Bundestagswahl

Briefwahl: Andrang enorm

von Redaktion

Die Bundestagswahl am Sonntag, 24. September, schlägt im Kolbermoorer Rathaus bereits hohe Wellen: Denn der Andrang auf die Briefwahlunterlagen ist groß. Es musste bereits nachbestellt werden. Zur „Halbzeit“ wurden schon über 2500 Wahlunterlagen ausgegeben – davon über ein Drittel online beantragt.

Kolbermoor – Der Trend zur Briefwahl macht sich bereits seit Jahren bemerkbar – doch der aktuelle Andrang vor der Bundestagswahl lässt auch den erfahrenen Wahlleiter Albert Paukert im Kolbermoorer Rathaus staunen: „Es ist gigantisch, wie viele Anträge auf Briefwahl bei uns bis jetzt schon eingegangen sind, vor allem sehr viele online“, so Paukert im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ende August hatte die Stadt die Wahlbenachrichtigungen versandt – pünktlich vier Wochen vor der Bundestagswahl. Nun zur „Halbzeit“ kann Paukert eine erstaunliche Bilanz ziehen: Über 2500 der insgesamt 13500 Kolbermoorer Wahlberechtigten haben bereits Briefwahlunterlagen beantragt, gut ein Drittel davon online (36 Prozent). Mit etwa 3000 Briefwählern hatte Paukert im Vorfeld gerechnet und entsprechend Unterlagen geordert – aufgrund des anhaltenden Andrangs wurde nun nachbestellt. Weitere 2000 Stück sollen dieser Tage angeliefert werden. „Ich hoffe, dass wir damit jetzt hinkommen.“ Denn in den letzten Tagen vor dem Wahlsonntag könnte es erfahrungsgemäß erneut zu einer „Beantragungswelle“ kommen – „meistens sind es dann diejenigen, die noch kurzfristig in Urlaub fahren, oder falls das Wetter schön wird, wer an dem Tag lieber in die Berge geht“, weiß Paukert. Zur letzten Bundestagswahl im September 2013 lag der Briefwähler-Anteil in Kolbermoor im Übrigen bei rund 2800 Wahlberechtigten.

Aufgrund der sich abzeichnenden weiteren Steigerung hat Paukert auch gleich seine Vorplanungen für die Landtagswahl im September 2018 angepasst – insbesondere in Hinblick auf die Einteilung der Wahllokale. Denn zur Bundestagswahl hat Kolbermoor erstmals von bislang 21 auf 15 Wahllokale reduziert, stattdessen sechs Briefwahlbezirke eingerichtet. Diese Einteilung will Paukert nun auch zur Landtagswahl fortführen und gar ausweiten: weiterhin nur noch 15 Vor-Ort-Wahllokale, dafür dann aber zehn Briefwahlbezirke. „Ich rechne zur Landtagswahl mit etwa 40 Prozent Briefwahlanteil“, so seine Schätzung.

Hinsichtlich der 126 Wahlhelfer, die Paukert für die Bundestagswahl mobilisieren konnte, rechnet er nicht damit, dass aufgrund des Briefwählerandrangs weiter aufgestockt werden müsste. „Das dürfte zu schaffen sein, das Auszählen bei einer Bundestagswahl geht vergleichsweise schnell.“

Keine größeren Sorgen bereitet dem Ordnungsamt der Stadt bislang die Plakatierung. „Alles relativ ruhig“, gibt Paukert auf diesem Feld Entwarnung. Einzig ein paar wenige Plakate seien abgerissen worden. „Der Vandalismus hält sich in Grenzen.“

Keine Sorgen macht sich Paukert zudem über die Sicherheit der Datenübertragung am Wahltag, die online zwischen Rathaus und Landratsamt erfolgen wird. Das Wahlprogramm sei nach außen hin abgesichert, die Daten würden verschlüsselt und die „Integrität der Daten“ sei gewährleistet. Dies hatte sich Paukert von Seiten des Dienstleisters versichern lassen.

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