Kolbermoor – Am 10. Mai hatte das Bad in dieser Saison zum ersten Mal geöffnet. Es war sogar eine Jubiläums-Saison, nachdem 1932, also vor 85 Jahren, die feierliche Einweihung stattgefunden hatte. 47 sonnige Tage mit mehr als 1000 Besuchern zählten Meier und sein Kollege Helmut Eggerl. Rekordtage waren der 11. und der 12. Juni mit jeweils über 2500 Badegästen.
Mit den fast 80000 Besuchern schaffte man nach den Rekordsommern 2003 und 2015 die drittstärkste Saison. Selbst im Vergleich mit dem Schwimmbad der viel größeren Stadt Rosenheim schneidet man gut ab: Das dortige Bad steuerten heuer 93600 Badegäste an.
268 Jahreskarten waren verkauft worden; dazu 136 Familienkarten. Aus Anlass des Jubiläums hatte es für alle ebenfalls 85-Jährigen heuer eine Saisonkarte kostenlos gegeben: Sieben Frauen und Männer griffen hier zu. 537-mal entschieden sich die Badelustigen für den Kauf einer Zwölfer-Karte. Die neu angeschafften Liegen (30 Stück) wurden insgesamt 792-mal verliehen. Unfälle wie Knochenbrüche oder Platzwunden mussten heuer nicht verzeichnet werden. Nur Bienenstiche gab es „wie üblich“, so Meier.
Meier ist jetzt das fünfte Jahr im Kolbermoorer Freibad. Erstmals erlebte er, dass das Bad mitten in der Saison geschlossen werden musste: Am 19. August war man den ganzen Tag damit beschäftigt, Sturmschäden zu beseitigen. Blätter, Äste, Schirme und Mülleimer waren in den Becken gelandet. Während man an diesem Samstag den ganzen Tag für die Aufräumungsarbeiten brauchte, schaffte man es dann noch einmal am 25. August, das Bad nach Sturmschäden mittags für die Besucher wieder aufzusperren. Die meisten Badegäste hätten Verständnis gehabt für die Situation, so Charly Meier. Allerdings habe es auch Leute gegeben, die sich furchtbar aufgeregt und geschimpft hätten. „Wir haben um halb fünf in der Früh angefangen mit dem Saubermachen“, erinnert sich Meier mit Unverständnis an diese Tage.
Angesichts der schlechten Wetterprognosen für das Wochenende hatte man sich entschlossen, die Kolbermoorer Freibadsaison am gestrigen Freitag zu beenden. Bereits am Montag beginnen die Schwimmmeister mit dem Einwintern der Anlage: Das Babybecken ist bereits geleert, der Wasserstand der beiden anderen Becken muss nur um rund 30 Zentimeter abgesenkt werden. Wartungs-, Maler- und Gärtnerarbeiten stehen an. Die beiden Durchschreitebecken, die noch gefliest sind, werden zu Edelmetallbecken. Auch die Erneuerung der Solaranlage und die Sanierung des Flachdachs des Umkleidegebäudes werden angepackt – Vergaben dazu stehen bereits auf der Tagesordnung des Bauausschusses am kommenden Dienstag.