sondern auch Unterhaltung und Gedankenaustausch. Das Frühstück in lustiger Gesellschaft sei wie Urlaub, meint die eine Marianne, und die andere Marianne stimmt ihr zu – „auch wenn man früh aufstehen muss…“. Doch bei schönem Wetter wird sogar im Garten des Mangfalltreffs gefrühstückt, was allen noch mehr Spaß macht.
Entwickelt hat sich die Idee des gemeinsamen Frühstücks aus den anderen Seniorenangeboten im Bürgerhaus, so dessen „Chefin“ Dagmar Badura. „Wir haben gekocht, gebacken, gehandarbeitet.“ Jeden ersten Dienstag im Monat ist jetzt der Backtreff, jeden zweiten Mittwoch die Nadel-Werkstatt, jeden dritten Donnerstag das Kochen – und jeden vierten Freitag im Monat jetzt eben noch das gemeinsame Frühstück. Wobei im September jetzt am zweiten Donnerstag gekocht werden muss, weil am dritten Donnerstag, am 21., das gemeinsame Törggelen-Fest mit der Arbeiterwohlfahrt im Mangfalltreff stattfindet. Es wird also nicht langweilig…
Die Gruppen überschneiden sich: Wer zum Frühstücken kommt, geht meist auch zum Backen. Doch die Teilnehmer sind nicht nur auf das Bürgerhaus fixiert: Sie nehmen auch andere Angebote, etwa von der Arbeiterwohlfahrt (Ausflüge und Tanznachmittage im Mareissaal) und der evangelischen Kirchengemeinde (Kaffeefahrten), an. „Es wird viel getan für die Senioren in Kolbermoor“, lobt da die Gretl, deren 88 Jahre man ihr beim besten Willen nicht ansieht. Da kann sie die Marianne mit ihren 65 Jahren schon leicht einmal als „jungen Hüpfer“ necken…
Dagmar Badura würde gerne auch Senioren erreichen, die nicht so aktiv sind wie ihr treuer „Stamm“. Dazu bräuchte es halt ehrenamtliche Hol- und Bringedienste, meint sie, und da werde es oft aufwendig. Allerdings wären gerade für diese Personen das Herauskommen aus den eigenen vier Wänden und die fröhliche Geselligkeit bei den Treffen wichtig. Aber: „Man kann nur die Angebote machen“, so Dagmar Badura. So sind neue Mitfrühstücker immer gerne willkommen. Sie müssen sich nur im Vorfeld beim Bürgerhaus Mangfalltreff anmelden (Telefon 2319257), damit genügend eingekauft wird, und als Unkostenbeitrag zwei Euro mitbringen.
Dann kann es auch schon losgehen mit der Frühstücks-Freude.