Siebtes Bulldog-Treffen in der Aiblinger Au

Der Regen schreckte niemand ab

von Redaktion

Was ein echter Bulldog-Oldtimer-Fan ist, den schreckt auch mal ein wenig Regen nicht vom Besuch eines Bulldog-Treffens ab. Das wurde jetzt deutlich beim nunmehr siebten BulldogTreffen in der Aiblinger Au.

Kolbermoor – Schon frühmorgens wurde letzte Hand angelegt, das Ausstellungsgelände wegen der vorangegangenen Niederschläge noch etwas präpariert. Dann warteten die Veranstalter mit Josef Spielvogel und Peter Riedl an der Spitze auf das Anrollen der ersten Bulldogs, die sich dann auch schon lautstark ankündigten. Sie nahmen ihren angestammten Platz ein und warteten, sauber und übersichtlich in Reih und Glied aufgereiht, auf die Besucher. Und die kamen schnell, belagerten die rund 100 motorisierten Oldies, deren Besitzer zumeist noch Rede und Antwort standen für die vielen Fragen der interessierten und auch fachkundigen Gäste.

Der wohl älteste, noch immer einsatzfähige Bulldog war ein Hanomag aus dem Jahre 1947. Breit war auch die Spannweite der Leistung dieser landwirtschaftlichen Gebrauchsfahrzeuge. Von 15 bis 250 PS reichte die Skala bei Porsche, Hanomag, Eicher, Deutz, Lanz, Schlitter und Co. Detaillierte Auskunft über Baujahr, Leistung, Besonderheiten und Besitzer gaben kleine Info-Tafeln, die an die Gefährte geheftet und viel gelesen waren.

Doch nicht nur die vierrädrigen Zugmaschinen mit Einzylindermotoren gab es zu bestaunen, sondern auch die „Nebenleistungen“ der Traktoren, wie beispielsweise einen MAN-Standmotor, Baujahr 1905, der als Transmitter für Strom in Landwirtschaft und Gewerbe viele Jahrzehnte treue Dienste leistete. Er wird mit Diesel-Kraftstoff betrieben und erzeugt im Notfall immer noch ausreichend Energie für den Hausgebrauch. Eine uralte Strohbündelmaschine, von einem in die Jahre gekommenen Eicher-Bulldog angetrieben, erzeugte bei Groß und Klein Staunen. Der Besitzer „fütterte“ dieses Kraftpaket immer wieder mit frischem Rohmaterial, und die vielen Interessierten, die teils bis aus Tirol angereist waren, konnten die Stroh-Bündelung wie in längst vergangener Zeit hautnah miterleben.

Für die Kinder war ein kleiner Spielepark mit Karussell aufgebaut; doch auch sie umlagerten immer wieder die Bulldogs.

Der kurzzeitige Regen schreckte die Besucher nicht ab. Auch Josef Rainer aus Flintsbach nicht, der sich auf den Weg gemacht hatte, die Oldies zu besichtigen. Ihn interessierten vor allem „alte Schlitter- und Eicher-Bulldogs“. Er war „zum ersten Mal hier in der Aiblinger Au.“ Nach einem ausgiebigen Rundgang, mit vielen interessanten und fachkundigen Gesprächen, versicherte er: „Ich komme bestimmt in zwei Jahren wieder hierher“.

Danach ging´s ins Zelt, wo Speis und Trank auf die Besucher warteten. Initiator Josef Spielvogel war zufrieden mit dem Besuch des Treffens, trotz der widrigen Witterungsverhältnisse. Sein Team aus freiwilligen Helfern aus der Nachbarschaft, Freunden und Bekannten hatte wieder in tagelanger Vorbereitung ganze Arbeit geleistet und dieses Treffen zu einem echten Höhepunkt für die vielen Bulldog-Fans aus nah und fern gemacht, freute er sich. Abschließend dankte er allen den Unterstützern, mit deren Hilfe er dann auch das nächste Treffen in zwei Jahren vorbereiten möchte. hko

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